Saisonüblicher Anstieg der Arbeitslosenzahl im Januar - Arbeitslosenquote 9,5%

Anzeigen zur Kurzarbeit weiterhin auf niedrigem Niveau

 

Zahl der offenen Stellen im Januar gesunken

  

40.345 Arbeitslose im Bezirk der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven

31.01.2023 | Presseinfo Nr. 15

Arbeitslosenzahl:

40.345

Veränderung gegenüber Vormonat:

+1.710 bzw.    +4,4%

Veränderung gegenüber Vorjahresmonat:

Arbeitslosenquote (+Vorjahreswert):

+945 bzw.   +2,4%

9,5% (9,2%)

 

 

 

 

Arbeitslosenzahl im Januar angestiegen

Im Berichtsmonat Januar hat die Zahl der arbeitslos gemeldeten Personen zugenommen. Mit 40.345 Personen waren im Januar gegenüber dem Vormonat 1.710 Arbeitslose mehr im Bezirk der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven gemeldet. Dies entsprach einer Zunahme von 4,4 Prozent. Gegenüber dem Januar 2021 hat die Zahl der Arbeitslosen um 945 Personen oder 2,4% zugenommen. Die Arbeitslosenquote betrug im Januar 9,5% (Vormonat: 9,1%, Vorjahresmonat: 9,2%).

 

Arbeitslosenzahl in der Stadt Bremen gestiegen

Mit 29.822 arbeitslos gemeldeten Personen hat die Arbeitslosigkeit in der Stadt Bremen im Berichtsmonat Januar um 1.143 Personen oder 4,0 Prozent zugenommen. Gegenüber dem

Vorjahresmonat Januar waren 231 Personen mehr arbeitslos gemeldet (+0,8 Prozent). Die Arbeitslosenquote betrug im Januar 9,8% (Vormonat 9,4%, Vorjahresmonat 9,7%).   

                                                                                                   

Mehr Arbeitslose in Bremerhaven

In der Stadt Bremerhaven hat die Arbeitslosigkeit im Januar zugenommen. Mit 8.406 Personen gab es 442 gemeldete Arbeitslose mehr als im Dezember (+5,5%). Gegenüber dem Vorjahr befanden sich im Januar 455 Personen mehr in der Arbeitslosigkeit (+5,7%). Die Arbeitslosenquote betrug im Januar 14,0% (Vormonat 13,3%, Vorjahr 13,2%).

 

Anstieg der Arbeitslosenzahl im Landkreis Osterholz

Im Berichtsmonat Januar hat die Arbeitslosigkeit im Landkreis Osterholz zugenommen. Mit 2.117 arbeitslos gemeldeten Personen ist die Zahl der Arbeitslosen gegenüber dem Vormonat um 125 Personen oder 6,3 Prozent gestiegen. Gegenüber dem Vorjahr gab es eine Zunahme um 259 Personen oder +13,9 Prozent. Die Arbeitslosenquote betrug im Januar 3,5% (Vormonat 3,3%, Vorjahresmonat 3,0%).

 

Zugang in Arbeitslosigkeit aus Beschäftigung hat zugenommen

Der Zugang in Arbeitslosigkeit aus Erwerbstätigkeit hat mit 2.873 Personen im Januar gegenüber dem Vormonat um 810 Personen oder 39,3% zugenommen. Zum Vorjahr gab es eine Abnahme um 70 Personen oder -2,4 Prozent.

 

Zahl der Beendigungen der Arbeitslosigkeit durch Beschäftigungsaufnahme hat abgenommen

Der Abgang aus Arbeitslosigkeit in Erwerbstätigkeit hat mit 1.518 Personen gegenüber dem Vormonat um 144 Personen oder 8,7 Prozent abgenommen. Zum Vorjahresmonat Januar haben 110 Personen (-6,8%) weniger ihre Arbeitslosigkeit beendet.

