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Hochschularten und Berufsakademien

Junger Mann in der Bibliothek

Das Hochschulwesen umfasst verschiedene Hochschularten, die aufgrund ihrer wissenschaftlichen, künstlerischen oder anwendungsorienterten Aufgabenstellung ein jeweils eigenständiges Profil besitzen. Zudem charakterisieren Fächerangebot, Studiengangsstrukturen und -abschlüsse die einzelnen Hochschularten.

Universitäten

Mit ihrer deutlich wissenschaftlichen Ausrichtung bilden die Universitäten und Hochschulen mit vergleichbarer Aufgabenstellung den traditionellen Kern des Hochschulwesens. Zu dieser Gruppe gehören: Universitäten (die meist das gesamte Fächerspektrum abdecken), Technische Hochschulen/Universitäten, Hochschulen und Universitäten für Medizin, Sport, Politik, Verwaltung oder Wirtschaft, Pädagogische Hochschulen sowie Philosophisch-Theologische und Kirchliche Hochschulen. Zugangsvoraussetzung ist die Allgemeine Hochschulreife, die Fachgebundene Hochschulreife oder eine gleichwertige Qualifikation. Die Allgemeine Hochschulreife berechtigt grundsätzlich zum Studium in allen Fachrichtungen an der Universität. In einzelnen Fächern, wie z.B. in Kunst, Musik oder Sport ist jedoch zusätzlich eine Eignungsprüfung abzulegen. Die Fachgebundene Hochschulreife berechtigt jeweils zum Studium bestimmter Fächer. Zum Wintersemester 2002 gibt es in Deutschland 127 Universitäten beziehungsweise vergleichbare Einrichtungen.

Fachhochschule/Verwaltungsfachhochschule

Fachhochschulen und Verwaltungsfachhochschulen haben die Aufgabe, durch eine stark anwendungsbezogene Ausbildung auf berufliche Tätigkeiten vorzubereiten, die die Anwendung wissenschaftlicher Kenntnisse und Methoden oder die Fähigkeit zur künstlerischen Gestaltung erfordern. Sie bieten Studiengänge vor allem im Ingenieurwesen und in den Bereichen Wirtschaft, Verwaltung, Sozialwesen, Landwirtschaft und Design an. An den Fachhochschulen für öffentliche Verwaltung des Bundes und der Länder werden Beamte/Beamtinnen für die Laufbahn des gehobenen Dienstes in der öffentlichen Verwaltung ausgebildet.

  • Fachhochschulen
    Mit ihrer stärker anwendungsbezogenen Ausbildung für die Bereiche Wirtschaft, Ingenieurwesen, Gestaltung, Soziale Arbeit und Pflege bilden die 158 Fachhochschulen seit Anfang der 70er Jahre einen wichtigen Pfeiler in der deutschen Hochschullandschaft. Die Ausbildung ist meist reglementierter als an Universitäten, die Studienzeiten sind kürzer. Hinzu kommen 28 Fachhochschulen des Bundes und der Länder, die für Laufbahnen im öffentlichen Dienst ausbilden.
  • Fachhochschulen für Öffentliche Verwaltung des Bundes und der Länder
    Die Ausbildung für die Laufbahnen des gehobenen nichttechnischen Dienst erfolgt an den Fachhochschulen für öffentliche Verwaltung des Bundes und der Länder. Das Studium wird in Form eines dreijährigen verwaltungsinternen Vorbereitungsdienstes absolviert und umfasst theoretische Fachstudien an der Hochschule sowie berufspraktische Ausbildungsabschnitte in den Verwaltungsbehörden.

Pädagogische Hochschule

Die Pädagogische Hochschule ist ein Hochschultyp in Baden-Württemberg, der den Universitäten gleichgestellt ist. Er bietet Studiengänge für die Lehrämter im Primarbereich und bestimmte Lehrämter im Sekundarbereich I an.

  • Kunst-/Musikhochschule
    Kunst-/Musikhochschulen bieten Studiengänge in den bildenden, gestalterischen, darstellenden Künsten, Architektur, Innenarchitektur bzw. in den musikalischen Fächern, zum Teil auch in den zugehörigen wissenschaftlichen Disziplinen (Kunstwissenschaft, Kunstgeschichte bzw. Musikwissenschaft, Musikgeschichte, Musikpädagogik), an. Zulassungsvoraussetzungen sind die Allgemeine Hochschulreife oder die Fachgebundene Hochschulreife und der Nachweis einer künstlerischen Eignung. In ausschließlich künstlerischen Studiengängen ist in den meisten Ländern auch ohne Nachweis der Hochschulreife ein Studium möglich, wenn eine besondere künstlerische Befähigung nachgewiesen werden kann.

Berufsakademien/Duale Hochschulen

Für Studieninteressierte, die ein Studium mit starkem Praxisbezug suchen, bieten die Berufsakademien (BA) in einigen Bundesländern die richtigen Anlaufstellen. Die theoretische Ausbildung an der Berufsakademie ist mit der praktischen Ausbildung in einem Unternehmen verknüpft (duales System). Bewerber schließen einen dreijährigen Ausbildungsvertrag mit einem Unternehmen ab, wo auch eine Hälfte der Ausbildung stattfindet. Die andere Hälfte der Ausbildung findet an der Berufsakademie statt, wobei Theorie- und Praxisphasen im Rhythmus von etwa drei Monaten wechseln. Als Abschlussbezeichnung führen die Absolventen die staatliche Abschlussbezeichnung „Diplom-…(BA)“ oder Bachelor.

Kirchliche/Philosophisch-Theologische Hochschulen

Neben den theologischen Fakultäten an den Universitäten unterhalten die Kirchen eigene Hochschulen, die einer Universität gleichgestellt sind. Sie dienen der Forschung und Lehre im Gesamtbereich der theologischen Wissenschaft, einschließlich der zu ihr hinführenden oder für sie bedeutsamen philosophischen, natur- und humanwissenschaftlichen Disziplinen. Die theologische Ausbildung für das Pfarramt steht meist im Vordergrund. In Kooperationen mit Universitäten sind sie auch mit der Ausbildung von Lehramtsstudierenden befasst.

Fernuniversität

Fernuniversitäten sind Universitäten, die ein Studium mit regulärem akademischem Abschluss ausschließlich im Wege des Fernstudiums ermöglichen. Das Fernstudium ermöglicht es denjenigen, die aus unterschiedlichen Gründen ein Präsenzstudium an einer Hochschule nicht besuchen können, ein Erststudium oder ein Aufbaustudium zu absolvieren. Für viele Berufstätige ist es die Chance, Fachkenntnisse berufsbegleitend zu vertiefen und einen akademischen Abschluss zu erwerben.

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