Ausbildungsdauer, Verkürzung und Verlängerung in der betrieblichen Ausbildung

Je nach Beruf dauert eine betriebliche Ausbildung zwischen 2 und 3,5 Jahren. Unter bestimmten Voraussetzungen kann die vorgeschriebene Dauer auch verkürzt oder verlängert werden.

Dir hat das Lernen in der Schule oft weniger Spaß gemacht, als praktisch an etwas zu arbeiten? Oder du willst möglichst schnell einen ersten beruflichen Abschluss erreichen, mit dem du später auch noch weiterkommen kannst? Dann könnte die Ausbildung in einem zweijährigen Ausbildungsberuf ein guter Einstieg sein. In vielen zweijährigen Berufen ist der theoretische Anteil geringer als bei einer dreijährigen oder dreieinhalbjährigen Ausbildung. Oft  gibt es bei zweijährigen Ausbildungsberufen die Möglichkeit, die Ausbildung in einem verwandten drei- oder dreieinhalbjährigen Beruf fortzusetzen.

Informationen über diese Ausbildungen erhältst du bei der Berufsberatung, bei planet-beruf.de oder im BERUFENET.

Zweijährige Ausbildungsberufe im BERUFENET

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die vorgeschriebene Ausbildungsdauer zu verkürzen.

  • Schulabschluss anrechnen: Wenn du einen mittleren Bildungsabschluss hast, kannst du deine Ausbildungszeit um bis zu sechs Monate verkürzen. Mit allgemeiner Hochschulreife oder Fachhochschulreife kann um bis zu zwölf Monate verkürzt werden. Gemeinsam mit deinem Ausbildungsbetrieb musst du frühzeitig einen Antrag bei der zuständigen Kammer stellen (zum Beispiel Industrie- und Handelskammer oder Handwerkskammer).
  • Gute Leistungen in der Berufsschule: Wenn du die Zwischenprüfung mit einem bestimmten Notendurchschnitt abschließt, kannst du die vorzeitige Zulassung zur Abschlussprüfung beantragen. Den Antrag stellst du selbst, Berufsschule und Ausbildungsbetrieb müssen zustimmen.
  • Anrechnung einer vorherigen Ausbildung: Eine abgeschlossene Ausbildung kann deine Ausbildung um bis zu zwölf Monate verkürzen. Auch andere Bildungsgänge wie Einstiegsqualifizierung, Berufsfachschule oder Berufsgrundbildungsjahr können unter bestimmten Voraussetzungen angerechnet werden. Den Antrag stellst du mit deinem Ausbildungsbetrieb bei der zuständigen Kammer.

Gut zu wissen: Auch wenn bei dir mehrere Verkürzungsgründe vorliegen, darf eine Mindestdauer nicht unterschritten werden. Frag bei der Ausbildungsberatung deiner örtlichen Kammer (zum Beispiel Industrie- und Handelskammer, Handwerkskammer) nach. Sie hilft dir gerne weiter.

In Ausnahmefällen kann die Ausbildungszeit auch verlängert werden, zum Beispiel:

  • Wenn du längere Zeit krank warst und daher die Gefahr besteht, dass du die Abschlussprüfung nicht bestehst.
  • Wenn du die Abschlussprüfung nicht bestanden hast. Du kannst dann beantragen, dass die Ausbildungszeit bis zum nächsten Prüfungstermin verlängert wird.

Den Antrag stellst du bei der zuständigen Kammer (zum Beispiel Industrie- und Handelskammer, Handwerkskammer).

Eine Teilzeitberufsausbildung ist ein flexibles Ausbildungsmodell und ermöglicht dir einen vollwertigen Berufsabschluss. Für Frauen, die ein Kind erwarten oder für Mütter mit Kind ist es oft schwierig, eine Ausbildung zu beginnen oder fortzusetzen. Auch für Menschen mit Pflegeaufgaben oder Behinderungen kann das Ausbildungsmodell interessant sein. Für diese und ähnliche Situationen gibt es das Angebot der Teilzeitberufsausbildung. Dabei einigt sich dein Ausbildungsbetrieb mit dir auf eine wöchentliche Ausbildungszeit unter 40 Wochenstunden. Auszubildende und Betrieb sprechen ab, zu welchen Zeiten diese Stunden geleistet werden.

Der Berufsschulunterricht kann in der Regel nicht verkürzt werden und findet in Vollzeit statt.

Weitere Informationen gibt dir die Berufsberatung der Agentur für Arbeit oder die Ausbildungsberatung deiner Industrie- und Handelskammer oder Handwerkskammer.

Ein Beispiel, wie es gelingen kann, findest du in der Geschichte über Chandni. Auf planet-beruf.de findest du weitere Reportagen zum Thema Ausbildung und Arbeit mit Kind.