Leichte Frühjahrserholung: Arbeitslosenquote in Bremerhaven sinkt auf 14,9 Prozent

Gute Entwicklung: mehr Arbeitsaufnahmen und

weniger Entlassungen

Erste Zahlen zum Ausbildungsmarkt zeigen gestiegenes Interesse an Ausbildung bei den Jugendlichen

28.03.2024 | Presseinfo Nr. 37

Arbeitslosenzahl (März 2024, Bremerhaven):

9.178

Veränderung gegenüber Vormonat:

-73 bzw.    -0,8 %

Veränderung gegenüber Vorjahresmonat:

Arbeitslosenquote (Vorjahreswert):

+755 bzw.    +9,0 %

14,9 %    (14,0%)

 

Bremerhaven: Joachim Ossmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven: „Im März hat es den im Frühjahr typischen Rückgang der Arbeitslosigkeit auch im Bezirk der Agentur für Arbeit Bremerhaven gegeben. Ursächlich dafür waren mehrere Faktoren: Weniger Personen haben ihren Arbeitsplatz verloren und mussten sich arbeitslos melden. Mehr zuvor arbeitslose Personen konnten ihre Arbeitslosigkeit durch Arbeitsaufnahme beenden und als weiterer entlastender Faktor nahmen mehr Personen an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teil als im Vormonat. Mit 9.178 Personen waren im März 73 Personen oder -0,8 Prozent weniger gemeldet als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote ist dadurch auf 14,9 Prozent gesunken. Der Abstand zum Vorjahr zeigt ein Plus von 0,9 Prozentpunkten.

Neue Kurzarbeit wurde erneut nur von sehr wenigen Betrieben angezeigt. Sie verläuft weiterhin auf niedrigem Niveau und bietet als Indikator für Probleme auf dem Arbeitsmarkt aktuell keinen Anlass zur Sorge.

Die aktuelle Arbeitskräftenachfrage hat im März abgenommen. So wurden der Agentur für Arbeit Bremerhaven mit 237 neuen Stellenangeboten 68 offene Stellen oder -22,3% weniger aufgegeben als im Vormonat. Deutlich weniger Nachfrage zum Vormonat gab es aus der Zeitarbeit, aber auch aus dem Bereich Handel/KFZ-Reparatur sowie den Dienstleistungen. Die Zahl der offenen Arbeitsangebote im Bestand etwas nachgegeben und lag mit 1.251 Stellen 31 Stellen unter dem Vormonat (-2,4%) und 168 Stellen unter dem Vorjahr (-11,8%).“

Rückgang der Arbeitslosigkeit erreichte viele Personengruppen

Im März befanden sich in Bremerhaven 9.178 Personen in der Erwerbslosigkeit. Die Arbeitslosigkeit ging zurück, im Vergleich zum Vormonat um 73 gemeldete Arbeitslose (oder -0,8 Prozent). Der Rückgang erreichte fast alle gesondert betrachteten Personengruppen. Besonders profitierten die Jüngeren von 15 bis unter 25 Jahren vom Abbau der Arbeitslosigkeit mit -3,4% (-29 Personen) und die Langzeitarbeitslosen mit -1,6% (-60 Personen). Einen Anstieg der Arbeitslosigkeit gab es bei den schwerbehinderten Menschen (+1,5% oder +5 Personen) sowie bei den Frauen (+0,4% oder +15 Personen).

Die Quote der Arbeitslosigkeit sank binnen Monatsfrist um 0,1 Prozentpunkt auf 14,9%.

Im Vergleich zum Vorjahresmonat erhöhte sich die Arbeitslosigkeit, um 755 Personen oder +9,0%. Im Februar lag das Plus noch bei +11,1 Prozent. Sie stieg bei allen gesondert betrachteten Personengruppen an. Am stärksten in der Gruppe der Jüngeren zwischen 15 und unter 25 Jahren (+16,1%), am schwächsten bei den 25 bis unter 50Jährigen (+6,0%).

