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Arbeitsmarkttrends

Das Wort "Job" inmitten eines verschwommenen Textes

Die internationale Immobilien- und Finanzmarktkrise von 2008 erreichte 2009 den Exportweltmeister Deutschland. Der wirtschaftliche Aufschwung, der vier Jahre zuvor begonnen hatte, wurde unterbrochen. Entsprechend pessimistisch blickten deutsche Unternehmen auf die kommenden Monate. Besonders skeptisch waren neben den Autobauern und ihren Zulieferern die Bauwirtschaft und die Grundstoffindustrie, die überwiegend von einem Abwärtstrend ausgingen.

Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt waren zu beobachten. 2010 stellte sich die Lage jedoch weitaus weniger dramatisch dar als lange befürchtet. Die Frühjahrsbelebung erreichte den Arbeitsmarkt, aber auch saisonbereinigt sanken die Arbeitslosenzahlen.

Im Februar 2011 zog die Personalnachfrage der Unternehmen weiter an, die Zahl der Stellenangebote stieg deutschlandweit um 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Die verschiedenen Branchen trugen in unterschiedlichem Maße zu diesem Zuwachs bei: Im privaten Dienstleistungssektor ragte die Logistikbranche mit den höchsten Angebotssteigerungen am Stellenmarkt heraus. Die Exportindustrien profitierten von der weltweiten Konjunkturerholung, der Fahrzeug- und Maschinenbau veröffentlichte über 50 Prozent mehr Stellenangebote als im Vergleichszeitraum 2010. Ebenso wuchs die Zahl der Angebote für Bauhandwerker und Bauingenieure als Folge der konjunkturellen Erholung. Während das Angebotsvolumen in der Land- und Forstwirtschaft  um 16 Prozent sank, stieg die Offertenzahl im Gesundheits- und Sozialwesen.

Die Arbeitslosigkeit sinkt stetig

Dadurch, dass sich die globale Finanzkrise zunächst nur begrenzt auf die Binnenwirtschaft ausgewirkt hat, und durch die Zahlung von Kurzarbeitergeld, konnten Betriebe trotz Krise ihre eingearbeiteten Mitarbeiter erhalten und somit konnte Arbeitslosigkeit vermieden werden. Die Arbeitslosigkeit ist in den vergangenen Monaten saisonbereinigt noch weiter gesunken. Die Arbeitslosenquote betrug im Februar 2011 7,9% und lag damit 0,8 Prozentpunkte unter der des Vorjahresmonats. Besonders hoch ist die Arbeitslosenquote bei den 55- bis Unter-65-Jährigen (9,7 %) und bei der Personengruppe der Ausländer (15,9 %). Bei den Männern liegt die Arbeitslosenquote mit 8,3 % über dem Durchschnitt, bei den Frauen mit 7,6 % darunter.

Laut Statistischem Bundesamt ist die Zahl der Erwerbstätigen im vierten Quartal 2010  um 362.000 gestiegen. Gegenüber dem Vorjahr ist die Erwerbstätigkeit um 1 Prozent gestiegen. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung hat saisonbereinigt um 0,8 % abgenommen (Dezember 2010).

Die Mehrheit der Erwerbstätigen arbeitet im Dienstleistungssektor. Die wichtigsten drei Dienstleistungsbranchen für die Beschäftigung sind öffentliche und private Dienstleistungen, der Handel und Unternehmensdienstleistungen.

Das produzierende Gewerbe ist der zweitgrößte Arbeitgeber in Deutschland. Die wichtigsten Branchen nach Anzahl der Betriebe und Anzahl der Beschäftigten sind die Metallerzeugung/Metallbearbeitung, der Maschinenbau sowie die Bereiche EDV-Geräte/E-Technik/Feinmechanik und Ernährungsgewerbe/Tabakverarbeitung. Allerdings entwickelte sich die Produktion im Produzierenden Gewerbe, die noch bis Anfang 2008 aufwärts gerichtet war, seitdem anhaltend rückläufig. Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresergebnis hat sich im Januar 2010 gegenüber Dezember 2009 die Produktion von Verbrauchsgütern um mehr als 7 Prozent verringert. Rückgänge im zweistelligen Prozentbereich wurden bei der Herstellung von Investitionsgütern (minus 18 Prozent) und saisonbedingt im Bauhauptgewerbe (minus 39 Prozent) verzeichnet.

Die Beschäftigungsaussichten waren im Februar 2011 am besten für Restaurantfachleute (42.000 offene Stellen), Maurer (42.000 offene Stellen), Elektroinstallateure(32.000 offene Stellen) und Krankenpflegepersonal (9000 offene Stellen). Hoch ist nach wie vor der Bedarf an spezialisierten akademischen Fachkräften.

Eine große Anzahl von Stellenangeboten gab es im Februar 2011 in der Zeitarbeitsbranche (gut 132.000 offene Stellen), in der Gastronomie (26.800 offene Stellen) Handel (38.700 offene Stellen) und in der öffentlichen Verwaltung (10.700 offene Stellen). Auch im Gesundheitswesen und im Dienstleistungsbereich gab es hohe Zahlen offener Stellen.

Die aktuellen, saisonbereinigten Monatsdaten der gemeldeten Stellen am ersten Arbeitsmarkt zeigen bereits über mehrere Monate eine steigende Tendenz, und das nicht nur in der Statistik der Bundesagentur für Arbeit. Gemäß dem Monster Employment Index Deutschland, der monatlich die Online-Stellenangebote von 280 Unternehmens-Websites und mehr als zehn Stellenbörsen auswertet, ist diese Entwicklung in fast allen Sektoren (Stand Februar 2011). Die deutlichsten Verluste im Jahresvergleich verzeichnen die Managementberufe. Die stärkste Nachfrage war im Februar 2011 nach Fachkräften in Landwirtschaft und Fischerei sowie Angestellten in Dienstleistungsberufen und Verkäufern zu verzeichnen.

Baden-Württemberg und Sachsen verzeichnen den größten Stellenzuwachs

Regional betrachtet sind es vor allem die Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen, die im Februar einen deutlichen Zuwachs bei der Zahl an Online-Stellenangeboten verzeichnen konnten.

Günstige Voraussetzungen zur Rekrutierung von Personal bestehen vor allem im Norden und Osten Deutschlands. Aber auch in strukturschwachen Regionen einzelner Bundesländer wie beispielsweise in Berlin, im Ruhrgebiet und in Teilen Niedersachsens stehen in größerem Umfang Arbeitskräfte zur Verfügung.

Deutschlandweit stehen darüber hinaus Verkäufer, Bürofachkräfte, Reinigungspersonal, Hilfsarbeiter, Köche, Kraftfahrzeugführer, Hauswarte, Lager- und Transportarbeiter sowie Groß- und Einzelhandelskaufleute in größerer Zahl zur Verfügung. Auch in einigen Berufszweigen der Metallverarbeitenden Industrie sind personelle Kapazitäten vorhanden.

Einen ersten Überblick darüber, welche Branchen aktuell besonders nach Arbeitskräften suchen und welche Berufe gesucht sind, erhalten Sie im Statistikangebot der Bundesagentur für Arbeit unter dem Punkt "TOP TEN der gemeldeten Stellen nach Branchen und Berufen".