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Duale Ausbildungsberufe nach BBiG und HwO

Die betriebliche oder auch duale Ausbildung ist die am weitesten verbreitete Ausbildungsart in Deutschland. Die Kombination aus Ausbildung im Betrieb und Berufsschulbildung garantiert eine perfekte Verbindung von Theorie und Praxis.

Etwa zwei Drittel aller Erwerbstätigen in Deutschland haben im Verlauf ihres Bildungsweges eine Berufsausbildung im dualen System absolviert. „Dual“ meint in diesem Zusammenhang die Kombination aus praktischer Ausbildung in einem Betrieb und, im Wechsel damit, schulischer Bildung in einer Berufsschule. Spricht man in Deutschland von einer beruflichen Ausbildung, meint man das duale Ausbildungssystem. Gerade wegen der Verbindung von Theorie und Praxis gilt diese Ausbildungsform als Besonderheit des deutschen Bildungssystems und findet auch international Anerkennung.

Die Ausbildung dauert, je nach Ausbildungsberuf, zwischen zwei und dreieinhalb  Jahren. Betriebliche Ausbildungen werden unter anderem in folgenden Bereichen angeboten: 

  • im Handwerk
  • in Industrie und Handel
  • im Dienstleistungsbereich
  • in der Schifffahrt
  • in der Landwirtschaft
  • bei Freiberuflern (z.B. Ärzten, Apothekern, Rechtsanwälten oder Steuerberatern)
  • im Öffentlichen Dienst.

Struktur der dualen Ausbildung

Ausbildung im Betrieb

Der praktische Teil der Ausbildung (nach der Handwerksordnung oder dem Berufsbildungsgesetz) bildet die Grundlage für die duale Ausbildung. In der Regel arbeitet der Auszubildende an drei bis vier Tagen in der Woche im Betrieb, wo er die praktischen bzw. handwerklichen Fähigkeiten seines Ausbildungsberufes erlernt.

Ausbildung in der Berufsschule

Zusätzlich zu ihrem Einsatz im Ausbildungsbetrieb besuchen die Auszubildenden zwischen acht und zwölf Unterrichtsstunden in der Woche eine Berufsschule. Die Lehrpläne variieren je nach Ausbildungsberuf und Bundesland, in dem die duale Ausbildung absolviert wird. Der Unterricht ist aufgeteilt in fachtheoretische Inhalte, die speziell auf den Beruf zugeschnitten sind, und allgemeine Inhalte. Im allgemeinen Teil stehen bei allen Berufen zum Beispiel Deutsch, Politik, Religion und Sport auf dem Lehrplan.

Voraussetzungen

Rein formell sind für die duale Berufsausbildung keine bestimmten Schulabschlüsse vorgeschrieben. Da jedoch die Ausbildungsplätze in vielen Regionen Deutschlands oft knapp sind, können Unternehmen – insbesondere, wenn es um beliebte Berufe geht – unter einer großen Zahl an Bewerberinnen und Bewerbern auswählen. Dabei spielen natürlich die Art des Schulabschlusses sowie die Noten eine große Rolle.

Bei ihren Überlegungen sollten angehende Azubis immer die Termine für den Ausbildungsstart im Blick behalten: Die meisten Ausbildungen beginnen am 1. August oder am 1. September eines Jahres. Viele Firmen beginnen bereits zu Beginn des entsprechenden Jahres mit der Suche nach Auszubildenden, gerade Banken und größere Unternehmen schreiben ihre Plätze ein ganzes Jahr vor dem Ausbildungsbeginn aus. Ausbildungsbewerber sollten bereits im vorletzten Schuljahr damit beginnen, sich mit der Frage auseinander zu setzen, welcher Beruf der richtige für sie sein könnte.

Vergütung

Wer sich für eine duale Ausbildung entscheidet, erhält währenddessen eine Art Entlohnung, genannt Ausbildungsvergütung. Die Höhe dieser Vergütung wird meist zwischen den Tarifpartnern – also zwischen Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften – vereinbart.

Unter bestimmten Voraussetzungen können Auszubildende zusätzlich finanzielle Unterstützung von der Agentur für Arbeit bekommen: Sie zahlt die sogenannte Berufsausbildungshilfe (BAB).

Prüfungen

Im Lauf ihrer in der Regel dreijährigen dualen Ausbildung müssen Auszubildende zwei große Prüfungen ablegen und bestehen:

  • Zwischenprüfung: In der Zwischenprüfung muss der Auszubildende zeigen, auf welchem Lern-Niveau er sich befindet und welche Lern-Erfolge er bereits zeigen kann.
  • Abschlussprüfung bzw. auch Gesellenprüfung (im Handwerk): Sie wird zumeist von den Handwerkskammern oder den Industrie- und Handelskammern durchgeführt. Erst wenn die Abschlussprüfung bestanden wurde, gilt die Ausbildung als abgeschlossen.