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Arbeitslosengeld: Anspruch, Höhe, Dauer

Erfahren Sie, ob Sie Anspruch auf Arbeitslosengeld haben, wie es berechnet wird und welche Faktoren bestimmen, wie lange es gezahlt werden kann.

So funktioniert das Arbeitslosengeld

Das Arbeitslosengeld wird aus der Arbeitslosenversicherung finanziert. Das bedeutet: Beim Arbeitslosengeld kommt es meist darauf an, ob und wie lange Sie in der Arbeitslosenversicherung versichert waren.

Die Arbeitslosenversicherung gehört zu den Sozialversicherungen, wie zum Beispiel auch die gesetzliche Rentenversicherung. Als Arbeitnehmerin oder Arbeitnehmer werden Ihnen in der Regel Beiträge für die Arbeitslosenversicherung abgezogen – Fachbegriff: versicherungspflichtige Beschäftigung.

Wann Sie Anspruch auf Arbeitslosengeld haben

Für den Anspruch auf Arbeitslosengeld gelten im Wesentlichen diese Voraussetzungen:

  • Sie erfüllen die Anwartschaftszeit. Das bedeutet meist: Sie waren in den 30 Monaten vor Arbeitslosmeldung mindestens 12 Monate versicherungspflichtig beschäftigt. Dabei können mehrere Beschäftigungen zusammengerechnet werden.
  • Sie haben sich bei Ihrer Agentur für Arbeit arbeitslos gemeldet.
  • Sie sind ohne Beschäftigung, können aber eine versicherungspflichtige Beschäftigung ausüben (mindestens 15 Stunden pro Woche).
  • Sie suchen eine versicherungspflichtige Beschäftigung und arbeiten dabei mit der Agentur für Arbeit zusammen.
Mann am Schreibtisch
Anspruch in besonderen Fällen

Neben der versicherungspflichtigen Beschäftigung gibt es weitere Zeiten, die beim Anspruch auf Arbeitslosengeld einberechnet werden können. Beispiele:

  • Sie waren freiwillig in der Arbeitslosenversicherung, zum Beispiel während einer Selbstständigkeit.
  • Sie haben ein Kind erzogen (bis zum 3. Lebensjahr).
  • Sie haben Krankengeld erhalten.
  • Sie haben freiwilligen Wehrdienst, Bundesfreiwilligendienst oder Jugendfreiwilligendienst geleistet.
  • Sie waren bei einer Dienststelle der Europäischen Union beschäftigt und auf Ihren Antrag hin wurden Zahlungen zur deutschen Arbeitslosenversicherung geleistet. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren europäischen Arbeitgeber.

Auch in diesen Fällen müssen Sie auf eine Dauer von mindestens 12 Monaten kommen, innerhalb von 30 Monaten vor der Arbeitslosmeldung (Fachbegriff: Anwartschaftszeit).

Anspruch bei befristeten Beschäftigungen

Waren Sie häufig befristet beschäftigt, gilt unter bestimmten Voraussetzungen eine kürzere Anwartschaftszeit: Dann genügen mindestens 6 Monate versicherungspflichtiger Beschäftigung in den 30 Monaten vor Arbeitslosmeldung. Zu den Voraussetzungen gehört, dass die meisten Beschäftigungen auf bis zu 14 Wochen befristet waren.

Wie viel Arbeitslosengeld Sie bekommen

So wird das Arbeitslosengeld berechnet (vereinfacht dargestellt): 

Grundlage der Berechnung ist Ihr Brutto-Arbeitsentgelt (Gehalt) der vergangenen 12 Monate. Dieser Betrag wird geteilt durch die Anzahl der Tage eines Jahres, also 365. Das Ergebnis ist Ihr Brutto-Arbeitsentgelt pro Tag. 

