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Schritt 2: Prüfen Sie mögliche Aufstiegswege

Sie haben mögliche Ziele für Ihren beruflichen Aufstieg gefunden und wollen nun wissen, wie Sie diese erreichen können. Da das Bildungssystem nicht einheitlich ist, sind oft mehrere Wege möglich. Informieren Sie sich über berufliche und akademische Aufstiegsformen.

Bei den aufstiegsorientierten Bildungsgängen legen Sie in der Regel eine Prüfung ab und erwerben dadurch einen anerkannten Abschluss. Je nach Bildungsweg, den Sie einschlagen, beruhen diese Abschlüsse auf bestimmten rechtlichen Grundlagen (Gesetze, Verordnungen, Kammerregelungen), in denen unter anderem die Prüfungsinhalte festgelegt sind.

Rechtliche Grundlage für die anerkannten beruflichen Weiterbildungsabschlüsse (wie Meister/in oder Fachwirt/in) sind das Berufsbildungsgesetz, die Handwerksordnung sowie länderspezifische Gesetze. Diese Abschlüsse sind deshalb "staatlich anerkannt". Daneben können Branchen- und Berufsverbände eigene Vorgaben für aufstiegsorientierte Bildungsgänge festlegen.

Wer den Aufstiegsweg über ein Studium an einer Hochschule einschlägt, erwirbt dort in vielen Fällen einen Abschluss im gestuften Bachelor-Master-System. Bachelor und Master sind Abschlüsse der Hochschulen, die jeweils auf Studien- und Prüfungsordnungen beruhen. In einigen Studienfächern gibt es mit dem Staatsexamen eine staatliche Abschlussprüfung.

Gut zu wissen: Um eine Orientierung zu ermöglichen, welche Abschlüsse auf einer vergleichbaren Stufe angesiedelt sind, wurde der sogenannte Deutsche Qualifikationsrahmen geschaffen. Dort stehen die Abschlüsse der geregelten beruflichen Aufstiegsfortbildung auf der gleichen Stufe wie Bachelor-Abschlüsse und teilweise wie Master-Abschlüsse (gemäß dem Grundsatz „gleichwertig, aber nicht gleichartig“).

Nach einer abgeschlossenen Berufsausbildung und anschließender Berufspraxis ist die Aufstiegsweiterbildung zum/zur Meister/in ein häufig gewählter Weg, um sich für Führungspositionen und anspruchsvolle Fachaufgaben zu qualifizieren. Dabei
sind zu unterscheiden:

  • Handwerksmeisterin/Handwerksmeister: Mit der Meisterprüfung im Handwerk wird die Berechtigung erlangt, einen Handwerksbetrieb selbstständig zu führen und Lehrlinge auszubilden. Die Zugangsvoraussetzungen unterscheiden sich je nach dem handwerklichen Gewerbe, in dem die Meisterprüfung abgelegt wird.
  • Industriemeisterin/Industriemeister: Nach Ablegen der Industriemeisterprüfung können Fachkräfte Führungsaufgaben in einem Industriebetrieb übernehmen. In der Regel werden vorausgesetzt: Eine abgeschlossene Berufsausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf, der der entsprechenden Fachrichtung zugeordnet werden kann sowie ein- oder mehrjährige einschlägige Berufspraxis.
  • Fachmeisterin/Fachmeister: Daneben gibt es weitere Meisterprüfungen, zum Beispiel für Fachkräfte aus Hotellerie und Gastronomie, Lagerwirtschaft oder Ver- und Entsorgung. In der Regel werden eine abgeschlossene Berufsausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf und eine mindestens einjährige Berufspraxis vorausgesetzt.

Der Meisterabschluss ermöglicht den Zugang zu einem Studium an Hochschulen auch ohne schulische Hochschulzugangsberechtigung.

Lehrgänge zur Vorbereitung auf die Meisterprüfung finden Sie in KURSNET. Deren Besuch wird für die Zulassung zur Prüfung weder gefordert, noch berechtigt er dazu. Die Lehrgänge dauern meist zwischen 6 Monaten und mehreren Jahren.

