Quote der Arbeitslosigkeit bleibt in Bremerhaven bei 14,0 Prozent

Ausbildungsmarkt: Weniger unversorgte Bewerbende und weniger unbesetzte Stellen

Kurzarbeit geht gegen Null

31.03.2023 | Presseinfo Nr. 37

Arbeitslosenzahl (März 2023, Bremerhaven):

8.423

Veränderung gegenüber Vormonat:

+100 bzw.    +1,2 %

Veränderung gegenüber Vorjahresmonat:

Arbeitslosenquote (Vorjahreswert):

+702 bzw.    +9,1 %

14,0 %    (12,8%)

 

 

 

 

 

 

Bremerhaven: Joachim Ossmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven: „Im März hat der saisonübliche Rückgang der Arbeitslosigkeit zum Frühjahr hin nicht stattgefunden. Insgesamt waren im Berichtsmonat mit 8.423 Personen 100 Arbeitslose mehr gemeldet als im Vormonat (+1,2%). Die Arbeitslosenquote ist im März um 0,1 Prozentpunkt auf 14,0% angestiegen. Erfreulicherweise gab es trotzdem weniger Arbeitslosmeldungen aus Beschäftigung am ersten Arbeitsmarkt. Allerdings konnten gleichzeitig auch weniger Personen ihre Arbeitslosigkeit durch Arbeitsaufnahme beenden. Die Zahl der Arbeitslosen liegt oberhalb des Vorjahres. Die Kurzarbeit verläuft weiterhin auf sehr niedrigem Niveau. Auch die aktuelle Arbeitskräftenachfrage ist im März verhaltener verlaufen. So wurden der Agentur für Arbeit Bremerhaven mit 293 neuen Stellenangeboten 58 offene Stellen oder 16,5% weniger aufgegeben als im Vormonat. Allerdings liegt der gesamte Stellenzugang seit Jahresbeginn mit insgesamt 937 gemeldeten Stellen um fast 7% im Plus zum Vorjahreszeitraum (+60 Stellen).

Ein Nachfrageimpulse kam im März insbesondere aus dem Handel. Deutlich weniger neue Stellenangebote gab es im März aus der Zeitarbeit sowie den Dienstleistungen.

Nach wie vor liegt die Zahl der offenen Stellen auf einem sehr guten Niveau. So hat der Bestand offener Stellen im Berichtsmonat um 31 Stellen oder 2,2% auf nun insgesamt 1.419 unbesetzte Stellen in Bremerhaven zugenommen. Allerdings lag die Zahl der offenen Stellen um 4,3% oder 63 Stellen unter dem Stellenbestand im März des letzten Jahres.“

 

Bei den Jüngeren und Ausländern steigt Arbeitslosigkeit im Vorjahresvergleich besonders stark

Im März befanden sich in Bremerhaven 8.423 Personen in der Erwerbslosigkeit. Die Arbeitslosigkeit stieg im Vergleich zum Vormonat um 100 gemeldete Arbeitslose (oder +1,2 Prozent). Die Quote der Arbeitslosigkeit stieg um 0,1 Prozentpunkt auf 14,0%.

Im Vergleich zum Vorjahresmonat erhöhte sich die Arbeitslosigkeit um 702 Personen (+9,1 Prozent). Verglichen mit dem Vorjahr stieg die Arbeitslosigkeit bei allen gesondert betrachteten Personengruppen an. Am stärksten war diese Entwicklung in der Gruppe der Ausländer mit einem Anstieg um mehr als ein Viertel (+26,9%). Ebenfalls hoch war der Anstieg der Arbeitslosigkeit bei den 15 bis unter 25Jährigen (+ 22,7%). Günstiger sah es bei den Älteren aus. Hier war der Anstieg mit einem Plus von 4,1% am geringsten.

 

Jobcenter betreut im März mehr Kunden, bei der Agentur für Arbeit kaum Veränderung

Agentur für Arbeit (Sozialgesetzbuch III): In der Stadt Bremerhaven war im März 1.770 Arbeitslose im Rechtskreis SGB III gemeldet. Bei der Agentur für Arbeit waren damit 0,4 Prozent weniger Menschen arbeitslos gemeldet als im Vormonat (-7 Personen).

