Früher Kontakt zum Arbeitsmarkt verbessert Integration von Geflüchteten

Zentraler Erfolgsfaktor für die Integration von Geflüchteten: Sie sammeln früh Erfahrung auf dem Arbeitsmarkt. Das stellt das Bundesministerium für Arbeit und Soziales in einem aktuellen Forschungsbericht fest.

14.07.2017 – Das BMAS hat im Rahmen der Untersuchung die Teilhabe von Geflüchteten in verschiedenen Bereichen der Gesellschaft untersucht – unter anderem am Arbeitsmarkt.

Die Teilhabemöglichkeiten Geflüchteter sind aufgrund traumatischer Erlebnisse anfangs geringer als bei anderen Zugewanderten, so das BMAS. Hinzu komme die Ungewissheit, ob sie in Deutschland bleiben können. Auch deshalb sind Geflüchtete häufiger nicht erwerbstätig und besuchen seltener weiterführende Schulen.

Besonders wichtig für die Integration auf dem Arbeitsmarkt ist eine frühzeitige Kontaktaufnahme zu Betrieben Eine gute Möglichkeit dafür bieten beispielsweise Praktika. Auf diese Weise können Geflüchtete Erfahrungen mit der Arbeitswelt machen und sich im Betrieb bewähren.

Ein zeitlich begrenztes Praktikum mit Geflüchteten als Beschäftigte „auf Probe“ kann auch auf Seiten der Arbeitgeber viel bewirken: Sie können die berufliche Qualifikation und das Potenzial von Geflüchteten für ihren Betrieb in Zukunft besser einschätzen. Dies wiederum bewirkt, dass Arbeitgeber offener gegenüber der Beschäftigung von Geflüchteten werden.

Grundvoraussetzung für die Teilhabe am Arbeitsmarkt sind Sprachkenntnisse. Die Untersuchung zeigt, dass Geflüchtete, die beim Lernen der Sprache gefördert werden, eher einen Job finden und im Beruf aufsteigen, weil sie berufsspezifische Deutschkenntnisse erwerben. Diejenigen, denen die Förderung verwehrt bleibt, haben es hingegen schwerer. Sprachkurse für Geflüchtete fördern also gezielt ihre berufliche Integration.

Die Studie des BMAS hat die Teilhabe von Geflüchteten auch in den Bereichen Bildung und Ausbildung, Kinder- und Jugendhilfe, politisches Engagement sowie Unterbringung und Wohnen beleuchtet. Alle Ergebnisse können Sie im PDF-Dokument „Erfolgsfaktoren für Flüchtlinge“ nachlesen.