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Corona-Pandemie: FAQ zur Grundsicherung durch Arbeitslosengeld II

Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Grundsicherung durch Arbeitslosengeld II

Das Wichtigste in Kürze

Wer kann Grundsicherung (Arbeitslosengeld II) beantragen?

Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende kann jede hilfebedürftige Person beantragen, die zu wenige oder keine Mittel hat, um den Lebensunterhalt für sich (und die eigene Familie) sicherzustellen.

Dies gilt unabhängig davon, ob die Person arbeitslos ist oder einer Beschäftigung nachgeht.
Grundlegende Voraussetzungen hierfür sind unter anderem:

  • Alter (zwischen 15 und der Regelaltersgrenze)
  • Gewöhnlicher Aufenthalt in Deutschland
  • Erwerbsfähigkeit: Als erwerbsfähig gilt, wer nicht durch Krankheit oder Behinderung auf absehbare Zeit außerstande ist, unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarkts mindestens drei Stunden täglich zu arbeiten.

Die Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende umfasst zunächst einmal einen Regelbedarf für den persönlichen Lebensunterhalt. Eine erwachsene alleinstehende Person erhält aktuell 432 Euro. Kinder erhalten je nach Alter einen Regelbedarf von 250 bis 354 Euro. Außerdem hängt der Regelbedarf davon ab, ob zum Beispiel noch ein (hilfebedürftiger) Partner mit im Haushalt lebt.

Außerdem können die Kosten der Unterkunft (Miete, Nebenkosten, Heizkosten) übernommen werden.

Für Bewilligungszeiträume, die in der Zeit vom 31.03.2020 bis einschließlich zum 30.08.2020 enden, werden die Leistungen auf Basis der Verhältnisse des bisherigen Bewilligungszeitraums einmalig automatisch weiter bewilligt. Sie brauchen in diesen Fällen keinen Weiterbewilligungsantrag zu stellen.

Der Antrag auf Grundsicherung kann formlos telefonisch, per E-Mail oder per Brief beim zuständigen Jobcenter gestellt werden. Antragsvordrucke und Hinweise, welche Angaben gemacht werden müssen, finden Sie auf der Seite Merkblätter und Formulare.

Wie Sie Grundsicherung beantragen können, sehen Sie auch im Erklärvideo: Antrag auf Arbeitslosengeld II ausfüllen.

Alle wichtigen Hinweise zur Grundsicherung finden Sie in der Kurzinformation Arbeitslosengeld II / Sozialgeld.

Was hat der Gesetzgeber beschlossen?

Der Gesetzgeber hat vorübergehend den Zugang zu Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende vereinfacht. Unter anderem sind folgende, befristete Änderungen in Kraft getreten:

  • Wer ab dem 01.03.2020 bis einschließlich zum 30.09.2020 einen Neuantrag auf Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende stellt, für den entfällt für die ersten 6 Monate die Vermögensprüfung, wenn erklärt wird, dass kein erhebliches Vermögen verfügbar ist.
  • In den ersten 6 Monaten des Leistungsbezugs werden die Ausgaben für Unterkunft und Heizung in tatsächlicher Höhe anerkannt.
  • Kinderzuschlag (KiZ) als Alternative zur Grundsicherung erhält, wessen Einkommen zwar für ihn selbst, nicht aber für seine Familie reicht. Bei Neuanträgen ist nun nur noch das Einkommen des letzten Monats (anstelle des letzten halben Jahres) entscheidend. Bei Einkommensverlusten etwa von selbstständigen Eltern entsteht so schneller ein Anspruch.

Hinweis: Der Gesetzgeber plant eine Verlängerung des vereinfachten Zugangs zur Grundsicherung bis zum 31. Dezember 2020. Nähere Informationen dazu finden Sie auf der Seite des BMAS.

Antworten auf häufig gestellte Fragen zur Grundsicherung

Alle Personen, die zu wenige oder keine eigenen Mittel zur Sicherung ihres Lebensunterhalts zur Verfügung haben, können einen Anspruch auf Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende haben. Dies gilt unabhängig davon, welche Beschäftigungsform diese Person hat beziehungsweise ob sie überhaupt eine Beschäftigung hat. Sie können einen Anspruch auf Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende haben, sofern Sie und gegebenenfalls Ihre Familie (Mitglieder Ihrer Bedarfsgemeinschaft) zu wenige oder keine eigenen Mittel zur Sicherung Ihres Lebensunterhalts zur Verfügung haben..