Einen Anstieg gab es im Vorjahresvergleich, das Plus bei der Zahl der Arbeitslosen in der Arbeitsagentur lag bei 246 Personen.

Jobcenter (Sozialgesetzbuch II): Beim Jobcenter in der Stadt Bremerhaven waren im März 6.653 Arbeitslose gemeldet. Darunter waren 529 Ukrainer /-innen. Im Vergleich zum Vormonat erhöhte sich die Zahl der Menschen, die auf die Grundsicherung angewiesen waren, um 107 Personen (oder +1,6 Prozent).

Einen Anstieg gab es auch im Vorjahresvergleich. Hier stieg die Zahl der beim Jobcenter arbeitslos Gemeldeten um +456 Personen oder +7,4 Prozent an.

 

Bestand an freien Stellen wächst weiter

Im Berichtsmonat meldeten die Betriebe in der Stadt Bremerhaven insgesamt 293 neue Stellen an die Arbeitsagentur zur Besetzung. Das waren deutlich weniger als im Vormonat

(-58 Stellen oder -16,5 Prozent) und etwas weniger (-10 Stellen oder -3,3%) als vor einem Jahr.

Besonders stark fiel der Rückgang an gemeldeten Stellen im Vergleich zum Februar in der Zeitarbeit aus (-49 Stellen) sowie bei den Dienstleistungen (-10 Stellen). Einen Anstieg an Stellenmeldungen gab es insbesondere aus dem Bereich „Handel/Instandhaltung u. Reparatur von KFZ“ (+11 Stellen).

Langfristig gesehen bewegte sich der etwas gestiegene Bestand an freien Stellen mit 1.419 Angeboten auf einem guten Niveau. Im Vergleich zum Vormonat gab es einen Zuwachs um 31 Stellen oder +2,2%. Verglichen mit dem Vorjahreswert sank das aktuelle Stellenangebot (-63 Stellen oder -4,3 Prozent).

 

Zahl von Betrieben mit Kurzarbeit ging gegen Null

Die Betriebe müssen gemäß § 99 SGB III grundsätzlich vor Beginn der Kurzarbeit eine An-zeige erstatten. Diese werden dann geprüft und zum Beispiel um doppelte Anzeigen bereinigt. Valide Zahlen zur tatsächlichen Kurzarbeit liegen insgesamt erst mit einem Zeitverzug von fünf Monaten vor.

Aktuell liegen Zahlen für geprüfte Anzeigen bis zum Stichtag 28. März vor. Im März gingen weniger als drei neue Anzeigen für konjunkturelle Kurzarbeit aus Bremerhaven bei der Arbeitsagentur ein. Aus Datenschutzgründen wird keine Zahl zu den Mitarbeitenden ausgewiesen.

Wie hoch die tatsächliche Inanspruchnahme der Kurzarbeit ist, zeigt sich erst in den auf die Anzeigen nachfolgenden Monaten. Valide Zahlen zur tatsächlichen Kurzarbeit liegen mit einem Zeitverzug von fünf Monaten vor. Derzeit liegen die Daten für September 2022 vor. Damals lag die tatsächlich realisierte, konjunkturelle Kurzarbeit in der Seestadt bei sechs Betrieben mit 87 betroffenen Kurzarbeitenden. Ein Jahr zuvor, im Corona-Krisenmonat September 2021, waren in Bremerhaven noch 91 Betriebe in Kurzarbeit mit insgesamt 985 Kurzarbeitenden.

 

Arbeitsmarktpolitische Maßnahmen verlieren leicht an Teilnehmendenzahlen

2.395 Personen nahmen im März in Bremerhaven an Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters teil. Das waren 44 Teilnehmende weniger als im Vormonat (-1,8%). Der Rückgang der Teilnehmendenzahlen binnen Monatsfrist fiel am stärksten bei den Angeboten zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung aus (-85 Personen oder -12,5%). Betrachtet man im Vergleich die Situation vor zwölf Monaten, gab es damals insgesamt im Bestand deutlich mehr Teilnehmende (+276 Personen oder +13,0%).

