Familienfreundliche Personalpolitik als Standortfaktor
Der Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte
Im Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte sind für Unternehmen neue Wege notwendig. Die Unterstützung bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist ein wichtiger, sogenannter „weicher“ Standortfaktor geworden.
1. Einflussfaktoren auf die Arbeitszeit
Gesetzlich: Bürgerliches Gesetzbuch, Sozialgesetzbuch, Arbeitszeitgesetz, Arbeitsschutzgesetz, Jugendarbeitsschutzgesetz, Mutterschutzgesetz, Teilzeit- und Befristungsgesetz, Altersteilzeitgesetz, Bundeserziehungs- und Landeserziehungsgeldgesetz, Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz
Persönlich: Familiäre Bindung, Mobilität, soziale Sicherheit/ wirtschaftliche Unabhängigkeit
Betrieblich: unterschiedliche Branchen, z. B. Dienstleister oder Produzent, Maschinenlaufzeiten, Termintreue, Qualität, Kundenservice, Arbeitsmarkt, Absatzmarkt
Tariflich: Tarifgebundenheit, Manteltarifverträge, Betriebsvereinbarungen, Mindestlohnvereinbarungen, Arbeitsvertrag etc.
2. Tendenzen
- Beschäftigung in Normalarbeitszeit nimmt ab
- Arbeitszeitflexibilisierung nimmt zu hinsichtlich:
- der Dauer der Arbeitszeit (z. B. Verkürzung der regelmäßigen Arbeitszeit, Überstunden)der Lage der Arbeitszeit (z. B. vormittags/nachmittags, Stoßzeiten) und der Verteilung (z. B. nach Wochentagen)
- 57% aller versicherungspflichtig Beschäftigten arbeiten in Sonderformen der Arbeitszeit
- davon sind wegen des hohen Anteils an Teilzeitbeschäftigung 64% Frauen
- Stärkste Entwicklung der Teilzeitbeschäftigung im Dienstleistungssektor
3. Zehn gute Gründe für Flexibilisierung der Arbeitszeit
- schafft Vielfalt in den Betrieben und erhöht damit die Produktivität
- ermöglicht die bessere Nutzung vorhandener Potenziale
- sichert vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung den Fachkräftebedarf für die Zukunft
- wirkt Abwanderungstendenzen junger Arbeitskräfte entgegen
- sichert kompetente Führungsnachwuchskräfte für die Unternehmen
- verbessert das Image und die Unternehmenskultur
- schafft Mitarbeiterbindung
- erhöht die Mitarbeiterzufriedenheit
- verbessert die Vereinbarkeit von Familie und Beruf
- die Flexibilisierung der Arbeitszeit die beste Investition in die Zukunft
4. Betriebswirtschaftliche Effekte
- Langfristige Bindung wertvoller Mitarbeiter und Vermeidung von Ausscheidung qualifizierter Beschäftigter
- Keine Kosten für Anwerbung, Nachschulung, Einarbeitung
- Erhöhung der Motivation und Zufriedenheit
- Reduzierung der Stressbelastung
- Höhere Attraktivität auf dem Arbeitsmarkt erhöht die Chancen qualifizierte Bewerber zu bekommen
5. Arbeitszeitmodelle
Es gibt viele verschiedene Varianten der Arbeitszeitflexibilisierung. Die bekanntesten sind Teilzeit, Schichtarbeit und Gleitzeit. Aber auch Telearbeit und Jobsharing werden immer mehr ein Begriff. Welche Art der Arbeitszeit zu Ihnen bzw. zu Ihrem Untenehmen passt, ist abhängig von der Wirtschaftsbranche, den Betriebsabläufen und den Wünschen der Arbeitnehmer.
Eine Übersicht zu den möglichen Formen der Arbeitszeit erhalten Sie unter weitere Informationen.
6. Familienfreundliche Maßnahmen
- Zeitmanagement und Arbeitsorganisation
- Unterstützung bei der Rückkehr in den Betrieb nach Elternzeit oder Pflege von Angehörigen
- Familienservice für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
- Unterstützung bei der Kinderbetreuung
- Unternehmenskultur in der Innen- und Außenwirkung


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