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Numerus Clausus in Medizin auf dem Prüfstand

Das Bundesverfassungsgericht verhandelt heute, ob das Vergabeverfahren der Medizin-Studienplätze verfassungswidrig ist.

04.10.2017 – Der NC im Fach Humanmedizin liegt in fast allen Bundesländern bei 1,0. Bewerberinnen und Bewerber nehmen Wartezeiten bis zu 15 Semester in Kauf, um an einen der begehrten Plätze zu gelangen. Ob dieses System mit dem Grundgesetz vereinbar ist, prüft ab heute das Bundesverfassungsgericht.

Zum Wintersemester 2017/18 gab es laut hochschulstart.de, der zentralen Bewerbungsplattform für Medizinstudiengänge, über 43.000 Bewerberinnen und Bewerber für knapp über 9.000 Studienplätze an staatlichen Hochschulen. Über 30.000 gingen demnach leer aus und müssen lange Wartezeiten auf sich nehmen, bis sie sich schließlich immatrikulieren können. Ob dieses Vorgehen mit dem Grundrecht der freien Wahl des Berufs und der Ausbildungsstätte vereinbar ist, sollen nun Gerichte entscheiden.

Aktuell werden die Studienplätze in Medizin über die Stiftung für Hochschulzulassung (hochschulstart.de) vergeben. Bis zu 12,4 Prozent der Studieninteressierten werden über die Vorabquote zugelassen. Hierzu zählen Ausländer, die nicht deutschen Bewerbern gleichgestellt sind, Härtefälle, Zweitstudienbewerber, Bewerber mit besonderer Hochschulzugangsberechtigung sowie Sanitätsoffiziere der Bundeswehr. Von den verbleibenden Plätzen gehen jeweils 20 Prozent an diejenigen mit dem besten Abitur („Abiturbestenquote“) sowie an diejenigen mit den meisten Wartesemestern. Über die restlichen 60 Prozent können die Hochschulen selbst entscheiden. Sie vergeben die Plätze nach Kriterien wie der Ortspräferenz, der Abiturnote, fachspezifischen Studierfähigkeitstests oder der Art der Berufsausbildung. Weitere Fakten und Zahlen über das Medizinstudium hat das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) zusammengestellt.