Meister/in im BERUFENET anzeigen

Ziel von Weiterbildungen im Bereich Technik ist es, Fachkräfte mit einschlägiger Berufsausbildung für die Lösung technisch-naturwissenschaftlicher Problemstellungen, für Führungsaufgaben im mittleren betrieblichen Management sowie für die unternehmerische Selbstständigkeit zu qualifizieren.

Rechtliche Grundlage sind landesrechtliche Regelungen für Fachschulen.

Vorausgesetzt werden in der Regel

  • der Abschluss in einem einschlägigen (anerkannten) Ausbildungsberuf und
  • eine mindestens einjährige Berufspraxis
  • teilweise ein mittlerer Bildungsabschluss (abhängig vom Bundesland)

Weiterbildungen im Bereich Technik finden an staatlichen oder privaten Fachschulen statt und dauern in der Regel 2 Jahre bei Vollzeitunterricht und bis zu 4 Jahre bei Teilzeitunterricht.

Die Abschlussprüfung wird vor einem staatlichen Prüfungsausschuss abgelegt. Je nach Bundesland wird mit dem Abschluss auch die Fachhochschulreife erworben. Die Eignung als Ausbilder/in kann gegebenenfalls als zusätzliche Qualifikation erworben werden.

Der Abschluss ermöglicht in der Regel den Zugang zu einem Studium an Hochschulen – auch ohne Abitur. Mit dem Abschluss können Sie zudem eine Ausnahmebewilligung beantragen um damit einen handwerklichen Betrieb zu gründen.

Techniker/in im BERUFENET anzeigen

Ziel dieser kaufmännischen Aufstiegsweiterbildungen ist es, Fachkräfte für operative und strategische Führungsaufgaben zu qualifizieren.

Fachwirt/in und Fachkaufmann/-frau:

  • Fachwirtinnen und Fachwirte haben vertieftes Wissen in einer bestimmten Branche beziehungsweise in einem Wirtschaftszweig.
  • Fachkaufleute haben umfassende Fachkompetenzen in einem betrieblichen Funktionsbereich, und zwar unabhängig von der Branche.
  • Für die Zulassung zur Prüfung werden in der Regel eine abgeschlossene Berufsausbildung und eine ein- oder mehrjährige Berufspraxis vorausgesetzt. Eine fehlende Berufsausbildung kann gegebenenfalls durch langjährige Berufspraxis oder durch eine andere Weiterbildungsprüfung ausgeglichen werden.

Betriebswirt/in:

  • Sie übernehmen betriebswirtschaftliche Leitungsaufgaben auf der mittleren Führungsebene.
  • Berufliche Bildungsgänge zum/zur Betriebswirt/in gibt es an Fachschulen nach dem jeweiligen Landesrecht. Daneben können Sie sich in speziellen Lehrgängen auf eine Prüfung nach dem Berufsbildungsgesetz oder der Handwerksordnung vorbereiten. Eine weitere Möglichkeit sind Bildungsgänge an Verwaltungs- und Wirtschaftsakademien.
  • Die Zugangsvoraussetzungen unterscheiden sich je nach dem gewählten Bildungsgang. Zum Teil wird ein Abschluss in einem (kaufmännischen) Ausbildungsberuf sowie ein- oder mehrjährige Berufspraxis erwartet. Auch der Abschluss einer bestimmten Aufstiegsweiterbildung kann vorausgesetzt werden.

Vorbereitungslehrgänge dauern von mehreren Monaten bis zu etwa 4 Jahre.

Im BERUFENET anzeigen

In vielen Branchen gibt es weitere berufliche Aufstiegsweiterbildungen - neben den klassischen Bildungsgängen Meister/in, Techniker/in, Fach- und Betriebswirt/in.

