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Pflege und Beruf vereinbaren

Berufstätige, die sich um die Pflege von Angehörigen kümmern, können sich schnell überfordert fühlen. Es gibt jedoch Möglichkeiten, die Arbeitszeit zu reduzieren oder sich vorübergehend freistellen zu lassen.

Wird ein Familienmitglied pflegebedürftig und soll zu Hause versorgt werden,  gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie Sie das mit Ihrem Job vereinbaren können.

Pflegeunterstützungsgeld

Wenn Sie wegen eines Pflegefalls kurzzeitig nicht arbeiten, können Sie Pflegeunterstützungsgeld beantragen. Diese Lohnersatzleistung erhalten Sie, wenn Sie eine sofortige berufliche Auszeit von bis zu 10 Tagen nehmen müssen.

Das Pflegeunterstützungsgeld können Sie bei der Pflegekasse beantragen.

Pflegezeit

Wenn Sie Angehörige länger zu Hause pflegen, können Sie eine Pflegezeit nehmen. Dabei ist eine Freistellung bis zu 6 Monate möglich – entweder vollständig oder in Form einer Arbeitszeitreduzierung.

Wichtig: Einen Anspruch auf Pflegezeit haben Sie erst, wenn bei Ihrem Arbeitgeber mehr als 15 Beschäftigte tätig sind.

Familienpflegezeit

Familienpflegezeit ist bis zu 24 Monate möglich. Dabei reduzieren Sie Ihre Arbeitszeit bis auf mindestens 15 Stunden pro Woche. Sind Sie zum Beispiel Vollzeit beschäftigt, können Sie wähend der Familienpflegezeit Ihre Arbeitszeit halbieren.

Während dieser Phase erhalten Sie ein Gehalt in Höhe von 75 Prozent Ihres bisherigen Bruttoeinkommens.

Zum Ausgleich müssen Sie im Anschluss an die Pflegephase wieder voll arbeiten. Sie bekommen aber weiterhin nur 75 Prozent des Gehalts. Das gilt so lange, bis Ihr Arbeitszeitkonto wieder ausgeglichen ist.

Weitere Informationen zum Pflegeunterstützungsgeld, zur Pflegezeit und Familienpflegezeit finden Sie auf der Website des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales.

Während Sie eine pflegebedürftige Person pflegen, können Sie Arbeitslosengeld beziehen. Sie müssen aber jederzeit eine Arbeit aufnehmen oder an einer Maßnahme teilnehmen können. Stellen Sie sicher, dass die pflegebedürftige Person in diesen Fällen weiterhin gepflegt wird.

Wie lange Sie während der Pflege Arbeitslosengeld beziehen können, klärt Ihre Ansprechpartnerin oder Ihr Ansprechpartner bei der Agentur für Arbeit mit Ihnen.

Wenn Sie als Pflegeperson eine pflegebedürftige Person pflegen und dafür aus Ihrem Beruf aussteigen, übernimmt die Pflegeversicherung Ihre Beiträge zur Arbeitslosenversicherung.

Sie gelten als Pflegeperson, wenn

  • Sie eine pflegebedürftige Person des Pflegegrades 2 bis 5 in deren häuslichen Umgebung pflegen,
  • Sie die Pflege nicht erwerbsmäßig übernehmen,
  • Sie mindestens 10 Stunden pro Woche mit der Pflege der Person verbringen und
  • sich die Pflege regelmäßig auf mindestens 2 Tagen in der Woche verteilt.

Auf diese Weise vermeiden Sie, dass Ihre Beitragszahlungen zur Arbeitslosenversicherung unterbrochen werden. Das bedeutet: Ihr Anspruch auf Arbeitslosgeld ist nicht gemindert, obwohl Sie Ihre Beschäftigung unterbrechen oder aufgeben.

Wenn Sie dazu weitere Fragen haben, wenden Sie sich bitte an die Pflegeversicherung der pflegebedürftigen Person.