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Anerkennungsgesetz: Jede fünfte Fachkraft stellt Antrag

Wer im Ausland einen Berufsabschluss erworben hat, kann diesen seit 2012 in Deutschland einfacher anerkennen lassen. Jedoch nutzt nur etwa ein Fünftel der Migranten diese Möglichkeit.

09.04.2018 – Seit 5 Jahren können ausländische Berufsabschlüsse einfacher in Deutschland anerkannt werden. Laut einer Untersuchung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) ergreift aber nur jede fünfte ausländische Fachkraft diese Chance.

Im April 2012 einigte sich der Deutsche Bundestag auf das „Gesetz zur Verbesserung der Feststellung und Anerkennung im Ausland erworbener Berufsqualifikationen“. Der auch „Anerkennungsgesetz“ genannte Beschluss vereinheitlicht und vereinfacht den Prozess, mit dem ausländische Berufsabschlüsse in Deutschland anerkannt werden. Das gilt jedoch nur, wenn der entsprechende deutsche Abschluss nicht durch Ländergesetze geregelt ist. Das ist zum Beispiel bei Lehrkräften, Erzieherinnen und Erziehern, Ingenieurinnen und Ingenieuren oder Fachärztinnen und Fachärzten der Fall.

Das IAB hat die praktischen Auswirkungen des Gesetzes untersucht. Das Ergebnis: Die Zahl der Neuanträge stieg zwischen 2012 und 2015 von rund 11.000 auf über 19.000. In seiner Untersuchung hat das IAB auch den Anteil der Migrantinnen und Migranten ermittelt, die einen solchen Anerkennungsantrag stellen. Und dieser Wert ist laut IAB weniger positiv: So stellten in ihren ersten 24 Monaten in Deutschland nur knapp 20 Prozent der ausländischen Fachkräfte einen Antrag. Diejenigen, die keinen Anerkennungsantrag stellen, nennen dafür unterschiedliche Gründe. 27 Prozent sehen in der Feststellung von beruflichen Qualifikationen keine Vorteile, etwa auf dem Arbeitsmarkt. Weitere 18 Prozent nennen bürokratische Schwierigkeiten als Hindernis zum Anerkennungsantrag.

Vor diesem Hintergrund empfiehlt das IAB weiter vereinfachte Anerkennungsverfahren und Beratungsangebote, um die Antragsquote zu steigern. Das Institut weist darauf hin, dass Erwerbsarbeit die Integration von Migrantinnen und Migranten fördert.