Grundlegende Voraussetzungen sind:

  • Sie müssen das 15 Lebensjahr vollendet und dürfen die Regelaltersgrenze nicht erreicht haben.
  • Sie müssen Ihren gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland haben.
  • Sie müssen erwerbsfähig und hilfebedürftig sein.


Weitere Informationen finden Sie im Merkblatt Arbeitslosengeld II / Sozialgeld (Punkt 8.1, Seite 29). 

Neue Regelung: Der Gesetzgeber hat vorübergehend den Zugang zu Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende  erleichtert. Wer ab dem 01.03.2020 und bis einschließlich dem 30.09.2020 einen Antrag auf Grundsicherung stellt, erhält Erleichterungen. Für die Dauer von sechs Monaten wird Vermögen nicht berücksichtigt, sofern es nicht erheblich ist. Die Aussetzung der Vermögensprüfung gilt für jeweils die ersten sechs Monate von Bewilligungszeiträumen, die in der Zeit vom 1. März bis zum 30. September 2020 beginnen. Die Aussetzung der Vermögensprüfung gilt nicht, wenn das Vermögen erheblich ist.

Ja, jedoch werden Kurzarbeitergeld und gegebenenfalls verbleibender Arbeitslohn als Einkommen angerechnet.

Wenn Sie Grundsicherung erhalten, bekommen Sie zunächst einen Regelbedarf zur Existenzsicherung. Dieser liegt für alleinstehende Personen aktuell bei 432 Euro pro Monat. Er kann sich verringern, wenn Sie zum Beispiel mit weiteren Personen in einem Haushalt leben. Die aktuellen Regelbedarfe je Haushaltskonstellation finden Sie im Merkblatt Arbeitslosengeld II / Sozialgeld (Punkt 8.5, Seite 36).

Hinzu kommen die Kosten der Unterkunft (Miete, Nebenkosten inklusive Heizkosten), die Krankenversicherung und bei Bedarf so genannte „Mehrbedarfe“, zum Beispiel für besondere Ernährung aus Krankheitsgründen.

Neue Regelungen: Der Gesetzgeber hat vorübergehend den Zugang zu Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende erleichtert. So sollen in den ersten 6 Monaten des Bezugs von Grundsicherung für Arbeitsuchende die Kosten für Unterkunft und Heizung in tatsächlicher Höhe anerkannt werden. Dies soll für Grundsicherungsanträge gelten, die ab dem 01.03.2020 bis einschließlich 30.09.2020 gestellt werden.

Den vereinfachten Antrag auf Arbeitslosengeld II können Sie am einfachsten online übermitteln. Alternativ können Sie den Antrag bei Ihrem zuständigen Jobcenter per E-Mail oder Post einreichen. Sie können auch formlos einen Antrag an Ihr zuständiges Jobcenter richten (zum Beispiel per Telefon) – Ihr Jobcenter wird sich anschließend mit Ihnen in Verbindung setzen. Sie müssen dabei alle notwendigen Angaben machen. Welche das sind, können Sie auf der Seite Arbeitslosengeld II beantragen nachlesen. Nutzen Sie auch die online verfügbaren Merkblätter und Formulare sowie die Erklärvideos.

Sie finden alle Informationen zu den Nachweisen, die Sie vorweisen müssen, im Bereich Merkblätter und Formulare. Selbstständige müssen zusätzlich die folgende Anlage ausfüllen: Anlage zum Einkommen Selbstständiger (KAS).

Die Vorlage der Kontoauszüge kann zur Vermögensprüfung, aber auch zur Prüfung der Einkommensverhältnisse erforderlich sein.

Ihre Angabe, dass Sie und die weiteren Mitglieder der Bedarfsgemeinschaft über kein erhebliches Vermögen verfügen (sofort für den Lebensunterhalt verwertbares Vermögen der Antragstellerin / des Antragstellers über 60.000 Euro sowie über 30.000 Euro für jede weitere Person in der Bedarfsgemeinschaft), wird grundsätzlich ohne weitere Prüfung akzeptiert. 

