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Studieren (Informationen für Soldatinnen und Soldaten auf Zeit)

Eine gute Möglichkeit, sich für die berufliche Zukunft zu rüsten, bietet Zeitsoldatinnen und Zeitsoldaten die Aufnahme eines Studiums, weil die Kombination aus Erfahrung und Theorie auf hohem Niveau immer gefragt ist.

Vielleicht erscheint Ihnen als Zeitsoldat oder Zeitsoldatin mit abgeschlossener Berufsausbildung und nach jahrelangen Erfahrungen bei der Bundeswehr der Gedanke fremd, nun auch noch ein Studium aufzunehmen. Bedenken Sie dabei jedoch, dass sich ein Studium fast immer lohnt. Soldatinnen und Soldaten auf Zeit bringen gute Voraussetzungen für ein erfolgreiches Studium mit. Damit ist nicht das Abitur gemeint – denn heute ist unter bestimmten Voraussetzungen ein Hochschulzugang auch ohne Abitur möglich. Die guten Voraussetzungen von Zeitsoldatinnen und -soldaten beruhen vielmehr auf ihren persönlichen Qualifikationen, ohne die kein Studium gelingt: Beharrlichkeit, Durchsetzungsvermögen, Lernbereitschaft und Disziplin.

Studieren lohnt sich

Ein abgeschlossenes Studium ist in jedem Fall eine Investition in die Zukunft. Die Gefahr, nach einem Studium arbeitslos zu werden, ist vergleichsweise gering. Außerdem haben Akademiker und Akademikerinnen bewiesen, dass sie sich selbst organisieren und zielorientiert arbeiten können – Kompetenzen, die auf dem Arbeitsmarkt gefragt sind.

Wichtig ist, vor Studienaufnahme einige Fragen zu klären. Wollen Sie ein Vollzeitstudium an einer Universität oder an einer Fachhochschule, die jetzt häufig in Hochschulen für angewandte Wissenschaften („Universities of Applied Sciences“) umbenannt wurden, aufnehmen? Wie lässt sich das Studium finanzieren? Vor allem aber: Welche berufliche Zielsetzung verfolgen Sie durch dieses Studium?

Das Studium an einer Fachhochschule ist praxisbezogener als an einer Universität. An den Hochschulen für angewandte Wissenschaften gibt es im Studium integrierte Praxissemester, während an den Universitäten Praktika meistens in den Semesterferien absolviert  werden. Neben den bereits genannten Hochschulen gibt es auch noch Kunst- und Musikhochschulen, Pädagogische und Kirchliche Hochschulen sowie Privathochschulen und Berufsakademien bzw. Duale Hochschulen. Wer berufsbegleitend studieren möchte, kann dies in Form eines Fernstudiums realisieren.

All diese Möglichkeiten sollten bei der Entscheidung für oder gegen ein Studium und bei der individuellen Studienwahl bedacht werden, nicht zuletzt auch als Vorbereitung für Beratungsgespräche beim Berufsförderungsdienst der Bundeswehr (BFD) oder in Ihrer Agentur für Arbeit. Nach einem persönlichen Beratungsgespräch in der Agentur für Arbeit haben Sie auch die Möglichkeit, beim Berufspsychologischen Service an einem „Studienfeldbezogenen Beratungstest“ (SFBT) teilzunehmen, um Ihre Eignung für ein bestimmtes Studienfeld, wie z. B. Ingenieur- oder Wirtschaftswissenschaften, abklären zu lassen.

Sie sollten sich nicht erst zum Ende Ihrer Dienstzeit mit eventuellen Studienabsichten auseinandersetzen, denn es braucht Zeit und viele Informationen, um eine abgesicherte und zukunftsträchtige Entscheidung zu treffen. Wenn Sie Lust haben, sich einige Jahre theoretisch und praktisch mit Inhalten eines anspruchsvollen Berufes zu beschäftigen und wenn Ihnen Persönlichkeitsentwicklung durch Bildung wichtig ist, dann werden Sie sich wahrscheinlich für die Aufnahme eines Studiums entscheiden. Aber es gilt auch immer noch: Wer mit guten Noten durch die Schulzeit gekommen ist, eignet sich meist eher für ein Studium als jemand, bei dem das Gegenteil der Fall war.

Eine Umstellung dürfte für Sie als ehemalige Zeitsoldatin oder Zeitsoldat sein, dass Sie Ihr Studium zu einem Großteil selbst gestalten müssen, auch wenn Rahmen und Umfang festgelegt sind. Disziplin, Organisationsvermögen und Ehrgeiz sind wichtige Voraussetzungen für den Studienerfolg. Wer sich im Studium mit anderen Studierenden zu Lerngruppen vernetzt und seine künftige Berufs- und Karriereplanung im Auge behält, legt weitere Grundsteine für eine erfolgreiche berufliche Zukunft.