Rechtliche Grundlage sind zum Teil die Fachschulgesetze der Bundesländer, zum Teil auch bundes- oder kammerrechtliche Regelungen nach dem Berufsbildungsgesetz beziehungsweise der Handwerksordnung. Hier einige Beispiel:

  • Bereich Bauwesen, Gestaltung, Restaurierung: Geprüfte/r Polier/in (Hochbau oder Tiefbau)
  • Bereich Konstruktion, Metall, Maschinenbau: CAD-Fachkraft (zum Beispiel in den Fachrichtungen Bau, Metall)
  • Bereich Medizin, Pflege, Pädagogik: Fachaltenpfleger/in (zum Beispiel für Palliativ- und Hospizpflege oder Psychiatrie)
  • IT-Branche: Seit 2002 gibt es ein bundeseinheitliches System der Aufstiegsweiterbildung in der IT-Branche mit den drei aufeinander aufbauenden Qualifizierungsebenen IT-Spezialistinnen/ IT-Spezialisten, Operative Professionals, Strategische Professionals

Im BERUFENET können Sie sich über alle weiteren branchenspezifischen Aufstiegsweiterbildungen informieren.

Tipp: In den durchstarten Infomappen für Weiterbildungsberufe finden Sie übersichtlich geordnet Aufstiegsweiterbildungen nach Berufsbereichen. Die Mappen finden Sie im Berufsinformationszentrum (BiZ) in Ihrer Nähe.

Im BERUFENET anzeigen

Weiterbildendes Studium an Verwaltungs- und Wirtschaftsakademien (VWA):

Als Berufstätige oder Berufstätiger aus Wirtschaft und Verwaltung – ob mit oder ohne Abitur – können Sie an einer VWA ein verwaltungs- beziehungsweise wirtschaftswissenschaftliches Studium absolvieren. Das Studium findet berufsbegleitend abends oder als duales Studium in Verbindung mit einer kaufmännischen Berufsausbildung statt.

Abschlüsse, die Sie an einer VWA erreichen können, sind zum Beispiel Verwaltungs-Betriebswirt/in oder Informatik-Betriebswirt/in. Viele VWAs kooperieren mit Hochschulen und bieten über diesen Weg einen Zugang zu Bachelor- oder Masterstudienangeboten.

Weiterbildendes Studium an Berufsakademien / dualen Hochschulen:

Duale Studiengänge - oft auch als "Studium im Praxisverbund" bezeichnet – werden hauptsächlich an Berufsakademien sowie an dualen Hochschulen (nur in Baden-Württemberg und Thüringen) und Fachhochschulen angeboten, seltener an Universitäten. Die theoretische Ausbildung dort ist eng verzahnt mit praktischen Phasen oder einer Ausbildung in einem Betrieb. Es gibt unterschiedliche Modelle:

  • berufsintegrierende duale Master: Hier besteht ein wechselseitiger inhaltlicher und organisatorischer Bezug zwischen Ihrer beruflichen (Teilzeit-)Tätigkeit und dem Studium
  • berufsbegleitende duale Master: Hier besteht kein organisatorischer Zusammenhang zwischen Ihrer (Teilzeit-)Berufstätigkeit und dem Studium

Weitere Informationen finden Sie auf der Website AusbildungPlus.

Wer keine Hochschulreife (umgangssprachlich "Abitur" oder "Fachabitur") besitzt, hat trotzdem die Möglichkeit, einen Studienabschluss an einer Hochschule zu erwerben. Für beruflich Qualifizierte gibt es – abhängig von ihrer beruflichen Vorbildung – verschiedene Wege:

  • Personen mit abgeschlossener Berufsausbildung und (mehrjähriger) Berufserfahrung: Unter bestimmten Voraussetzungen können sie ein Studium beginnen, das eine fachliche Nähe zum eigenen Ausbildungsberuf aufweist.
  • Personen mit Abschluss einer Aufstiegsweiterbildung (zum Beispiel Meister/in oder als gleichwertig eingestufte Qualifikation): Unter bestimmten Voraussetzungen können sie ein Studium in einem Fach ihrer Wahl beginnen (keine Einschränkung auf bestimmte Fächer).