 

Statement zum Arbeitsmarkt 

Joachim Ossmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven: „Im Wintermonat Januar ist es zum saisonüblichen Anstieg der Arbeitslosigkeit gekommen. Mehr Zugänge aus Beschäftigung in Arbeitslosigkeit gab es im Wesentlichen aus dem Handel, dem Verarbeitenden Gewerbe, dem Gast- und Baugewerbe, dem Gesundheitswesen und der Zeitarbeit. Der Anstieg bewegt sich dabei insgesamt mit +4,4% etwas unterhalb des langjährigen Durchschnitts. Das Niveau der Arbeitslosigkeit liegt jedoch oberhalb des Vorjahres. Positiv ist die unterdurchschnittliche Zunahme Jugendarbeitslosigkeit. Als gutes Zeichen werte ich zudem, dass die Kurzarbeit weiterhin auf niedrigem Niveau liegt. Zusammen mit der gestiegenen Nachfrage aus der Zeitarbeit deuten diese beiden Indikatoren auf eine weiterhin stabile Arbeitsmarktentwicklung hin.

Insgesamt waren im Berichtsmonat mit 40.345 Personen 1.710 Arbeitslose mehr gemeldet als im Vormonat. (+4,4%). Die Arbeitslosenquote ist im Januar gegenüber dem Vormonat um 0,4 Prozentpunkte auf nun 9,5% gestiegen.

Die aktuelle Arbeitskräftenachfrage hat mit 1.631 neu zur Besetzung gemeldeten Stellen gegenüber dem Vormonat in fast allen Wirtschaftsabschnitten abgenommen. Eine Ausnahme bildet die Zeitarbeit. Hier gab es zum Vormonat eine Zunahme.  

Mit 9.441 offenen Stellen hat der Bestand im Berichtsmonat um 102 Stellen oder 1,1% zugenommen. Damit gab es nach vier rückläufigen Monaten erstmalig wieder einen Anstieg des Stellenbestandes. Die Zahl der offenen Stellen lag im Januar um 9,4% oder 811 Stellen über dem Stellenbestand im Januar des letzten Jahres.“

 

Weniger neue Stellenangebote im Januar

Im Januar wurden der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven von den Betrieben 1.631 Stellen neu zur Besetzung aufgegeben. Das waren insgesamt 350 Stellen oder 17,7 Prozent weniger als im Vormonat und 65 Stellen oder 4,2 Prozent mehr als im Januar des letzten Jahres.

Die differenzierte Betrachtung zeigt in fast allen Wirtschaftsabschnitten bis auf die Zeitarbeit weniger neu gemeldete Stellen zum Vormonat. Bis auf die Zeitarbeit, das Verarbeitende Gewerbe, das Baugewerbe, den Öffentlichen Dienst und den Bereich Erziehung und Unterricht gab es auch Rückgänge zum Vorjahr.

                                                                         

Bestand offener Stellen wieder angestiegen

Insgesamt befanden sich im Januar 9.441 offene Stellen im Bestand. Das waren 102 Stellen mehr als im Vormonat (+1,1%) und 811 Stellen oder 9,4% mehr als im Januar 2022.

 

Voraussichtlich mehr von Kurzarbeit Betroffene

Im Dezember* gab es von den Unternehmen weniger neue Anzeigen für Kurzarbeit wie im Vormonat. Angezeigt wurde Kurzarbeit von 35 Unternehmen für voraussichtlich 1.436 betroffene Mitarbeiter/innen. Im November waren noch 50 Anzeigen für voraussichtlich 2.905 von Kurzarbeit betroffene Beschäftigte neu eingegangen.

Zum Vorjahr zeigt sich bezogen auf die Unternehmen eine andere Situation:  Im Dezember 2021 hatten 187 Unternehmen für maximal 3.410 Personen Kurzarbeit neu angezeigt.

 

*aktueller Wert

 

Für den jeweiligen Monat können die Betriebe die Anzeige auf Kurzarbeit bis zum Monatsende einreichen. Die Zahlung des Kurzarbeitergeldes durch die Agenturen für Arbeit erfolgt anhand der Abrechnungslisten aus den Betrieben. Diese müssen für jeden Kalendermonat    mit Kurzarbeit innerhalb von drei Monaten nach Beendigung dieses Monats eingereicht werden. Daher liegen valide Zahlen zur tatsächlichen Kurzarbeit erst mit einem Zeitverzug von fünf Monaten vor.

