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Kindergeld für Kinder mit Behinderung

Für Kinder mit Behinderung gelten beim Kindergeld besondere Regeln. Informieren Sie sich darüber, wie wir Sie finanziell unterstützen können.

Hat ihr Kind eine Behinderung, können Sie – unabhängig davon, wie alt Ihr Kind ist – Anspruch auf Kindergeld haben. Eine Behinderung allein begründet den Anspruch auf Kindergeld jedoch nicht.

Voraussetzung ist, dass die Behinderung eingetreten ist, bevor das Kind sein 25. Lebensjahr vollendet hat. Ist das Kind bis einschließlich 1981 geboren, muss die Behinderung eingetreten sein, bevor das 27. Lebensjahr vollendet ist. Außerdem ist Voraussetzung, dass Ihr Kind nicht genügend finanzielle Mittel hat, um seinen notwendigen Lebensbedarf selbst zu decken. Grund hierfür muss die Behinderung sein. Grundsätzlich ist diese Voraussetzung erfüllt, wenn im Schwerbehindertenausweis oder einem ähnlichen Dokument des Kindes das Merkzeichen "H" (= hilflos) eingetragen ist.

Der notwendige Lebensbedarf eines Kindes mit Behinderung setzt sich aus dem allgemeinen Lebensbedarf und dem individuellen behinderungsbedingten Mehrbedarf zusammen.

Die Höhe des allgemeinen Lebensbedarfs wird durch den Gesetzgeber festgelegt (steuerlicher Grundfreibetrag). Der individuelle behinderungsbedingte Mehrbedarf bestimmt sich nach den zusätzlichen finanziellen Belastungen, die durch die Behinderung ausgelöst werden.

Der notwendige Lebensbedarf eines Kindes mit Behinderung setzt sich aus zwei Beträgen zusammen.

1. Allgemeiner Lebensbedarf (steuerlicher Grundfreibetrag)

Der Gesetzgeber legt den allgemeinen Lebensbedarf pro Jahr durch den sogenannten (steuerlichen) Grundfreibetrag fest. Dieser gilt für alle Personen gleich, unabhängig davon, ob eine Behinderung vorliegt.

Jahr Grundfreibetrag  
2012 8.004 Euro
2013 8.130 Euro
2014 8.354 Euro
2015 8.472 Euro
2016 8.652 Euro
2017 8.820 Euro
2018 9.000 Euro

2. Behinderungsbedingter Mehrbedarf

Dieser Bedarf ist individuell unterschiedlich. Bestimmt wird er durch die zusätzlichen finanziellen Belastungen, die sich durch die Behinderung des Kindes ergeben.

Informieren Sie sich bei Ihrer Ansprechpartnerin oder Ihrem Ansprechpartner bei der Familienkasse darüber, welche finanziellen Aufwendungen Sie geltend machen können, oder ob für Sie ein Pauschalbetrag infrage kommt.

Das verfügbare Nettoeinkommen des Kindes und die Leistungen Dritter (zum Beispiel Pflegegeld, Eingliederungshilfe, Fahrtkostenzuschüsse) zusammen genommen, werden als finanzielle Mittel des Kindes bezeichnet.

 Verfügbares Nettoeinkommen

Das verfügbare Nettoeinkommen sind alle Einkünfte abzüglich gezahlter Steuern und bestimmter Vorsorgeaufwendungen. 

Einkünfte sind insbesondere:

  • alle steuerpflichtigen Einkünfte (zum Beispiel Entgelt aus nichtselbständiger Beschäftigung, Einkünfte aus Kapitalvermögen etc.)
  • alle steuerfreien Einnahmen (zum Beispiel Leistungen zur Arbeitsförderung nach dem Dritten Buch Sozialgesetzbuch)
  • Steuererstattungen (Einkommensteuer, Kirchensteuer, Solidaritätszuschlag etc.).

Davon abzuziehen sind:

  • tatsächlich gezahlte Steuern (Steuervorauszahlungen beziehungsweise -nachzahlungen, Steuerabzugsbeträge)
  • unvermeidbare Vorsorgeaufwendungen (Beiträge zu einer Kranken- und Pflegepflichtversicherung, Sozialabgaben bei Arbeitnehmern).

Ist der notwendige Lebensbedarf höher als die finanziellen Mittel, dann kann das Kind seinen Lebensbedarf selbst nicht decken.

Sie müssen nachweisen, dass eine Behinderung vorliegt. In der Regel reicht dafür der Schwerbehindertenausweis. Andere mögliche Dokumente für den Nachweis sind:

  • Feststellungsbescheid des Versorgungsamtes
  • Rentenbescheid
  • Pflegegeld-Bescheid
  • ärztliches Gutachten.

Wichtig:
Bitte achten Sie dabei auf die Gültigkeitsdauer des jeweiligen Nachweises. Ein Schwerbehindertenausweis läuft zum Beispiel nach fünf Jahren ab und muss verlängert werden. Das verlängerte Dokument muss dann der Familienkasse erneut vorgelegt werden.