Allerdings gelten die Regeln zur Berücksichtigung von Einkommen (§§ 11 ff. SGB II) und zur Sicherstellung der Nachrangigkeit der Leistungen des SGB II (§ 12a SGB II) unverändert weiter. Dies bedeutet, dass die Jobcenter auch jetzt prüfen müssen, ob bisherige Einkünfte noch und in welcher Höhe bezogen werden. Die Einkünfte können unter Umständen die Hilfebedürftigkeit der Bedarfsgemeinschaft vermindern oder auch ganz vermeiden. Das Jobcenter muss auch prüfen, ob und inwieweit andere Behörden oder Dritte zur Sicherstellung des Lebensunterhaltes vorrangig finanzielle Unterstützung leisten müssen. Aus diesen Gründen ist es notwendig, dass die Jobcenter alle Kontoauszüge der letzten bis zu 6 Monate einsehen. Sie sind verpflichtet, die Kontoauszüge im Rahmen Ihrer Mitwirkungspflichten vorzulegen. 

Sie müssen Ihr Vermögen in den ersten 6 Monaten des Leistungsbezuges nicht aufbrauchen, wenn Ihr Bewilligungszeitraum zwischen dem 1. März 2020 bis einschließlich 30. September 2020 beginnt.

Das gilt aber nur, wenn Sie kein erhebliches verwertbares Vermögen besitzen. Verwertbares Vermögen sind Bargeld und sonstige liquide Mittel, zum Beispiel Girokonten, Sparbücher, Schmuck, Aktien oder Lebensversicherungen.

Besitzt das erste Mitglied der Bedarfsgemeinschaft verwertbares Vermögen in Höhe von über 60.000 Euro, besteht kein Anspruch auf Grundsicherung. Für jedes weitere Mitglied gilt eine Höchstgrenze von 30.000 Euro.

Selbstgenutztes Wohneigentum ist in der Regel nicht sofort verwertbar. Es wird daher nicht als erhebliches Vermögen gewertet.

Auch Vermögen, das der Altersvorsorge dient (insbesondere Kapitallebensversicherungen und Kapitalrentenversicherungen), ist kein erhebliches Vermögen. Das gilt unabhängig von seinem Wert.

Ja, wenn Sie mit Ihrem Partner beziehungsweise Ihrer Partnerin zusammen in einem Haushalt leben, bilden Sie eine so genannte „Bedarfsgemeinschaft“ und wirtschaften gemeinsam.

Die Miete, die Nebenkosten und die Heizkosten werden übernommen.

Neue Reglung: Der Gesetzgeber hat  vorübergehend den Zugang zu Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende erleichtert. So sollen in den ersten 6 Monaten des Bezugs von Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende die Kosten für Unterkunft und Heizung in tatsächlicher Höhe anerkannt werden. Dies soll für Grundsicherungsanträge gelten, die ab dem 01.03.2020 bis einschließlich zum 30.09.2020 gestellt werden.

Ja. Je nach Alter liegt der Regelbedarf beziehungsweise das Sozialgeld bei 250 bis 345 Euro. Kindergeld ist Einkommen und wird bei dem jeweiligen Kind bei der Berechnung der Grundsicherungsleistung berücksichtigt. Weitere Informationen zum Kindergeld finden Sie auf der Seite Kindergeld verstehen.

Die aktuellen Regelbedarfe für die verschiedenen Personengruppen finden Sie im Merkblatt Arbeitslosengeld II / Sozialgeld Punkt 8.5, Seite 36).

Nein. Aber: Wenn Sie solche Kosten haben, vermindern diese das Einkommen, das Ihnen auf den Regelbedarf angerechnet wird. Dadurch kann für Sie ein höherer Bedarf – also ein höherer Anspruch auf Grundsicherungsleistungen – entstehen.

Für Ihre laufenden Kosten kann es aber Kredite oder Zuschüsse geben. Informationen hierzu finden Sie unter anderem auf den Seiten des Bundeswirtschaftsministeriums und des Bundesfinanzministeriums.