 

Entwicklung der Arbeitslosigkeit in den Personengruppen unterschiedlich ausgeprägt

Betrachtet man die besonderen Personengruppen am Arbeitsmarkt, so gab es im Januar unterschiedliche Entwicklungen: Im Vergleich zum allgemeinen Anstieg der Arbeitslosigkeit von +4,4% hat die Jugendarbeitslosigkeit in der Altersgruppe von 15 bis unter 25 Jahre mit +1,8% (+58 Personen) deutlich geringer zugenommen. Eine prozentual ebenfalls geringere Zunahme als die allg. Arbeitslosigkeit verzeichneten mit +2,4% auch die schwerbehinderten Menschen (+37 Personen) und die Langzeitarbeitslosen mit +1,9% bzw. +302 Personen). Mit +4,8% oder +343 Personen lag die Zahl der arbeitslosen Älteren (55 Jahre und älter) etwas oberhalb des allg. Zugangs der Arbeitslosigkeit und die Zahl der arbeitslosen Ausländerinnen und Ausländer mit 4,2% oder +724 Personen etwas darunter.

 

Mehr Unterbeschäftigung im Arbeitsagenturbezirk  

Ergänzend zur gesetzlich definierten Arbeitslosenzahl veröffentlicht die Agentur für Arbeit  Bremen-Bremerhaven Angaben zur Unterbeschäftigung. Dazu zählen zusätzlich zu den Arbeitslosen solche Personen, die nicht als arbeitslos gelten, aber z.B. im Rahmen von arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen gefördert werden[1].

Nach dieser Definition waren nach vorläufigen Angaben im Januar 55.089 Personen im Agenturbezirk Bremen-Bremerhaven unterbeschäftigt. Das waren 1.294 Personen mehr als im Vormonat (+2,4%) und 2.604 Personen oder 5,0 Prozent mehr als vor einem Jahr.

In der Stadt Bremen waren 40.843 Personen unterbeschäftigt, 889 Personen (+2,2%) mehr als im Vormonat und 1.535 Personen (+3,9%) mehr als im Vorjahr. Mit 11.045 Personen  

waren in Bremerhaven 270 Personen oder 2,5% mehr unterbeschäftigt als im Vormonat und 698 Personen (+6,7%) mehr als im Januar 2022. Die Zahl der Unterbeschäftigten im

Landkreis Osterholz lag mit 3.200 Personen um 136 Personen (+4,4%) höher als im Vormonat und um 370 Personen (+13,1%) höher als im Vorjahresmonat Januar.

 

Weniger Teilnehmende an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen

10.310 Personen haben im Januar im Bezirk der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven an Maßnahmen aktiver Arbeitsmarktpolitik teilgenommen. Das waren 253 Personen (-2,4%) weniger als im Vormonat und 600 Personen (+6,2%) mehr als im Vorjahr.

An beruflicher Weiterbildung haben im Januar 2.694 Personen teilgenommen. Das war 1 Personen mehr (+0,0%) als im Dezember und 293 Teilnehmende mehr (+12,2%) als im Januar 2022. Mit 1.916 Personen haben im Januar 47 Personen weniger (-2,4%) an Beschäftigung schaffenden Maßnahmen teilgenommen als im Vormonat und 13 Teilnehmende weniger              (-0,7%) als im Vorjahresmonat Januar.

 

[1] Dazu gehören Personen in Arbeitsmarktmaßnahmen, beruflicher Weiterbildung, Arbeitsgelegenheiten, Gründungszuschuss, Altersteilzeit etc. Aufgrund der Vorläufigkeit der Daten zur Maßnahmeteilnahme können sich hier in den kommenden Monaten noch Änderungen ergeben. Nicht enthalten sind Beschäftigte in Kurzarbeit, weil diese Daten erst mit mehrmonatiger zeitlicher Verzögerung erhoben werden können.