 

Unterbeschäftigung bleibt im März nahezu unverändert

Ergänzend zur gesetzlich definierten Arbeitslosenzahl veröffentlicht die Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven Angaben zur Unterbeschäftigung. Dazu zählen zusätzlich zu den Arbeitslosen solche Personen, die nach der gesetzlichen Statistik nicht als arbeitslos gelten, aber z.B. im Rahmen von arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen gefördert werden*.

Nach dieser Definition waren gemäß den vorläufigen Angaben im März 11.148 Personen im Agenturbezirk Bremerhaven unterbeschäftigt. Das waren ähnlich viele Menschen wie im Vormonat (+44 Personen oder +0,4%). Verglichen mit dem Vorjahreswert ist die Unterbeschäftigung im Agenturbezirk um 940 Personen gestiegen (+9,2 Prozent).

 

Ausgleich am Ausbildungsmarkt läuft dynamisch

Von Oktober 2022 bis März 2023 haben sich in der Berufsberatung der Agentur für Arbeit Bremerhaven 1.011 Bewerberinnen und Bewerber für eine Berufsausbildung gemeldet. Das waren 22 Jugendliche weniger (-2,1%) als im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der gemeldeten Berufsausbildungsstellen liegt mit 764 Ausbildungsstellen in Bremerhaven im März unter dem Vorjahreswert (-49 Stellen oder -6,0%).

Die Vermittlungsprozesse am Ausbildungsmarkt laufen sehr intensiv. Der März zeigt nur ein Zwischenergebnis an einem Markt voller Dynamik. Im Vergleich zum Vorjahr waren aktuell weniger Bewerber unversorgt (578 Personen, ein Minus von -6,2% oder -38 Personen) und weniger Stellen unbesetzt (582 Ausbildungsstellen, ein Minus von -7,5% oder -47 Stellen).

 

Statement zum Ausbildungsmarkt

Joachim Ossmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven: „Der Ausbildungsmarkt in Bremerhaven zeigt aktuell gute Chancen für Ausbildungsplatzbewerberinnen und -bewerber. Gleichzeitig wird die Auszubildendensuche 

* Dazu gehören Personen in Arbeitsmarktmaßnahmen, beruflicher Weiterbildung, Arbeitsgelegenheiten, Grün-dungszuschuss, Altersteilzeit etc. Aufgrund der Vorläufigkeit der Daten zur Maßnahmeteilnahme können sich hier in den kommenden Monaten noch Änderungen ergeben. Nicht enthalten sind Beschäftigte in Kurzarbeit, weil diese Daten erst mit mehrmonatiger zeitlicher Verzögerung erhoben werden können.

für Unternehmen schwieriger. Nach den Vermittlungsprozessen im ersten Halbjahr der diesjährigen Ausbildungskampagne sind aktuell weniger Bewerbende noch unversorgt, auch insgesamt hatten sich weniger Jugendliche als Ausbildungsbewerberin oder –bewerber registrieren lassen als 2022. Anders als vor einem Jahr zeigten sich die Betriebe in diesem März etwas zögerlicher, die Zahl der gemeldeten Stellen ging um 6,0% zurück (-49 Stellen). Die Besetzung der gemeldeten Stellen kommt gut voran. Im März ging die Zahl unbesetzter Stellen im Vergleich zum Vorjahr um 7,5% zurück. Ich empfehle allen Jugendlichen, die bisher ohne Unterstützung auf Ausbildungsplatzsuche sind, den Kontakt zur Berufsberatung aufzunehmen und bis zum erfolgreichen Abschluss der Ausbildungsplatzsuche zu halten. Der Ausbildungsmarkt hat in diesem Jahr viel zu bieten und unsere Berufsberaterinnen und -berater helfen gerne. Unter der kostenfreien Service-Nummer 0800 4 5555 00 bekommt man einen Termin zur Berufsberatung.“