Das lässt sich nicht pauschal sagen. Es gibt bislang keine Anzeichen für längere Verzögerungen bei der Antragsbearbeitung. Aber: Je schneller alle benötigten Unterlagen eingereicht sind, desto schneller können sie bearbeitet und die Leistungen ausgezahlt werden.

Sobald Ihre Leistungen bewilligt sind, werden sie immer einen Kalendertag vor dem Anspruchsmonat ausgezahlt. Zum Beispiel: Der Anspruch für April wird Ende März ausgezahlt.

Ändert sich Ihr Einkommen, müssen Sie dies in jedem Fall Ihrem Jobcenter mitteilen und nachweisen. Nutzen dafür das Formular Veränderungsmitteilung (VÄM) und schicken Sie dieses an Ihr zuständiges Jobcenter.

Weitere Informationen finden Sie auf der Seite: Änderungen und Nachweise

Wichtig: Wenn sich die gesamtwirtschaftliche Situation wieder entspannt, kann es sein, dass Ihr Jobcenter Ihre Einkommenssituation überprüft. In diesem Fall haben Sie eine Mitwirkungspflicht und müssen entsprechende Nachweise einreichen.

Die Corona-Soforthilfe gilt nicht als Einkommen, sondern als zweckbestimmte Einnahme: Sie muss zur Deckung der Betriebskosten eingesetzt werden. Darin unterscheidet sich die Corona-Soforthilfe wesentlich von den Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts (Grundsicherung durch Arbeitslosengeld II), die für Ausgaben wie Lebensmittel oder Miete eingesetzt werden dürfen.

Die Corona-Soforthilfe gilt auch nicht als Einkommen, wenn sie die Betriebsausgaben übersteigt. Andere Betriebseinnahmen als die Soforthilfe werden jedoch als Einkommen angerechnet.

Beispiel: Als Unternehmer haben Sie 700 Euro Betriebsausgaben und erhalten 2.000 Euro Corona-Soforthilfe. Sie haben keine weiteren Betriebseinnahmen.

Die Corona-Soforthilfe übersteigt die Betriebsausgaben in diesem Fall um 1.300 Euro. Da Sie keine weiteren Betriebseinnahmen haben, gibt es kein Einkommen, das berücksichtigt werden müsste.

Endet Ihr Bewilligungszeitraum zwischen 31. März 2020 und (einschließlich) 30. August 2020, gelten vorübergehende Prüfungserleichterungen. Konkret: Sie brauchen derzeit keinen Weiterbewilligungsantrag stellen. Ihre Leistungen werden einmalig automatisch auf Basis der Verhältnisse des bisherigen Bewilligungsabschnittes weiter bewilligt – vorausgesetzt, Sie sind weiterhin hilfebedürftig und Ihre finanziellen wie persönlichen Verhältnisse haben sich nicht geändert.

Es gibt eine Vielzahl von unterschiedlichen Sozialleistungen, wie zum Beispiel Kindergeld, Wohngeld, Kinderzuschlag. Einige dieser Leistungen schließen einen parallelen Bezug von Grundsicherung aus.

Weitere Informationen zum Kindergeld finden Sie auf der Seite Kindergeld verstehen.

Alles Wichtige über den Kinderzuschlag erfahren Sie auf der Seite Kinderzuschlag verstehen.

Mehr zum Wohngeld lesen auf der Website des Innenministeriums.

Die Bundesregierung plant für Solo-Selbstständige und Kleinstunternehmen außerdem Finanzhilfen in Form von Darlehen und Zuschüssen. Informationen hierzu finden Sie unter anderem auf den Seiten des Bundeswirtschaftsministeriums und des Bundesfinanzministeriums.

Wenn Sie Beschäftigte haben, die zurzeit einen Arbeits- und Entgeltausfall haben, können Sie für diese Beschäftigten Kurzarbeitergeld beantragen.

Neben Kurzarbeitergeld durch Sie als Arbeitgeber können auch Ihre Beschäftigten selbst Grundsicherung, Wohngeld und andere Sozialleistungen beantragen. Auch der Arbeitgeber kann Grundsicherungsleistungen beantragen.