Kundenzahl ging besonders bei Arbeitsagentur im März zurück

Agentur für Arbeit (Arbeitslosenversicherung, Sozialgesetzbuch III): In der Stadt Bremerhaven war im März 2.071 Arbeitslose im Rechtskreis SGB III gemeldet. Bei der Agentur für Arbeit waren 2,7 Prozent weniger Menschen arbeitslos gemeldet als im Vormonat (oder -58 Personen). Im Vorjahresvergleich gab es ein starkes Plus. Es lag bei +17,0% oder +301 Personen.

Jobcenter (Grundsicherung, Sozialgesetzbuch II): Auch beim Jobcenter in der Stadt Bremerhaven waren im März weniger Arbeitslose gemeldet als im Vormonat. Insgesamt waren es nun 7.107 Personen. Binnen Monatsfrist kam es zu einem Rückgang der Erwerbslosigkeit um 15 Arbeitslose (-0,2 Prozent). Die Zahl der arbeitslosen Ukrainer /-innen stagnierte und lag unverändert bei 498 Personen. Im Vorjahresvergleich stieg die Zahl der arbeitslosen Menschen in der Betreuung durch das Jobcenter an, um 454 Personen oder +6,8 Prozent.

Schwacher Zugang an freien Stellen im März insbesondere in der Zeitarbeit

Im aktuellen Monat meldeten die Betriebe in der Stadt Bremerhaven insgesamt 237 neue Stellen an die Arbeitsagentur zur Besetzung. Das Angebot an neuen Stellen sank im Vergleich zum Februar deutlich, um -22,3 Prozent oder -68 Stellen. Im Vergleich zum Vorjahr betrug der Rückgang -19,1% (-56 Stellen).

Die Zurückhaltung beim Neuzugang an Stellen zeigte sich in fast allen Wirtschaftszweigen. Besonders groß war der Rückgang im Bereich der Zeitarbeit (-30 Stellen), aber auch im Bereich Handel/KFZ-Reparatur sowie bei den freiberufl. /wissenschftl. / techn. Dienstleistungen wurden jeweils zehn Stellen weniger zur Besetzung gemeldet.

Der Bestand an freien Stellen sank auf 1.251 Angebote. Im Vergleich zum Vormonat verringerte sich das Angebot um -31 Stellen (oder -2,4%). Verglichen mit dem Vorjahreswert sank das Gesamtvolumen des Angebots um -168 Stellen (-11,8 Prozent).

Kaum ein Unternehmen musste Kurzarbeit neu melden

Die Betriebe müssen gemäß § 99 SGB III grundsätzlich vor Beginn der Kurzarbeit eine An-zeige erstatten. Diese werden dann geprüft und zum Beispiel um doppelte Anzeigen bereinigt. Valide Zahlen zur tatsächlichen Kurzarbeit liegen insgesamt erst mit einem Zeitverzug von fünf Monaten vor.

Aktuell liegen Zahlen für geprüfte Anzeigen bis zum Stichtag 24. März vor. Bei der Arbeitsagentur Bremerhaven gingen weniger als drei neue Anzeigen für konjunkturelle Kurzarbeit ein. Das geschieht nun den vierten Monat in Folge. Aus Datenschutzgründen werden angesichts der kleinen Zahl keine näheren Angaben veröffentlicht.

Menschen nutzten Unterstützungsangebote für Beschäftigung und berufliche Weiterbildung rege

2.056 Personen nahmen im März in Bremerhaven an Angeboten der aktiven Arbeitsmarktpolitik der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters teil. Es gab mehr Teilnehmende als im Vormonat (+54 Personen oder +2,7%). Insbesondere bei den „Beschäftigung schaffenden Maßnahmen“ stiegt die Teilnehmerzahl an (+44 Personen oder +12,8%), aber auch in der „Beruflichen Weiterbildung“ (+20 Personen oder +3,7%).

Im Vergleich zur Situation vor zwölf Monaten zeigte sich bei den Teilnehmendenzahlen der arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen ein Rückgang: um 336 Personen oder -14,0 Prozent.

