Diese Webseite verwendet Cookies und das Webanalyse-Tool Piwik. Das hilft uns, um Ihnen ein gutes Nutzungserlebnis zu bieten und unsere Website zu verbessern. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich hiermit einverstanden. Hier erfahren Sie mehr über die Nutzung Ihrer Daten und Möglichkeiten zum Widerspruch.

Ihre Pflichten als Ausbildungsbetrieb

Damit Sie Fachkräfte erstmalig ausbilden können, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Und auch während der Ausbildung gibt es einige Dinge zu beachten. Wir erläutern Ihnen die wichtigsten Punkte.

Es gibt unterschiedliche Grundlagen für die Durchführung der Ausbildung. Drei der wichtigsten sind:

  • Berufsbildungsgesetz

Im Berufsbildungsgesetz ist unter anderem festgelegt, welche Voraussetzungen der Betrieb und die für die Ausbildung zuständigen Personen im Betrieb mitbringen müssen. Außerdem sind hier die Rechte und Pflichten von Arbeitnehmerinnen, Arbeitnehmern und Arbeitgebern festgeschrieben.

  • Handwerksordnung

In der Handwerksordnung sind die speziellen Voraussetzungen für die betriebliche Ausbildung in Handwerksbetrieben festgelegt.

  • Jugendarbeitsschutzgesetz

Für Jugendliche (15 bis 17 Jahre) gelten besondere Bestimmungen. Diese Bestimmungen betreffen zum Beispiel die Arbeitszeit (sie dürfen in der Regel nicht mehr als acht Stunden täglich und nicht mehr als 40 Stunden wöchentlich arbeiten). Auch die Anzahl der Urlaubstage im Jahr (25 bis 30, je nach Alter) und die Art der Arbeit (keine Fließband- oder Akkordarbeit) sind vorgeschrieben.

Auskünfte erhalten Sie bei der für Sie zuständigen Kammer oder Ihrem Arbeitgeber-Service unter der 0800 4 5555 20 (kostenfrei).

Wenn Sie ausbilden möchten, dann muss Ihr Betrieb dafür geeignet sein. Die Person, die für die Durchführung der Ausbildung verantwortlich ist, benötigt neben der persönlichen auch die fachliche Eignung. Das können Sie selbst sein oder geeignete Ausbilderinnen oder Ausbilder. Die Eignung des Betriebs wird von der zuständigen Stelle (Industrie- und Handelskammer, Handwerkskammer, Landwirtschaftskammer, Kammern der freien Berufe) festgestellt.

Weitere Informationen erhalten Sie bei den Kammern. Gern stellt der Arbeitgeber-Service einen Kontakt zu der für Sie zuständigen Kammer her. Kontaktieren Sie uns unter der 0800 4 5555 20 (kostenfrei).

Generell muss der Betrieb so ausgestattet sein, dass der oder die Azubi die typischen Kenntnisse und Fertigkeiten im Beruf erwerben kann. Diese sind in der Ausbildungsordnung zusammen gefasst. Die Ausbildungsordnungen zu den einzelnen Berufen und die Rahmenlehrpläne finden Sie im BERUFENET.

Die für Sie zuständige Kammer gibt Ihnen gern weitere Informationen. Sie wissen nicht, an wen Sie sich dort wenden sollen? Der Arbeitgeber-Service hilft Ihnen weiter. Sie erreichen ihn unter der 0800 4 5555 20 (kostenfrei).

Für die ersten Schritte in die Arbeitswelt brauchen Azubis die Unterstützung einer erfahrenen Fachkraft. Die Ausbilderin oder der Ausbilder im Betrieb muss persönlich und fachlich geeignet sein und die Ausbildereignungsprüfung erfolgreich absolviert haben. Üblicherweise muss er oder sie auch eine abgeschlossene Berufsausbildung in dem Beruf vorweisen können, in dem ausgebildet wird. Je nach Beruf gibt es weitere Vorgaben. Im Handwerk dürfen grundsätzlich die Handwerksmeister und -meisterinnen die Ausbildung übernehmen. Ausbilderinnen und Ausbilder ohne Meisterprüfung müssen in der Regel eine abgeschlossene Ausbildung und mehrjährige Berufserfahrung vorweisen. Je nach Ausbildungsberuf liegt die Berechtigung zum Ausbilden junger Menschen auch mit erreichtem Fachschul- oder Hochschulabschluss vor.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an die Ausbildungsberatung der für Sie zuständigen Kammer. Der Arbeitgeber-Service stellt auf Wunsch den Kontakt her. Sie erreichen ihn unter der 0800 4 5555 20 (kostenfrei).

Prinzipiell können Betriebe Menschen mit Behinderungen in jedem Ausbildungsberuf ausbilden, wenn die Fähigkeiten es zulassen. Dafür gibt es viele verschiedene Unterstützungsangebote und finanzielle Hilfen. Der Arbeitgeber-Service berät Sie gerne unter der Telefonnumer 0800 4 5555 20 (kostenfrei).

