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Studie: „Mindestlohn“ für Azubis

Auswirkungen einer Mindestausbildungsvergütung je nach Ausbildungsform, Betriebsgröße und Region unterschiedlich

19.07.2019 – Ein Gesetzesentwurf der Bundesregierung schlägt eine Mindestvergütung für Auszubildende vor. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hat untersucht, welche Auszubildenden von einem „Mindestlohn“ profitieren würden.

Der Gesetzesentwurf der Bundesregierung soll im Rahmen der Novellierung des Berufsbildungsgesetzes umgesetzt werden. Er sieht eine Mindestausbildungsvergütung von 515 Euro im ersten Ausbildungsjahr vor. Ausbildungen sollen dadurch für junge Menschen attraktiver werden.

Das IAB hat überprüft, wie sich diese Mindestausbildungsvergütung in der Praxis auswirken würde. Dafür hat das Institut untersucht, wie viel Vergütung Auszubildenden im ersten Ausbildungsjahr im Jahr 2015 gezahlt worden ist.

Was Einfluss auf die Ausbildungsvergütung hat

Im Jahr 2015 verdienten laut IAB 16,3 Prozent aller Auszubildenden im ersten Lehrjahr weniger als 515 Euro.

Dabei gibt es deutliche regionale Unterschiede. Während knapp 9 Prozent der bayerischen Auszubildenden weniger als 515 Euro im Monat verdienen, waren es in Mecklenburg-Vorpommern mit 46 Prozent fast die Hälfte.

Ein weiterer Faktor beim Azubi-Gehalt ist die Größe des Ausbildungsbetriebs. Bei Kleinstbetrieben mit weniger als 5 Mitarbeitenden erhielt rund jeder dritte Azubi weniger als die angestrebte Mindestausbildungsvergütung. Bei Betrieben mit mehr als 500 Mitarbeitenden waren es nur knapp 4 Prozent.

Den größten Einfluss auf das Einkommen hat für Auszubildende, ob sie ihre Ausbildung in einem Betrieb oder bei einem Bildungsträger machen: Fast 80 Prozent der Azubis bei Bildungsträgern werden mit weniger als 515 Euro im Monat vergütet. Bei einer Ausbildung in einem Betrieb sind es 14,5 Prozent.

Auch die Wahl des Ausbildungsberufs beeinflusst das Einkommen der Auszubildenden. Weniger als die geplante Mindestausbildungsvergütung zu erhalten, ist für Azubis in bestimmten Branchen wahrscheinlicher als in anderen. Das sind zum Beispiel einzelne Dienstleistungsberufe, wie etwa Frisörin oder Frisör, aber auch Medien- oder Gestaltungsberufe, beispielsweise Fotografin oder Fotograf.

Weitere Informationen finden Sie auf der IAB-Seite zur Studie.