Davon werden die Lohnsteuer, der Solidaritätszuschlag und ein Pauschalbetrag für die Sozialversicherung in Höhe von 20 Prozent abgezogen. (Diese Abzüge dienen nur der Berechnung und werden nicht tatsächlich abgeführt.) Das Ergebnis ist Ihr Netto-Entgelt pro Tag. 

60 Prozent dieses Netto-Entgelts sind der Betrag, den Sie als Arbeitslosengeld pro Tag erhalten. Er erhöht sich auf 67 Prozent, falls Sie oder Ihr Ehe-/Lebenspartner ein Kind oder mehrere Kinder haben.

Frau beantragt Arbeitslosengeld online am Tablet-Computer

Tipp: Nutzen Sie das Selbstberechnungsprogramm, um die Höhe des Arbeitslosengelds individuell zu berechnen. Das Ergebnis ist unverbindlich und dient nur Ihrer Orientierung.

Wie lange Sie Arbeitslosengeld erhalten

Wie lange Sie Arbeitslosengeld bekommen, hängt von 2 Faktoren ab:

  • wie lange Sie versicherungspflichtig waren, zum Beispiel in Form einer versicherungspflichtigen Beschäftigung, und
  • wie alt Sie sind.

Die versicherungspflichtigen Zeiten müssen in der Regel innerhalb der vergangenen 5 Jahre liegen. Dabei können mehrere versicherungspflichtige Zeiten zusammen gerechnet werden.

Bezugsdauer für Arbeitslose bis 50 Jahre

Sind Sie jünger als 50 Jahre, können Sie höchstens 12 Monate lang Arbeitslosengeld erhalten – vorausgesetzt, Sie waren zuvor 24 Monate oder länger versicherungspflichtig.

Weiteres Beispiel: Waren Sie für den Mindestzeitraum von 12 Monaten versicherungspflichtig, können Sie bis zu 6 Monate Arbeitslosengeld beziehen.

Bezugsdauer für Arbeitslose ab 50 Jahre

Ab dem 50. Lebensjahr steigt die Bezugsdauer in mehreren Schritten auf bis zu 24 Monate an. Diese höchste Bezugsdauer gilt für Arbeitslose, die 58 Jahre oder älter sind. Voraussetzung: Sie waren 48 Monate oder länger versicherungspflichtig.

Bezugsdauer bei befristeten Beschäftigungen

Wenn Sie die Voraussetzungen für die kürzere Anwartschaftszeit erfüllen, gilt: Kommen Sie zum Beispiel auf 8 versicherungspflichtige Monate, können Sie bis zu 4 Monate Arbeitslosengeld erhalten.   

Tipp: Genaue Informationen dazu, welche Fristen für wen gelten, entnehmen Sie dem Merkblatt für Arbeitslose.

Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Arbeitslosengeld

Haben Sie in einem der folgenden Länder gearbeitet, können die Zeiten Ihrer Beschäftigung dort berücksichtigt werden:

  • Länder der Europäischen Union (EU)
  • Schweiz
  • Norwegen
  • Island
  • Liechtenstein

Wichtigste Voraussetzung: Sie haben nach Ihrer Rückkehr nach Deutschland sozialversicherungspflichtig gearbeitet.

Beispiel: Sie haben 2 Jahre in Irland gearbeitet. Im Anschluss waren Sie 3 Monate in Deutschland sozialversicherungspflichtig beschäftigt, bevor Sie sich arbeitslos meldeten. Da die 2 Jahre in Irland berücksichtigt werden, haben Sie Anspruch auf Arbeitslosengeld (soweit auch alle anderen Voraussetzungen erfüllt sind).

Weitere Informationen erhalten Sie im Merkblatt Arbeitslosengeld und Auslandsbeschäftigung.

