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Kindergeld für Kinder mit Behinderung

Für Kinder mit Behinderung gelten beim Kindergeld besondere Regeln. Informieren Sie sich darüber, wie wir Sie finanziell unterstützen können.

Ist Ihr Kind behindert, haben Sie Anspruch auf Kindergeld – unabhängig davon, wie alt Ihr Kind ist. Eine hochgradige Behinderung allein begründet den Anspruch auf Kindergeld jedoch nicht.

Voraussetzung ist, dass die Behinderung eingetreten ist, bevor das Kind sein 25. Lebensjahr vollendet hat. Außerdem muss die Behinderung der Grund dafür sein, dass Ihr Kind nicht genügend finanzielle Mittel hat, um seinen notwendigen Lebensbedarf selbst zu decken. Grundsätzlich ist diese Voraussetzung erfüllt, wenn im Schwerbehindertenausweis oder einem ähnlichen Dokument des Kindes das Merkzeichen "H" (= hilflos) eingetragen ist.

Der notwendige Lebensbedarf eines behinderten Kindes setzt sich aus dem allgemeinen Lebensbedarf und einem behinderungsbedingten Mehrbedarf zusammen.

Als allgemeiner Lebensbedarf werden Aufwendungen bezeichnet, die nötig sind, um ein angemessenes Leben zu führen.

Der notwendige Lebensbedarf eines behinderten Kindes setzt sich aus zwei Beträgen zusammen.

1. Grundfreibetrag

Der Gesetzgeber hat das Existenzminium pro Jahr durch den sogenannten Grundfreibetrag festgelegt. Dieser gilt für alle Bundesbürger, ob mit oder ohne Behinderung. Der Grundfreibetrag wird auch als allgemeiner Lebensbedarf bezeichnet und wird jährlich angepasst.

Jahr Grundfreibetrag  
2012 8.004 Euro
2013 8.130 Euro
2014 8.354 Euro
2015 8.472 Euro
2016 8.652 Euro
2017 8.820 Euro
2018 9.000 Euro

2. Behinderungsbedingter Mehrbedarf

Dieser Bedarf ist individuell unterschiedlich. Bestimmt wird er durch die finanziellen Belastungen, die sich durch die Behinderung des Kindes ergeben.

Informieren Sie sich bei Ihrer Ansprechpartnerin oder Ihrem Ansprechpartner bei der Familienkasse darüber, welche finanziellen Aufwendungen Sie geltend machen können, oder ob für Sie ein Pauschalbetrag infrage kommt.

Grundfreibetrag und behinderungsbedingter Mehrbedarf zusammen bilden den notwendigen Lebensbedarf des behinderten Kindes. 

Das mögliche Nettoeinkommen des Kindes und die Leistungen Dritter (zum Beispiel Pflegegeld, Eingliederungshilfe, Fahrtkostenzuschüsse) zusammen genommen, werden als finanzielle Mittel des Kindes bezeichnet.

 Das Nettoeinkommen umfasst:

  • alle Einkünfte aus steuerpflichtiger Beschäftigung
  • alle steuerfreien Einnahmen (zum Beispiel Leistungen aus dem SGB III)
  • Steuererstattungen (Einkommensteuer, Kirchensteuer, Solidaritätszuschlag).

Davon abzuziehen sind:

  • tatsächlich gezahlte Steuern (Steuervorauszahlungen beziehungsweise -nachzahlungen, Steuerabzugsbeträge)
  • unvermeidbare Vorsorgeaufwendungen (Beiträge zu einer Kranken- und Pflegepflichtversicherung, Sozialabgaben bei Arbeitnehmern).

Ist der notwendige Lebensbedarf höher als die finanziellen Mittel, dann kann Ihr Kind seinen Lebensbedarf selbst nicht decken.

Grundsätzlich muss eine Behinderung immer nachgewiesen werden. In der Regel reicht dafür der Schwerbehindertenausweis. Andere mögliche Dokumente für den Nachweis sind:

  • Feststellungsbescheid des Versorgungsamtes
  • Rentenbescheid
  • Pflegegeld-Bescheid
  • ärztliches Gutachten.

Wichtig:
Bitte achten Sie dabei auf die Gültigkeitsdauer des jeweiligen Nachweises. Ein Schwerbehindertenausweis läuft zum Beispiel nach fünf Jahren ab und muss verlängert werden. Das verlängerte Dokument muss dann der Familienkasse erneut vorgelegt werden.