Für beruflich Qualifizierte mit abgeschlossener Berufsausbildung und mehrjähriger Berufserfahrung wenden die Hochschulen unterschiedliche Verfahren an, um die Eignung für das Studium zu überprüfen. Häufig eingesetzt werden

  • eine Zulassungs- oder Eignungsprüfung
  • ein Probestudium (in der Regel die ersten zwei bis vier Semester)

Personen mit Fortbildung zur Meisterin beziehungsweise zum Meister oder gleichwertiger Qualifikation müssen meist ein verpflichtendes Beratungsgespräch absolvieren, bevor sie das Studium beginnen.

Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite Studieren ohne Abitur.

Mehr zum Studieren ohne Abitur

Rückt der Abschluss eines Studiums näher, stellt sich die Frage: Soll ich nach dem ersten Studienabschluss (meistens als Bachelor) ein "konsekutives" Masterstudium anschließen oder besser gleich im Job loslegen?

Tipp: Die Wahl zwischen Master und direktem Berufseinstieg fällt häufig schwer. Das abi>>-Thema "Master – ja oder nein" gibt Tipps und Entscheidungshilfen.

Wer sich für den direkten Berufseinstieg entscheidet, zum Beispiel um einen attraktiven Job nicht auszuschlagen oder einfach um praktische Erfahrungen zu sammeln, kann sich auch später noch zu einem Masterstudium entschließen.

Dieser Karrierepfad kann in den sogenannten "weiterbildenden Masterstudiengängen" eingeschlagen werden. Wer ihn gehen will, muss zwingend eine bestimmte Dauer an beruflicher Praxis nachweisen, um zugelassen zu werden – im Regelfall mindestens ein Jahr. Weiterbildende Masterstudiengänge sind meist so organisiert, dass sie sich parallel zu einer bestehenden Berufstätigkeit absolvieren lassen.

Weiterführende Studienangebote in KURSNET

In manchen Bereichen der Wirtschaft gibt es bestimmte Anforderungen an die Qualifikation eines Gründers oder einer Gründerin: Wer sich etwa im Handwerk selbstständig machen möchte, ist mit der abgelegten Aufstiegsweiterbildung zum/zur Meister/in oder einer vergleichbaren Qualifikation auf der sicheren Seite.

Die Voraussetzungen für die Gründung oder Übernahme eines handwerklichen Betriebes sind in der Handwerksordnung festgelegt. Dort wird unterschieden in:

  • Zulassungspflichtige Handwerke: In diesen ist der Meisterbrief oder eine vergleichbare Qualifikation (z.B. Abschluss als Techniker/in, Ingenieur/in) notwendig. Zulassungspflichtige Handwerke sind in der Anlage A zur Handwerksordnung genannt (zum Beispiel Dachdecker/innen, Bäcker/innen, Friseure/Friseurinnen).
  • Zulassungsfreie Handwerke und handwerksähnliche Gewerbe: In diesen Berufen können sich Gesellinnen und Gesellen ohne besondere Zulassungsvoraussetzungen selbstständig machen. Auch wenn die Qualifizierung als Meister/in nicht gefordert wird, kann sie beim Start in die Selbstständigkeit hilfreich sein. In der Anlage B zur Handwerksordnung steht, welche Handwerksberufe dazu zählen (zum Beispiel Uhrmacher/innen, Brauer/innen und Mälzer/innen, Bodenleger/innen).

Tipp: Über die Kurssuche finden Sie Seminare, die Sie auf eine Existenzgründung oder Betriebsübernahme vorbereiten.

Berufliche Aufstiegsweiterbildung im Ausland

In unserer globalisierten Welt suchen viele Unternehmen nach Fachkräften mit Auslandserfahrungen. Folgende Anlaufstellen helfen bei der Suche nach dem passenden Angebot:

Akademische Weiterbildung im Ausland

Wer nach einem ersten Hochschulabschluss ins Berufsleben eingestiegen ist um erste Berufserfahrungen zu sammeln, kann seine Karriere mit einem weiterbildenden Master im Ausland weiter voranbringen (zum Beispiel "Master of Business Administration"). Folgende Anlaufstellen beraten und informieren Sie:

Zur Kurssuche

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