Netzwerk Fachkräftesicherung
Presse Info 005/2012 vom 11.01.2012
Regionale Netzwerkpartner bereiten sich auf den Arbeitsmarkt der Zukunft vor. Die demografische Entwicklung sowie technische und organisatorische Innovationen führen innerhalb der nächsten Jahre zu einer verstärkten Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften. Wer in der Region Mittleres Ruhrgebiet zukünftig dem Wettbewerb standhalten will, muss vorsorgen.
Die Agentur für Arbeit, die Industrie- und Handelskammer und die Regionalagentur Mittleres Ruhrgebiet, der Deutsche Gewerkschaftsbund sowie die Vertreter des Handwerks, der Arbeitgeberverband Ruhr/Westfalen und die Städte Bochum, Herne, Hattingen und Witten (mit den jeweiligen Organisationen der Wirtschaftsförderung) bilden das Netzwerk „Fachkräftesicherung Region Mittleres Ruhrgebiet“ und machen sich gemeinsam für die Fachkräftesicherung der Zukunft stark.
Gut ausgebildete und motivierte Mitarbeiter entscheiden über die Wettbewerbsfähigkeit und damit über den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens. „Wenn nicht rechtzeitig an der Heranbildung von qualifiziertem Nachwuchs für und auch in den Unternehmen gearbeitet wird, können Fachkräfteengpässe selbst bei hoher Arbeitslosigkeit auftreten“, so Udo Glantschnig, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit in Bochum. Also: Für qualifizierte Arbeitsplätze müssen qualifizierte Arbeitskräfte her! Und dazu müssen auch neue Wege beschritten werden.
„Wir dürfen keinen Jugendlichen auf der Straße stehen lassen, der motiviert ist, sich in eine Ausbildung hineinzuknien. Innovative Unternehmer und qualifizierte Arbeitnehmer sind gemeinsam der Schlüssel für dauerhaften wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens und den Wohlstand der gesamten Region“, meint auch Helmut Diegel, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer. In den kommenden Jahren werden die Unternehmen daher nicht nur um die besseren Produkte oder Dienstleistungen auf dem Arbeitsmarkt buhlen müssen, sondern auch um die besseren Ideen für die Gewinnung von guten Fachkräften.
Fakt ist, dass der demografische Wandel langfristig zu einer immer stärker werdenden Abnahme des Potenzials an Erwerbspersonen führen wird - Fachkräfte werden immer knapper. Notwendig zur mittel- und langfristigen Fachkräftesicherung ist also eine schlüssige und ausgewogene Gesamtstrategie.
Ulrich Gorcitza von der Regionalagentur Mittleres Ruhrgebiet: „Die Abnahme des Erwerbspersonenpotenzials wird immer deutlicher und im Übrigen auch gravierender - gerade in der Region Mittleres Ruhrgebiet! Wenn wir also weiter auf Erfolgskurs bleiben wollen, müssen wir jetzt beginnen gegenzulenken“.
Die Anstrengungen der Netzwerkpartner sind dabei nicht nur lokal ausgerichtet. Benachbarte Regionen werden mit einbezogen, Datenmaterial wird ausgewertet, regional- oder branchenspezifische Erfahrungen werden gesammelt, eingeordnet und an den „Mann“, sprich an die Wirtschaft gebracht. Qualifizierungsbedarfe werden ermittelt und mit Hilfe der Netzwerkpartner umgesetzt.
„Es ist wichtig, dass wir zusammenarbeiten. Nur wenn wir alle an einem Strang ziehen, können wir die vielen Faktoren, die dabei zu berücksichtigen sind, hinreichend bearbeiten“, so Glantschnig weiter. Angefangen bei einer intensiveren Berufsorientierung in den Schulen, über das stärkere Einbinden von Menschen mit Migrationshintergrund bis hin zur Optimierung von ungenutzten Potenzialen sieht sich das Netzwerk vielen Herausforderungen gegenüber.
„Wir müssen die Menschen dort abholen, wo sie stehen“, so Helmut Diegel. „Eine deutlich intensivere und früher beginnende Berufsorientierung als bislang ist für mich ein entscheidender Faktor, die Fachkräfte der Zukunft tatsächlich auch zu bekommen. Hier müssen die Lehrer viel stärker in die Pflicht genommen werden – und zwar in jeder Schulform. Des Weiteren müssen wir für Zukunftstechnologien und –berufe werben. Beispielsweise wird die Elektromobilität künftig eine gewichtige Rolle spielen – darauf müssen wir uns auch bei der Ausbildung und Qualifizierung einstellen.“


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Bundesagentur für Arbeit