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Kinderzuschlag: Anspruch, Höhe, Dauer

Wenn Eltern mit ihrem Einkommen den eigenen Lebensbedarf decken können, aber nicht den ihrer Kinder, können sie Kinderzuschlag erhalten.

Voraussetzungen für Kinderzuschlag

Kinderzuschlag ist eine zusätzliche Leistung zum Kindergeld. Sie haben Anspruch darauf, wenn …

  • Ihr Kind in Ihrem Haushalt lebt, unter 25 Jahre und unverheiratet ist beziehungsweise nicht in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft lebt,
  • Sie Kindergeld (oder eine vergleichbare Leistung) für Ihr Kind erhalten,
  • Ihr Einkommen zusammen mit dem Kinderzuschlag so hoch ist, dass Sie keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld II oder Sozialgeld haben,
  • Ihr Bruttoeinkommen mindestens 900 Euro (Elternpaare) oder 600 Euro (Alleinerziehende) beträgt und die Höchsteinkommensgrenze nicht übersteigt. Die Höchsteinkommensgrenze wird für jede Familie einzeln errechnet. Sie hängt unter anderem von den Lebenshaltungskosten ab.

Weitere Informationen finden Sie im Merkblatt Kinderzuschlag.

Eltern spielen mit ihrem Kind im Wohnzimmer

Mit dem interaktiven Video-Tool „KiZ-Lotse“ können Sie schnell und bequem prüfen, ob Sie Anspruch auf Kinderzuschlag haben.

Höhe und Auszahlung des Kinderzuschlags

Sie können monatlich höchstens 185 Euro pro Kind erhalten. Wie viel Geld Sie bekommen, hängt von Ihrem Einkommen und Vermögen, dem Ihres Partners und Ihrer Kinder ab. Kinderzuschlag und Kindergeld werden Ihnen am selben Tag ausgezahlt. Informieren Sie sich über die Auszahlungstermine 2019. Den Kinderzuschlag bekommt in der Regel derjenige, der das Kindergeld erhält.

Kinderzuschlag beantragen

Füllen Sie den Antrag auf Kinderzuschlag aus und reichen Sie Ihn mit den nötigen Unterlagen und Nachweisen bei der Familienkasse ein. Wo Sie den Antrag finden, was Sie beim Ausfüllen beachten müssen und welche Dokumente Sie benötigen, erfahren Sie in unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung.

Bearbeitungszeit und Bescheid

Sobald uns Ihr Antrag vorliegt, überprüfen wir Ihre Angaben und Unterlagen. Wenn etwas fehlt, rufen wir Sie an oder schreiben Ihnen. Wenn Sie nach 6 Wochen noch nichts von uns gehört haben, können Sie telefonisch nach dem Stand der Bearbeitung fragen:

0800 4 5555 30 (gebührenfrei)


Sie erhalten per Post einen Bescheid von uns. In diesem Schreiben erfahren Sie, ob Ihr Antrag bewilligt wurde und für welchen Zeitraum. In der Regel wird Ihnen Kinderzuschlag für 6 Monate bewilligt. Ist der Bewilligungszeitraum abgelaufen, müssen Sie den Kinderzuschlag neu beantragen.

Bearbeiten wir den Antrag etwas länger, ändert sich Ihr Bewilligungszeitraum nicht. Bewilligte Kinderzuschläge werden Ihnen zum nächstmöglichen Termin nachgezahlt.

Beispiel: Sie haben im März Kinderzuschlag beantragt. Ende April erhalten Sie den Bescheid, in dem Ihnen Kinderzuschlag bewilligt wird. An Ihrem nächsten Auszahlungstermin bekommen Sie den Betrag für Mai sowie die Nachzahlung für März und April.

Veränderungen mitteilen

Ändern sich Ihre persönlichen Verhältnisse, müssen Sie das der Familienkasse mitteilen. Veränderungen Ihrer Lebenssituation können Ihren Kinderzuschlag erhöhen oder verringern.

Beispiel für einen solchen Fall: Ihr Kind zieht für eine Ausbildung in eine andere Stadt. Dort lebt es in einem Wohnheim, das über die Bundesagentur für Arbeit finanziert wird. Der Kinderzuschlag, auf den Sie Anspruch haben, verringert sich dadurch.

Informieren Sie sich darüber, welche Veränderungen Sie noch mitteilen müssen und wie Sie Ihre persönlichen Daten online ändern können.

Mann und Frau vor dem Notebook

Kinderzuschlag zurückzahlen

Nachdem Sie uns eine Veränderung mitgeteilt haben, prüfen wir, ob Sie etwas zurückzahlen müssen. Anschließend informieren wir Sie schriftlich. Haben Sie zu viel Kinderzuschlag erhalten (Fachbegriff: Überzahlung), müssen Sie den zu Unrecht erhaltenen Betrag zurückzahlen.

Überweisen Sie bitte den fälligen bitte Betrag erst, nachdem Sie unser Schreiben erhalten haben.

Probleme mit dem Bescheid

Manchmal kommt es vor, dass ein Antrag abgelehnt wird oder Sie weniger Geld bekommen, als Sie gedacht haben. Wenden Sie sich dann bitte an Ihre Familienkasse vor Ort, um Fragen zu klären oder Ihren Bescheid nochmals überprüfen zu lassen. Sie können auch Widerspruch gegen den Bescheid einlegen.

Widerspruch gegen den Bescheid einlegen

Sie können innerhalb eines Monats Widerspruch gegen den Bescheid einlegen. Bitte schicken Sie Ihren Widerspruch an den Absender des Bescheids.

Am Ende eines Bescheids werden Sie über Ihre Rechte informiert (Fachbegriff: Rechtsbehelfsbelehrung).


Klage gegen einen Bescheid einreichen

Wurde Ihr Widerspruch abgelehnt, können Sie dagegen klagen. In der Rechtsbehelfsbelehrung finden Sie dazu nähere Informationen – zum Beispiel, welches Gericht zuständig ist.