Weiterbildung neben dem Beruf

Die Textillaborantin Nancy Dietrich (35) hat sich zur Maschinentechnikerin weitergebildet. Neben ihrem Beruf besuchte sie abends und am Samstag den Unterricht. Ihr Partner hat sich um das gemeinsame Kind gekümmert.

Nancy Dietrich hat sich bewusst für einen berufsbegleitenden Lehrgang entschieden.

Richtig glücklich war Nancy Dietrich in ihrem Ausbildungsberuf zuletzt nicht mehr. Die Textillaborantin wollte neue Perspektiven und entschied sich deswegen für eine Weiterbildung. Über ihre Möglichkeiten informierte sie sich unter anderem im KURSNET. Das ist die Datenbank für Aus- und Weiterbildung der Bundesagentur für Arbeit.

„Ich würde es wieder so machen.
Denn so konnte ich Arbeit und Weiterbildung ideal mit dem Familienleben verbinden.“

Schließlich meldete sie sich an der DPFA Akademie für einen Lehrgang an. Dort in Chemnitz ließ sie sich zur Technikerin der Fachrichtung Maschinentechnik fortbilden. Als fachlichen Schwerpunkt wählte sie Betriebstechnik.

Wie funktionieren Industrieanlagen?

Vor allem der technische Aspekt sagte ihr zu. Im Labor führte sie oft Versuche mit Maschinen durch. So hat sie etwa über eine Zerreißprobe die Materialeigenschaften verschiedener Textilien geprüft. Schon immer hatte sie dabei interessiert, wie diese Maschinen funktionieren.

Bewusst hat sich Nancy Dietrich für einen berufsbegleitenden Lehrgang entschieden. Vier Jahre lang besuchte sie Dienstag- und Donnerstagabend sowie samstags den Unterricht. Sie wollte ihre Arbeitszeit nicht reduzieren, um keine finanziellen Einbußen zu haben. Zumal die Weiterbildung an der Privatschule 2.600 Euro gekostet hat.

Mehrfachbelastung gemeistert

Durch den Teilzeitunterricht hatte sie außerdem genügend Freiraum für ihre Familie. Das war ihr ebenfalls wichtig. Sie hatte zu dem Zeitpunkt ein Kind mit ihrem Lebensgefährten. Wenn Nancy Dietrich in der Schule war, hat er es betreut. Auch ihre Eltern waren oft zur Stelle. So musste keiner von beiden beruflich kürzer treten. „Mein Partner und meine Familie haben mich sehr unterstützt“, betont sie. „So kann man die Doppelbelastung meistern.“

In ihrer Weiterbildung beschäftigte sie sich mit der Funktionsweise von Industrieanlagen. Sie erfuhr etwa, wie man Prozessabläufe plant, Anlagen wartet und Störungsfälle behebt. Zudem erwarb sie neues Know-how im Umgang mit CAD-Anwendungen. Mit diesen Programmen erstellt man technische Zeichnungen und konstruiert Bauteile.

"Zur Abschlussprüfung erschien ich
hochschwanger. Wenig später kam
unser zweites Kind zur Welt."

Aufbauen, umbauen, instand halten

Nach der Elternzeit wechselte Nancy Dietrich den Betrieb. An ihrem neuen Arbeitsplatz betreute sie Versuchsstände für Reibungs- und Verschleißprüfungen. Beispielsweise bereitete sie die Maschinen für Tests vor.

Mittlerweile hat Nancy Dietrich wiederum einen neuen Arbeitgeber. In der Härterei und Qualitätsmanagement GmbH ist sie in der Qualitätsprüfung tätig. Die Kenntnisse aus ihrer Weiterbildung sind auch hier von Vorteil.

Sie ist froh, dass sie diesen Weg trotz der Mehrfachbelastung gegangen ist: „Ich würde es wieder so machen. Denn so konnte ich Arbeit und Weiterbildung ideal mit dem Familienleben verbinden.“