Wenn Sie in einem der folgenden Länder Arbeit suchen, können Sie Ihr deutsches Arbeitslosengeld dort weiter beziehen:

  • Länder der Europäischen Union (EU)
  • Schweiz
  • Norwegen
  • Island
  • Liechtenstein

Wichtigste Voraussetzungen sind:

  • Sie sind in Deutschland arbeitslos gemeldet.
  • Sie haben die deutsche Staatsangehörigkeit oder die eines der genannten Länder.
  • Sie halten vor Ihrer Ausreise eine Wartefrist ein (mindestens 4 Wochen).

Sie können Ihr deutsches Arbeitslosengeld in diesen Ländern höchstens 3 Monate, unter Umständen bis zu 6 Monate beziehen.

Bitte beachten Sie, dass Sie vor Ihrer Ausreise einen Antrag bei Ihrer deutschen Agentur für Arbeit stellen müssen. Weitere Informationen finden Sie im Merkblatt Arbeitslosengeld und Auslandsbeschäftigung.

Arbeitslosengeld ist eine Versicherungsleistung. Führen Sie den Versicherungsfall willentlich herbei oder tragen Sie nicht dazu bei, Ihre Arbeitslosigkeit zu beenden, kann eine Sperrzeit eintreten: Sie erhalten für einen bestimmten Zeitraum kein Arbeitslosengeld. Das Arbeitslosengeld kann bis zu 12 Wochen lang nicht gezahlt werden.

Eine Sperrzeit tritt beispielsweise ein, wenn ...

  • Sie Ihr Beschäftigungsverhältnis gelöst haben (Eigenkündigung),
  • Ihnen verhaltensbedingt gekündigt wurde,
  • Sie einen Aufhebungsvertrag unterschrieben und beispielsweise eine Abfindung erhalten haben,
  • Ihnen Arbeit vermittelt wird, Sie diese aber nicht annehmen,
  • Sie nicht an einer Maßnahme zur beruflichen Eingliederung teilnehmen,
  • Sie nicht nachweisen, dass Sie sich um eine neue Arbeitsstelle bemühen,
  • Sie sich nicht frühzeitig arbeitsuchend melden.

Eine Sperrzeit tritt nicht ein, wenn Sie einen wichtigen Grund für Ihr Handeln haben und Nachweise vorlegen.

Beispiel: Sie heiraten und beenden Ihr Beschäftigungsverhältnis, weil Sie zu Ihrer Partnerin oder Ihrem Partner in eine entfernte Stadt ziehen wollen.

Gut zu wissen: Ist trotz bester Vorsätze mal etwas schief gelaufen? Kontaktieren Sie bitte Ihre Ansprechpartnerin oder Ihren Ansprechpartner in Ihrer Agentur für Arbeit. In den meisten Fällen lässt sich eine Lösung finden.

Einen Vorschuss kann Ihnen die Agentur für Arbeit unter diesen Voraussetzungen zahlen:

  • Sie haben grundsätzlich Anspruch auf Arbeitslosengeld.
  • Eine endgültige Entscheidung ist aber noch nicht möglich, weil zum Beispiel noch nicht alle Ihre Unterlagen vorliegen.
  • Es dauert voraussichtlich noch längere Zeit, bis die Agentur für Arbeit die tatsächliche Höhe des Arbeitslosengelds festlegen kann.

Solange nicht endgültig feststeht, ob Sie Arbeitslosengeld bekommen, gibt es eine weitere Möglichkeit: Die Agentur für Arbeit kann auch eine vorläufige Entscheidung treffen und Ihnen auf dieser Basis Arbeitslosengeld zahlen.

Ihre Agentur für Arbeit prüft in der Regel von sich aus, ob sie Ihnen einen Vorschuss zahlen oder eine vorläufige Entscheidung treffen kann. Sie können aber auch mit dem Antrag auf Arbeitslosengeld einen Vorschuss beantragen.

Vorschüsse müssen Sie zurückzahlen, falls sich später herausstellt, dass sie Ihnen nicht zustanden oder zu hoch waren. Das gilt auch bei Arbeitslosengeld, das Sie aufgrund einer vorläufigen Entscheidung bekommen haben.