Übernahmeprämie

Übernimmt Ihr Betrieb Auszubildende eines anderen Betriebs und ermöglichen Sie ihnen dadurch, ihre Ausbildung abzuschließen, können Sie eine Prämie erhalten. Diese wird aus dem Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ finanziert.

Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie können dazu führen, dass Auszubildende ihren Ausbildungsplatz verlieren – zum Beispiel, wenn deren Ausbildungsbetrieb insolvent ist oder der Betrieb die Ausbildung nicht fortführen kann.

Übernimmt Ihr Betrieb solche Auszubildende, können Sie die sogenannte Übernahmeprämie erhalten. Dabei handelt es sich um einen einmaligen Zuschuss in Höhe von 6.000 Euro.

Voraussetzungen

Sind folgende Voraussetzungen erfüllt, hat Ihr Betrieb Anspruch auf die Übernahmeprämie:

  • Die Ausbildung kann als Folge der Corona-Pandemie im ursprünglichen Ausbildungsbetrieb nicht fortgesetzt werden.
  • Ihr Betrieb übernimmt den oder die Auszubildenden für die restliche Dauer der Ausbildung. 
  • Die Übernahme der oder des Auszubildenden findet zwischen dem 1. August 2020 und dem 31. Dezember 2021 statt.

Stammt die oder der Auszubildende aus einem insolventen Betrieb, gilt zusätzlich folgende Voraussetzung: Das Insolvenzverfahren wurde bis zum 30. Dezember 2021 eröffnet. Vor dem 31. Dezember 2019 bestanden gemäß EU-Definition keine wirtschaftlichen Schwierigkeiten.

Für die Übernahmeprämie spielt es keine Rolle, ob die oder der Auszubildende gekündigt wurde oder ein einvernehmlicher Aufhebungsvertrag geschlossen wurde.

Neben den genannten Bedingungen gelten die allgemeinen Voraussetzungen des Bundesprogramms. Diese erfahren Sie auf der Seite: Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“. Sie finden dort auch die Antworten auf häufig gestellte Fragen zur ersten Förderrichtlinie.

Einschränkung 

Ausbildungen werden nicht bezuschusst, wenn die Auszubildenden Ehegatten oder Verwandte ersten Grades der Betriebsinhaberin oder des -inhabers sind.

Frist für den Antrag

Sie müssen den Antrag spätestens 3 Monate nach erfolgreichem Abschluss der Probezeit des neu begründeten Ausbildungsverhältnisses stellen.

Übernahmeprämie online einreichen

Prüfen Sie, bevor Sie den Upload-Service nutzen, ob alle benötigten Dokumente vollständig ausgefüllt und unterschrieben sind. Die Ausfüllhinweise zum Antrag finden Sie unter Downloads am Ende dieser Seite. Die Dokumente sowie die Anlagen müssen als Dateien verfügbar sein. Bitte nutzen Sie keine elektronische Signatur, da diese nicht konvertiert werden kann.

Antrag auf Übernahmeprämie

Bescheinigung der zuständigen Stelle

Bestätigung des Insolvenzverwalters

Erklärung des vorherigen Ausbildungsbetriebes

De-minimis-Erklärung des Antragstellers

Maximale Dateigröße: 9 MB
Format: JPG, JPEG, PNG, BMP, PDF

Dokumente hochladen

Erklärung zur Probezeit online einreichen oder nachreichen

Um die Förderung zu erhalten, muss Ihr Unternehmen eine Erklärung zur Probezeit abgeben. Diese reichen Sie nach dem erfolgreichen Abschluss der Probezeit ein.

Wenn keine Probezeit vereinbart wurde, können Sie die Erklärung direkt mit Ihren Antrag einreichen.

Nutzen Sie in beiden Fällen folgendes Formular:

Erklärung des Ausbildungsbetriebs über Probezeiten

Prüfen Sie, bevor Sie den Upload-Service nutzen, ob alle benötigten Dokumente vollständig ausgefüllt und unterschrieben sind. Die Dokumente sowie die Anlagen müssen als Dateien verfügbar sein. Bitte nutzen Sie keine elektronische Signatur, da diese nicht konvertiert werden kann.

Maximale Dateigröße: 9 MB
Format: JPG, JPEG, PNG, BMP, PDF

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Fragen und Antworten zur Übernahmeprämie

Pro Ausbildungsvertrag kann entweder eine Ausbildungsprämie, eine Ausbildungsprämie plus oder eine Übernahmeprämie plus gewährt werden. Mehrere Prämien für einen Ausbildungsvertrag werden nicht gewährt.

Eine Förderung ist ausgeschlossen, wenn der Ausbildungsbetrieb für ein und denselben Ausbildungsvertrag bereits eine Förderung mit gleicher Zielrichtung oder mit gleichem Inhalt erhält.

Die Bestätigung erfolgt über die Erklärung des Ausbildungsbetriebs über Probezeiten.

Die Übernahmeprämie wird auch gezahlt, wenn der abgebende Betrieb eine Kündigung aus wichtigem Grund ausgesprochen hat, und dieser Grund auf die pandemiebedingte Beeinträchtigung der Geschäftstätigkeit zurückgeht.

Gleiches gilt, wenn der Ausbildungsvertrag durch einen Auflösungsvertrag einvernehmlich aufgehoben wurde, weil der Betrieb die Ausbildung als Folge der Corona-Pandemie nicht fortführen kann.

Ja. Auch bei einer Ausbildung in Teilzeit wird die volle Prämie gezahlt.

Zuwendungen der Ersten Förderrichtlinie des Bundesprogramms „Ausbildungsplätze sichern“ gelten als De-minimis-Beihilfen. Deren Höhe ist aufgrund von EU-Recht begrenzt. Dadurch soll der Wettbewerb innerhalb der EU nicht durch öffentliche Fördermittel beeinträchtigen werden.

De-minimis-Beihilfen an einen Betrieb dürfen innerhalb eines fließenden Zeitraums von 3 Steuerjahren 200.000 Euro nicht übersteigen. In manchen Branchen gelten andere Höchstgrenzen:

  • im Straßentransportsektor: 100.000 Euro
  • im Fischerei- und Aquakultursektor: 30.000 Euro 
  • im Agrarsektor: 20.000 Euro

Übersteigen die erhaltenen öffentlichen Fördermittel die genannten Höchstbeträge, ist keine Förderung aus dem Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ möglich.