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Anspruch, Höhe, Dauer - Arbeitslosengeld II

Sie erhalten kein oder nur ein geringes Arbeitslosengeld? Ihr Verdienst oder Ihr Vermögen genügen nicht, um Ihren Lebensunterhalt zu sichern? Dann können Sie Arbeitslosengeld II beantragen. Wir informieren Sie über Höhe und Dauer der finanziellen Hilfe.

Sie können Arbeitslosengeld II erhalten, wenn Folgendes auf Sie zutrifft:

  • Sie sind über 15 Jahre alt und haben das Renteneintrittsalter (65-67 Jahre) noch nicht erreicht.
  • Ihr gewöhnlicher Aufenthaltsort liegt in der Bundesrepublik Deutschland.
  • Sie können und dürfen mindestens 3 Stunden pro Tag arbeiten.
  • Sie sind nicht beschäftigt oder Ihr Einkommen beziehungsweise Arbeitslosengeld liegt unter dem Existenzminimum.
  • Sie haben kein Vermögen, von dem Sie leben können.

Weitere Informationen finden Sie im Merkblatt Arbeitslosengeld II.

Gut zu wissen: Unter Umständen haben Sie einen Anspruch auf Wohngeld und Kinderzuschlag und können so vermeiden, Arbeitslosengeld II beantragen zu müssen.

Das Arbeitslosengeld II besteht aus verschiedenen Teilen (Fachausdruck: Bedarfe):

  1. Regelbedarf
    Damit sind die Ausgaben des täglichen Bedarfs pro Person gemeint, wie zum Beispiel die Kosten für Essen und Kleidung. Die Höhe ist unterschiedlich und hängt unter anderem von Familienstand und Alter ab. Sie wird regelmäßig zum neuen Jahr angepasst.
  2. Bedarf für Unterkunft und Heizung
    Dieser Bedarf deckt die angemessenen Kosten für Wohnen und Heizen. Dazu gehören auch die Nebenkosten. Wie hoch der Bedarf ist, kann örtlich unterschiedlich sein und wird vom jeweiligen Jobcenter festgelegt. In ländlichen Regionen werden die Kosten geringer sein als in einer Großstadt, da hier das Wohnen teurer ist. 
  3. Mehrbedarfe
    Diese Bedarfe sollen die Kosten für besondere Lebenslagen decken helfen – zum Beispiel für Alleinerziehende oder wenn aus medizinischen Gründen eine kostenaufwändige Ernährung erforderlich ist.
  4. Einmalbedarfe
    Das sind Leistungen, die einmalig gezahlt werden, zum Beispiel für die Erstausstattung einer Wohnung oder die Erstausstattung bei Schwangerschaft und Geburt.
  5. Bedarf für Bildung und Teilhabe von Kindern und Jugendlichen (BuT)
    Damit Kinder, Jugendliche und junge Erwachsenen am sozialen und kulturellen Leben teilhaben können, gibt es die Möglichkeit, ihre Familien zu unterstützen. So können diese beispielsweise die Kosten für Schulausflüge, Nachhilfe, den Sportverein oder zusätzlichen Musikunterricht decken.

Gut zu wissen: Es gibt keine allgemein gültige Regel zur Berechnung der Höhe des Arbeitslosengeldes II. Dabei wird immer die individuelle Situation der Antragstellerinnen und Antragsteller beachtet.

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte dem Merkblatt Arbeitslosengeld II oder den Webseiten des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS).

Die Zahlung erfolgt grundsätzlich monatlich im Voraus. Das Geld wird üblicherweise überwiesen.

Gut zu wissen: Mittlerweile hat fast jeder einen Anspruch auf ein Basiskonto. Das gilt zum Beispiel auch für Menschen ohne Wohnsitz oder Asylsuchende. 

Sie erhalten diese finanzielle Hilfe zunächst für einen begrenzten Zeitraum. In der Regel sind das zwölf Monate. Danach wird geprüft, ob Sie weiterhin Arbeitslosengeld II erhalten können. Stellen Sie dafür dann bitte rechtzeitig einen Weiterbewilligungsantrag.

Wir helfen Ihnen dabei, neue Situationen finanziell zu bewältigen. Zum Beispiel, wenn Sie Nachwuchs erwarten oder wenn nach einem Neustart eine Wohnungseinrichtung fehlt – Sie können gerne auf uns zukommen. Gemeinsam erarbeiten wir für solche einmaligen Sonderausgaben (Fachbegriff: Einmalbedarfe) eine Lösung.

Manche Menschen haben aufgrund besonderer Lebensumstände einen erhöhten Bedarf (das heißt, mehr Ausgaben), der nicht durch den Regelbedarf (das regulär gezahlte Arbeitslosengeld II) abgedeckt ist. Dazu gehören unter anderem:

  • chronisch Erkrankte,
  • Alleinerziehende,
  • Schwangere und
  • Menschen mit Behinderungen.

Sie gehören zu einer solchen Gruppe? Dann fragen Sie Ihre Ansprechpartnerin oder Ihren Ansprechpartner in der Leistungsabteilung im Jobcenter nach Hilfen.