Sie können während des Leistungsbezugs in ihrem bisherigen Versicherungstarif versichert bleiben oder in den Basistarif wechseln, der von jedem privaten Krankenversicherungsunternehmen angeboten werden muss. Der Beitrag in diesem Basistarif wird für die Dauer des Bezugs von Arbeitslosengeld II halbiert und bis zu dieser Höhe als Zuschuss übernommen. Die Leistungen im Basistarif sind vergleichbar mit denen der gesetzlichen Krankenversicherung.

Sofern Sie in Ihrem bisherigen Versicherungstarif versichert bleiben möchten, wird Ihr individueller Beitrag als Vergleich herangezogen. Der günstigere Betrag kann als Zuschuss gezahlt werden.

Wenn Sie nach dem 15. März 2020 aufgrund bestehender Hilfebedürftigkeit nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch (SGB II) in den Basistarif gewechselt sind (beziehungsweise wechseln) und Ihre Hilfebedürftigkeit innerhalb von 2 Jahren endet, haben Sie jedoch unter Berücksichtigung Ihrer vormals erworbenen Rechte und ohne erneute Gesundheitsprüfung ein Rückkehrrecht in Ihren letzten Tarif vor dem Wechsel. Hierfür müssen Sie innerhalb von 3 Monaten nach Beendigung der Hilfebedürftigkeit einen Antrag bei Ihrem privaten Versicherungsunternehmen stellen.

Sollte Ihre Hilfebedürftigkeit nicht nur vorrübergehend sein und länger als 2 Jahre andauern, ist in der Regel eine Rückkehr aus dem Basistarif in Ihren bisherigen Leistungstarif an eine erneute Gesundheitsprüfung geknüpft und führt somit häufig zu zum Teil deutlich höheren Beiträgen oder zu Leistungsausschlüssen. Verbleiben Sie im Basistarif, ist nach Ende des Leistungsbezugs der volle Beitrag im Basistarif bis zum Höchstbeitrag von derzeit 735,94 Euro der gesetzlichen Krankenversicherung zu zahlen. Bitte lassen Sie sich dazu von Ihrem privaten Krankenversicherungsunternehmen beraten.

Weitere Informationen enthalten sowohl das Merkblatt zum Zuschuss zur Kranken- und Pflegeversicherung als auch das Merkblatt zum Zuschuss zu Beiträgen der Kranken- und Pflegeversicherung, um Hilfebedürftigkeit zu vermeiden.

Durch den Bezug von Arbeitslosengeld II tritt eine Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung ein. Die freiwillige Krankenversicherung wird dadurch verdrängt. Sie brauchen dann für die Zeit den Arbeitslosengeld II-Bezugs keine Beiträge an die Krankenkasse zahlen. Die Beiträge werden – wie bei allen gesetzlich versicherten Arbeitslosgengeld II-Bezieher – von der Bundesagentur für Arbeit direkt an das Bundesamt für Soziale Sicherung überwiesen.

Erzielen Sie Einkommen, welches in Höhe Ihren Bedarf nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch deckt, jedoch nicht ausreicht, die Beiträge zu freiwilligen gesetzlichen Krankenversicherung in Gänze zu zahlen, kann das Jobcenter Ihnen einen Zuschuss im erforderlichen Umfang gewähren.

Weitere Informationen enthalten sowohl Merkblatt zum Zuschuss zur Kranken- und Pflegeversicherung als auch das Merkblatt zum Zuschuss zu Beiträgen der Kranken- und Pflegeversicherung, um Hilfebedürftigkeit zu vermeiden.

Studierende, deren Ausbildung im Rahmen des Bundesausbildungsförderungsgesetzes (BAföG) dem Grunde nach förderungsfähig ist, und die nicht mehr im Haushalt der Eltern wohnen, haben keinen Anspruch auf Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende. Der Zugang von Studierenden in die Grundsicherung für Arbeitsuchende wurde auch nicht mit dem Gesetz für den leichteren Zugang zu sozialer Sicherung und zum Einsatz und zur Absicherung sozialer Dienstleister aufgrund des Corona-Virus (Sozialschutz-Paket) geändert. 

