Arbeitszeitmonitor 2017

Überstunden sind für viele Beschäftigte die Regel. Wie viel sie extra arbeiten, hängt laut einer aktuellen Studie von vielen Faktoren ab.

19.05.2017 – Für gut 40 Prozent aller Beschäftigten in Deutschland ist Mehrarbeit von bis zu fünf Überstunden Alltag. Etwa 5 Prozent der Angestellten kommen in der Regel sogar auf über 10 Extrastunden pro Woche. Entscheidenden Einfluss hat dabei das Gehalt, so ein Ergebnis einer Studie der Vergütungsberatung Compensation Partner.

Wer viel verdient, arbeitet auch viel -­ zumindest in Stunden. Während Geringverdiener mit einem Jahreseinkommen von unter 30.000 Euro pro Woche rund 2 Stunden mehr arbeiten, kommen Beschäftigte mit einem Jahresverdienst von 60.000 Euro auf das Doppelte an Extraarbeit. Spitzenverdiener mit einem Einkommen von 120.000 Euro und mehr leisten pro Woche mindestens 9,6 Überstunden.

Auch das Alter steht in Zusammenhang mit der Anzahl der geleisteten Überstunden: Junge Beschäftigte unter 20 Jahren arbeiten durchschnittlich 2 Stunden pro Woche länger. Über 60-Jährige leisten dagegen in der Regel 3,6 Stunden extra.

Wer wie viele Überstunden erbringt, unterscheidet sich auch von Branche zu Branche: Die meiste Mehrarbeit leisten Unternehmensberater, gefolgt von Angestellten im Bereich Konsum- und Gebrauchsgüter. Die deutliche Mehrheit (65,6 Prozent beziehungsweise 61,5 Prozent) dieser Beschäftigten erhält dabei keinen Ausgleich für die ihre Extra-Arbeit.

Am wenigsten Überstunden werden in der Maschinenbau-Branche geleistet (3,82 Stunden pro Woche). Für 43,21 Prozent dieser Beschäftigten bleibt dabei die Mehrarbeit ohne Ausgleich.

Ein Blick auf die Deutschlandkarte zeigt: Die Menschen in den neuen Bundesländern rund um Berlin und Leipzig kommen auf die meisten Überstunden. Am wenigste Mehrarbeit leisten die Beschäftigten in den Regionen um Nürnberg und Würzburg sowie in Teilen Thüringens.

Für die Untersuchung wurden Datensätze von 220.544 Personen aus den vergangenen 12 Monaten analysiert. Weitere Ergebnisse der Studie lesen Sie online.