Unterbeschäftigung geht leicht zurück

Ergänzend zur gesetzlich definierten Arbeitslosenzahl veröffentlicht die Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven Angaben zur Unterbeschäftigung. Dazu zählen zusätzlich zu den Arbeitslosen solche Personen, die nach der gesetzlichen Statistik nicht als arbeitslos gelten, aber z.B. im Rahmen von arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen gefördert werden*.

Nach dieser Definition waren gemäß den vorläufigen Angaben im März 11.604 Personen im Agenturbezirk Bremerhaven unterbeschäftigt. Das waren weniger Menschen als im Vormonat (-0,4% oder -43 Personen). Im Vergleich mit dem Vorjahreswert stieg die Unterbeschäftigung im Agenturbezirk allerdings an (+475 Personen oder +4,3 Prozent).

Interesse der Jugendlichen an Ausbildung stieg an - Bewerberzahl wächst und trifft auf verringertes Stellenangebot

Von Oktober 2023 bis März 2024 haben sich in der Berufsberatung der Agentur für Arbeit Bremerhaven 1.127 Bewerberinnen und Bewerber für eine Berufsausbildung gemeldet. Das waren 116 Jugendliche mehr (+11,5%) als im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der gemeldeten Berufsausbildungsstellen lag mit 722 Ausbildungsstellen in Bremerhaven im März unter dem Vorjahreswert (-42 Stellen oder -5,5%).

Die Vermittlungsprozesse am Ausbildungsmarkt laufen intensiv, die Zahlen vom März zeigt nur ein Zwischenergebnis des Marktes. Im Vergleich zum Vorjahr waren aktuell mehr Bewerberinnen und Bewerber unversorgt (631 Personen, ein Plus von 9,2% oder 53 Personen) und weniger Stellen unbesetzt (533 Ausbildungsstellen, ein Minus von -8,4% oder -49 Stellen).

Statement zum Ausbildungsmarkt

Joachim Ossmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven: „Die Zahl der gemeldeten Ausbildungsplätze sechs Monate nach Beginn des Berufsberatungsgeschäftsjahr stellt einen ersten Anhaltspunkt für die diesjährige Ausbildungskampagne dar. Die schwierigere Konjunkturlage scheint sich danach das Ausbildungsplatzangebot in diesem Jahr auszuwirken: So wurden von den Unternehmen mit  722 Ausbildungsplätzen bisher 42 Ausbildungsplätze oder 5,5 Prozent weniger im Arbeitsagenturbezirk gemeldet als im gleichen Vorjahreszeitraum. Die Zahl der Ausbildungsplatzangebote wird bis zum ersten Ausbildungsbeginn Anfang August aber noch steigen.

Die Zahl der gemeldeten Ausbildungssuchenden liegt mit 1.127 Personen deutlich höher als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres (+116 Personen, +11,5%). Bezogen auf den Bezirk der Agentur für Arbeit Bremerhaven liegt das jetzige Ausbildungsplatzangebot stark unter der Ausbildungsnachfrage. Auch die Zahl der noch unbesetzten Ausbildungsstellen unterschreitet die Zahl der noch unversorgten Jugendlichen erheblich. Ich empfehle allen Jugendlichen, die bisher ohne Unterstützung auf Ausbildungsplatzsuche sind, den Kontakt zur Berufsberatung aufzunehmen und bis zum erfolgreichen Abschluss der Ausbildungsplatzsuche zu halten. So bekommen sie auch Zugang zu unseren vielfältigen Unterstützungsangeboten. Der Ausbildungsmarkt hat viel zu bieten. Unsere Berufsberaterinnen und -berater helfen gerne. Unter der kostenfreien Service-Nummer 0800 4 5555 00 bekommt man einen Termin zur Berufsberatung.“

 

* Dazu gehören Personen in Arbeitsmarktmaßnahmen, beruflicher Weiterbildung, Arbeitsgelegenheiten, Grün-dungszuschuss, Altersteilzeit etc. Aufgrund der Vorläufigkeit der Daten zur Maßnahmeteilnahme können sich hier in den kommenden Monaten noch Änderungen ergeben. Nicht enthalten sind Beschäftigte in Kurzarbeit, weil diese Daten erst mit mehrmonatiger zeitlicher Verzögerung erhoben werden können.