In diesen Fällen kann aber ein Anspruch auf die vorrangige Leistung nach dem BAföG bestehen. Wenn Ihr Einkommen – zum Beispiel aufgrund des Wegfalls des eigenen Nebenjobs oder des Elternunterhaltes (aufgrund Kurzarbeit oder Jobverlust) – nicht ausreicht, um den Lebensunterhalt zu bestreiten, sollten Sie sich an Ihre BAföG-Stelle wenden. Stellen Sie gegebenenfalls erstmalig einen Antrag auf Leistungen nach dem BAföG oder bitten Sie um eine Neuberechnung der Leistungen nach dem BAföG (Aktualisierungsantrag).

Bei Studierenden, die aus persönlichen Gründen wie zum Beispiel dem Erreichen der Altersgrenze keinen Anspruch auf Leistungen nach dem BAföG haben, obwohl das Studium dem Grunde nach förderungsfähig ist, besteht weiterhin kein Anspruch auf Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende. 

Für Studierende, die die BAföG-Kriterien nicht erfüllen oder sich trotz BAföG in einer Corona-bedingten Notlage befinden, ist die Überbrückungshilfe gedacht: Sie können einen Zuschuss in Höhe von jeweils bis zu 500 Euro in den Monaten Juni, Juli und August 2020 beantragen. Weitere Informationen erhalten Sie auf der Seite Wissenswertes zur Überbrückungshilfe für Studierende des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Zur Überbrückungshilfe gehört außerdem ein zinsloses Darlehen in Höhe von bis zu 650 Euro im Monat. Es kann bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) beantragt werden. Die KfW informiert in der Pressemitteilung KfW-Studienkredit soll Studierende in der Corona-Krise unterstützen darüber.

Nur ausnahmsweise kann ein Anspruch auf ein Darlehen nach § 27 Absatz 3 SGB II bestehen. Vorrausetzung dafür ist, dass der Ausschluss von der Grundsicherung für Arbeitsuchende für Sie eine besondere Härte bedeutet. Allein die allgemeinen Auswirkungen der Corona-Pandemie begründen eine solche Härte nicht. Insbesondere die bloße Unterschreitung des bisherigen Verdienstniveaus (zum Beispiel durch Wegfall der Nebenbeschäftigung) stellt noch keine besondere Härte im Sinne der gesetzlichen Vorschrift dar. Vor der Beantragung eines Darlehens kommt auch die Suche einer neuen Nebenbeschäftigung – insbesondere in den systemrelevanten Berufen (zum Beispiel Einzelhandel) – in Betracht.

Als Künstler/in können Sie aufgrund Ihrer beruflichen Tätigkeit einen Anspruch auf Soforthilfen haben. Inwieweit eine Unterstützung möglich ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab, die in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich ausgestaltet sind. Nähere Informationen finden Sie auf der Website der Bundesregierung und den dort verlinkten Internetauftritten der einzelnen Bundesländer. 

Zusätzlich bzw. ergänzend können Sie einen Anspruch auf die Grundsicherung für Arbeitsuchende haben, wenn Ihnen zu wenige oder keine eigenen Mittel zur Sicherung Ihres Lebensunterhalts zur Verfügung stehen. Die Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende dienen der Sicherung Ihrer persönlichen Aufwendungen für den privaten Lebensunterhalt, insbesondere Miete, Essen und andere notwendige private Kosten. Grundlegende Voraussetzung dafür ist nach § 7 SGB II, dass Sie das 15. Lebensjahr vollendet und die Regelaltersgrenze noch nicht erreicht haben, Ihren gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland haben, sowie erwerbsfähig und hilfebedürftig sind. Weitere Informationen finden Sie im Merkblatt Arbeitslosengeld II / Sozialgeld (Punkt 8.1, Seite 29).

Nein, solange die Beihilfen und Unterstützungen, die Ihnen Ihr Arbeitgeber für Ihren Einsatzes während der Corona-Krise gewährt, 1.500 Euro nicht übersteigen.

Gleiches gilt für Pflege-Boni und sonstige entsprechende Leistungen aus den Haushalten des Bundes oder der Länder.