Vom Laden ins Sekretariat

Jana Mauch (50) wollte sich nach der Kinderpause beruflich neu orientieren. Auch von Arbeitslosigkeit ließ sie sich nicht abschrecken. Sie machte mehrere Lehrgänge und arbeitet heute als Arztsekretärin.

Jana Mauch bearbeitet heute medizinische Dokumente nach Vorgaben der Ärztinnen und Ärzten.

Als gelernte Einzelhandelskauffrau war Jana Mauch mehrere Jahre im Handel tätig. Dann bekam sie Zwillinge. Nun wollte sie in Teilzeit arbeiten und nicht mehr abends und samstags. Also hat sie sich beruflich neu orientiert.

Unterstützung bekam sie dabei von ihrer örtlichen Agentur für Arbeit, damals noch Arbeitsamt genannt: Diese finanzierte ihr einen sechsmonatigen Qualifizierungslehrgang für kaufmännische Angestellte. Dabei lernte sie unter anderem den Umgang mit Büro-EDV und das Maschinenschreiben im 10-Finger-System. Jeden Tag drückte sie von acht bis zwölf Uhr die Schulbank. Ob eine solche Qualifizierung gefördert werden kann, hängt jeweils vom Einzelfall ab.

Lehrgänge während der Arbeitslosigkeit

Nach dem Abschluss fand Jana Mauch eine neue Stelle. Sie arbeitete als Sekretärin in der psychiatrischen Klinik des Universitätsklinikums Erlangen. „Das für den Bereich nötige Hintergrundwissen habe ich mir nach und nach angeeignet.“ Aufgrund einer Befristung konnte sie dort jedoch zunächst nicht lange bleiben.

„Ich bin ein Paradebeispiel dafür, wie gut die Arbeitsvermittlung kombiniert mit Schulungsmaßnahmen greifen kann.“

Von der Arbeitslosigkeit ließ sich Jana Mauch aber nicht entmutigen. Sie absolvierte über ihre Agentur für Arbeit weitere Lehrgänge im Bereich Büro-Software. Da ging es beispielsweise um Outlook oder PowerPoint. Auch zum Abrechnungswesen in Arztpraxen belegte sie ein Modul.

Danach hatte sie verschiedene Stellen im medizinischen Bereich. Schließlich entdeckte sie eine Stellenanzeige ihres früheren Arbeitgebers, dem Universitätsklinikum. Sie bewarb sich an der Erlanger Hautklinik – mit Erfolg.

Seit rund 15 Jahren arbeitet Jana Mauch dort nun als Arztsekretärin. Dazu haben vor allem ihr Durchhaltevermögen, aber auch die inhaltlich passenden Unterstützungsmaßnahmen beigetragen. „Ich bin ein Paradebeispiel dafür, wie gut die Arbeitsvermittlung kombiniert mit Schulungsmaßnahmen greifen kann.“

Größte Sorgfalt gefordert

Jana Mauch bearbeitet heute medizinische Dokumente nach Vorgaben der Ärztinnen und Ärzten. Sie fasst beispielsweise Befunde von Gewebe- und Hautproben schriftlich zusammen. Diese werden aus ganz Süddeutschland zur Untersuchung nach Erlangen geschickt. Außerdem erstellt sie Allergiebriefe, die ihr von den Medizinerinnen und Medizinern diktiert werden.

Diese Dokumente sind wichtig für die ärztliche Behandlung. Sie müssen mit höchster Sorgfalt erstellt werden, Fehler darf es nicht geben. Außerdem ist Kommunikationsfähigkeit in ihrem Beruf unverzichtbar. So muss sie sich etwa immer wieder mit dem medizinischen Fachpersonal abstimmen.

Stets auf dem neuesten Stand bleiben

Für ihre Arbeit im Büro nutzt Jana Mauch entsprechende Fach-Software. Zudem ist sie mittlerweile bestens in der medizinischen Terminologie bewandert.

Doch man lernt nie aus. „Ich möchte auf künftig auf Neuerungen auf technischer und medizinischer Ebene vorbereitet sein.“ Aus diesem Grund will sie weiterhin über Fortbildungen ihre Kenntnisse erweitern. „Mein erster Qualifizierungslehrgang war mein Start ins Büroleben und ist immer noch die Grundlage für meine jetzige Tätigkeit.“ Die Kenntnisse, die sie damals und auch während der Arbeitslosigkeit erworben hat, sind bis heute sehr hilfreich für sie.