Darüber hinaus gibt es spezielle theoriereduzierte Ausbildungen, in denen der Schwerpunkt auf praktischen Tätigkeiten liegt. Diese sogenannten Fachpraktiker-Ausbildungen erfolgen nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG) und der Handwerksordnung (HwO). Sie werden aus den Inhalten der anerkannten Ausbildungsberufe entwickelt. Um in einem solchen Beruf ausbilden zu dürfen, benötigen Ausbilderinnen und Ausbilder eine rehabilitationspädagogische Zusatzqualifikation (ReZA). Weitere Informationen können Sie im Flyer zur rehabilitationspädagogischen Zusatzqualifikation nachlesen.

Für staatlich anerkannte Ausbildungsberufe gibt es Ausbildungsordnungen. Diese Ordnungen regeln:

  • Dauer der Ausbildung
  • Bezeichnung des Ausbildungsberufs
  • zu vermittelnde Fertigkeiten und Kenntnisse
  • Prüfungsanforderungen

Weiterer Bestandteil ist der Ausbildungsrahmenplan. Die Inhalte, die dort aufgelistet sind, muss der Betrieb konkreten Tätigkeiten und Aufgaben zuordnen und im Ausbildungsplan festlegen. Dieser ist Bestandteil des Ausbildungsvertrags und wird den Auszubildenden zu Beginn der Ausbildung ausgehändigt.

Der Ausbildungsplan sollte sachlich und zeitlich gegliedert sein:

  • Sachliche Gliederung: Hier müssen Sie alle Inhalte aus dem Ausbildungsrahmenplan aufführen und in sinnhafte Ausbildungseinheiten unterteilen. Diese können dann zum Beispiel bestimmten Abteilungen oder Lehrgängen zugeordnet werden.
  • Zeitliche Gliederung: Sie können die einzelnen Abschnitte in Ausbildungsjahre einteilen oder Zeitrichtwerte nennen. Diese geben an, wie viele Stunden auf eine Tätigkeit verwendet werden sollen.

Im Ausbildungsplan steht auch, wie viel Urlaubsanspruch die Auszubildenden haben und wie lange die Probezeit dauert.

Gut zu wissen: Gestalten Sie den Ausbildungsplan flexibel und passen Sie ihn individuell an die Auszubildenden an. So können Sie auf außerplanmäßige Ereignisse im Betrieb reagieren und die Auszubildenden ihren Fähigkeiten entsprechend fördern.

Die Ausbildungsordnungen zu den einzelnen Berufen und die Rahmenlehrpläne finden Sie im BERUFENET. Bei nicht staatlich anerkannten Berufen sollten Sie sich bei Berufs- und Branchenverbänden über den Ablauf der Ausbildung informieren.

 

Die Prüfungen führen die Berufskammern durch, die für den Ausbildungsberuf zuständig sind. Das kann die Industrie- und Handelskammer, die Handwerkskammer, die Landwirtschaftskammer oder die Kammer der freien Berufe sein. Sie sind jeweils verantwortlich für:

  • Vorbereitung,
  • Zulassung,
  • Abnahme,
  • Auswertung und
  • Ausgabe der Prüfungsergebnisse.

 

Für den auszubildenden Betrieb sind die Prüfungen mit einigen Verpflichtungen verbunden. Er muss: 

  • seine Auszubildenden rechtzeitig zur Prüfung anmelden,
  • sie für die Teilnahme freistellen,
  • Prüfungsgebühr bezahlen und
  • Werkzeuge bereitstellen.

In der jeweiligen Ausbildungsordnung eines Berufs ist geregelt, wie die Prüfung genau abläuft.

Wenn Sie einen Ausbildungsvertrag abschließen, dann verpflichten Sie sich zu einer ordnungsgemäßen Durchführung der Ausbildung. Zu Ihren Pflichten gehören unter anderem:

  • geeignete Ausbilderin oder Ausbilder benennen,
  • Ausbildungsordnung an die Auszubildenden aushändigen,
  • angemessene oder auch tarifliche Vergütung zahlen,
  • Azubis zur Sozialversicherung anmelden,
  • Ausbildungsmittel wie Werkzeuge und Werkstoffe kostenlos zur Verfügung stellen,
  • Auszubildenden für Berufsschulbesuch, außerberufliche Ausbildungsmaßnahmen und Prüfungen freistellen,
  • Berichtshefte für die Ausbildung aushändigen und kontrollieren (wenn in der Ausbildung vorgesehen),
  • nur ausbildungsbezogene Aufgaben übertragen,
  • für Sicherheit am Arbeitsplatz sorgen,
  • Bescheinigung über ärztliche Untersuchung bei jugendlichen Azubis prüfen (vor Aufnahme der Ausbildung und vor Ablauf des ersten Jahres),
  • Eintragung in das Verzeichnis der Berufsausbildungsverhältnisse (bei der zuständigen Kammer) beantragen.

Weiterführende Informationen finden Sie unter anderem in der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung herausgebrachten Broschüre Ausbildung & Beruf – Rechte und Pflichten während der Berufsausbildung. Auch der Arbeitgeber-Service steht Ihnen unter der 0800 4 5555 20 (kostenfrei) zur Verfügung.

Sie müssen keinen großen Betrieb haben, um auszubilden. Allerdings muss das Verhältnis von Auszubildenden und Fachkräften angemessen sein. Die für Sie zuständige Kammer entscheidet darüber, ob das Verhältnis angemessen ist. Auf Wunsch stellt der Arbeitgeber-Service den Kontakt her: 0800 4 5555 20 (kostenfrei).