Arbeitnehmerin, Mutter und Vorbild

Christina Häußler (35) ist alleinerziehend und in Vollzeit berufstätig. Trotz einer 40-Stunden-Woche verbringt sie fast jeden Nachmittag mit ihrer dreijährigen Tochter. Der Alltag erfordert eine Menge Organisationstalent.

Christina Häußler lebt seit einem Jahr mit ihrer Tochter Stella allein. Ohne einen Vollzeitjob würde die Wahl-Berlinerin finanziell nicht über die Runden kommen. Gleichzeitig ist ihr eine starke Bindung zu ihrer Tochter sehr wichtig. Deshalb will sie das Kind nachmittags selbst betreuen.

Zeit zu Hause dank Telearbeit

Ihr Arbeitgeber, ein Unternehmen, das für die Bundesregierung für Außenwirtschaft und Standortmarketing tätig ist, ermöglicht das. Hier dürfen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Kindern teilweise von zu Hause aus arbeiten. Das kann bis zu 50 Prozent der Arbeit umfassen. Telearbeit nennt sich das Konzept.

Die Kommunikationswissenschaftlerin ist im Unternehmen für das digitale Marketing zuständig. Sie konzipiert verschiedene Online-Kampagnen. Eines der Ziele: ausländische Unternehmen für Investitionen in Deutschland gewinnen.

Nach der Kita geht Christina Häußler mit ihrer Tochter auf den Spielplatz.

Anerkennung im Job

Um 9 Uhr morgens beginnt Christina Häußler ihre Arbeit im Büro. Dann hat sie bereits ein sportliches Programm hinter sich. Eine halbe Stunde Yoga jeden Morgen ist ihr sehr wichtig. Genauso wie das Frühstück mit Stella, die sie anschließend zur Kita bringt.

Zwischendurch hat sie auch schon die wichtigsten E-Mails bearbeitet. Dann kommt der „ruhigere Teil des Tages“, wie sie es ironisch nennt. Denn im Büro kann sie sich voll auf ihre Arbeit konzentrieren. „Im Job bekomme ich Anerkennung. Die kriege ich als Mutter viel weniger“, beschreibt sie ihre Motivation.

„Viele Frauen machen interessante Jobs und sind gleichzeitig gute Mütter. Von denen gucke ich mir gerne etwas ab.“

Spätestens um 16 Uhr holt sie Stella wieder aus der Kita ab: Spielplatzzeit. Und zwischendurch immer wieder E-Mails checken. Es ist oft 21 Uhr oder später, bis ihre Tochter eingeschlafen ist. Falls beruflich viel los ist, muss sie dann nochmal an den Schreibtisch. Wenn möglich, gönnt sie es sich, früh ins Bett zu gehen.

An zwei Tagen die Woche ist Stella bei ihrem Vater. Dann hat Christina Häußler mal Zeit für sich alleine.

 

Vorbild sein

Christina Häußler muss ihren Alltag komplett durchorganisieren. Nur so bekommt sie Job und Familienleben unter einen Hut. Glücklicherweise ist ihre Tochter nur selten krank. Dann bleiben sie oder Stellas Vater zu Hause.

„Viel schlimmer ist es, wenn ich krank bin. Dann funktioniert nichts mehr“, bringt sie es auf den Punkt. Auf die Unterstützung ihrer Eltern kann sie im Alltag nicht zurückgreifen. Die leben in Bayern. Im Notfall hat sich ihre Mutter aber auch schon nach Berlin aufgemacht.

Allerdings ist es Christina Häußler sehr wichtig, selbst klar zu kommen. Ihr Beruf und die finanzielle Unabhängigkeit sind dabei für sie ganz entscheidend. Zudem möchte sie ein Vorbild für ihre Tochter sein. Vorbilder sucht sie sich übrigens auch selbst, etwa in ihrem Freundeskreis. „Viele Frauen machen interessante Jobs und sind gleichzeitig gute Mütter. Von denen gucke ich mir gerne etwas ab.“

Das bringt weiter bei der Vereinbarung von Familie und Beruf: