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BÜRGERARBEIT – Wir finanzieren Arbeit statt Arbeitslosigkeit

Das Bundesprogramm Bürgerarbeit

Die mehrjährige erfolgreiche Erprobung des Modellkonzeptes Bürgerarbeit in Sachsen-Anhalt, Thüringen und Bayern hat dazu geführt, dass die Bundesregierung im Jahr 2010 ein Bundesprogramm Bürgerarbeit für die erwerbsfähigen Leistungsberechtigten im Rechtskreis des SGB II aufgelegt hat. Daran teilhaben können alle interessierten Grundsicherungsstellen. Nunmehr führt rund die Hälfte aller Jobcenter in Deutschland bis zum Jahr 2014 die Bürgerarbeit an ausgewählten Modellstandorten durch.

Die Jobcenter in Sachsen-Anhalt und Thüringen haben, seit dem Sommer 2010 über 18.000 bzw. 12.000 arbeitslose Menschen intensiv aktiviert mit dem Ziel, einen möglichst großen Teil von ihnen in den ersten Arbeitsmarkt zu vermitteln oder auf Erwerbstätigkeit vorzubereiten. Erste Untersuchungen zu bisherigen Programmergebnissen in Sachsen-Anhalt sind unter der Rubrik „Weitere Informationen“ nachzuvollziehen.

Das Programm wird von beiden Bundesländern durch die Einbindung Dritter bei der verstärkten, ganzheitlichen Aktivierung der Langzeitarbeitslosen finanziell unterstützt. Erst am Ende dieser sehr intensiven Aktivierungsphase beginnt die Bürgerarbeit im engeren Sinne, die dem Personenkreis, der auch mittelfristig keine Chancen für den allgemeinen Arbeitsmarkt hat, eine gemeinnützige und zusätzliche Beschäftigung anbietet. Diese Beschäftigung ist sozialversicherungspflichtig mit Ausnahme der Beiträge zur Arbeitslosenversicherung.

Die Palette der Beschäftigungsmöglichkeiten reicht von Helfertätigkeiten im sozialen Bereich bis hin zur Mitarbeit im Heimatverein. Alle Tätigkeitsfelder werden mit den regionalen Arbeitsmarktakteuren detailliert abgestimmt, um eine negative Einflussnahme auf den ersten Arbeitsmarkt auszuschließen. Begleitet wird diese Beschäftigung durch ein qualifiziertes, individuelles Coaching, welches ebenfalls durch die Wirtschaftsministerien beider Länder kofinanziert wird. Ziel bleibt auch hier die Verbesserung der Integrationschancen, im besten Falle der Übergang aus der Bürgerarbeit in den regulären Arbeitsmarkt.

Aus Eingliederungsmitteln der Bundesagentur für Arbeit und aus dem Europäischen Sozialfonds des Bundes können deutschlandweit rund 34.000 Arbeitsplätze im gemeinnützigen Bereich für drei Jahre finanziert werden, davon entfallen rund 5.000 Stellen auf Sachsen-Anhalt und 3.000 auf Thüringen.