Ihre Pflichten als Arbeitgeber

Wir geben Ihnen Hinweise zu Themen, die für Sie als Arbeitgeber wichtig sein könnten.

Wenn Sie eine von uns vermittelte Bewerberin oder einen Bewerber einstellen, teilen Sie uns das bitte mit. Wir schließen dann Ihr Stellenangebot. Wenn Sie bei der JOBBÖRSE registriert sind, können Sie Bewerberinnen oder Bewerbern darüber zusagen. Das Angebot wird automatisch geschlossen. Kontaktieren Sie Ihre persönliche Ansprechpartnerin oder Ihren Ansprechpartner oder nutzen Sie unsere Rufnummer 0800 4 5555 20 (kostenfrei).

Gut zu wissen: Wenn Sie für eine neue Mitarbeiterin oder einen Mitarbeiter eine Förderung beantragen möchten, teilen Sie uns das bitte in jedem Fall vor der Einstellung mit. Anträge auf Förderung werden ansonsten wegen verspäteter Antragstellung abgelehnt

Für Informationen zur Ausstattung eines Arbeitsplatzes wenden Sie sich an die für Sie zuständige Kammer. Das kann die Industrie- und Handelskammer, die Handwerkskammer, Landwirtschaftskammer oder eine Kammer der freien Berufe sein.

Sie haben keinen Ansprechpartner bei der für Sie zuständigen Kammer? Gern stellen wir den Kontakt für Sie her. Sprechen Sie mit Ihrer persönlichen Ansprechpartnerin oder Ihrem Ansprechpartner. Oder nutzen Sie unsere Rufnummer: 0800 4 5555 20 (kostenfrei).

Welchen Lohn beziehungsweise welches Gehalt Sie für eine bestimmte Stelle einplanen müssen, hängt von vielen Faktoren ab. Dazu zählen zum Beispiel die Qualifikation der Bewerberin oder des Bewerbers sowie die Berufserfahrung. Zu beachten sind vor allem gesetzlich oder tarifvertraglich festgelegte Arbeitsentgelte. Hierzu gehören:

  • Tarifverträge für bestimmte Branchen, Wirtschaftszweige oder Unternehmen, die lediglich für tarifgebundene Arbeitgeber Gültigkeit haben,
  • gesetzliche Regelungen nach dem Arbeitnehmer-Entsendegesetz (AEntG) oder dem Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG),
  • für allgemeinverbindlich erklärte Tarifverträge nach dem Tarifvertragsgesetz (TVG), welche von allen Arbeitgebern einer Branche verbindlich anzuwenden sind,
  • das Gesetz zur Regelung eines allgemeinen Mindestlohns (Mindestlohngesetz – MiLoG).

Eine Orientierung nach Berufen bietet Ihnen auch unser Entgeltatlas. Oder Sie informieren sich im BERUFENET über die Löhne und Gehälter in einzelnen Berufen.

Gerne berät Sie auch Ihr Arbeitgeber-Service unter der Rufnummer 0800 4 55555 20 (kostenfrei).

Die gesetzlich vorgegebenen und im Arbeitsvertrag enthaltenen Fristen müssen eingehalten werden. Wenn gefordert, muss eine Arbeitsbescheinigung ausgestellt werden. Als Arbeitgeber sollen Sie zusätzlich die Arbeitnehmerin oder den Arbeitnehmer darauf hinweisen, dass sie selbst aktiv werden müssen. Das betrifft zum einen die Suche nach einem neuen Arbeitsplatz. Zum anderen müssen sie sich in der Regel spätestens drei Monate vor dem Ende der Beschäftigung arbeitsuchend melden. Für den Hinweis haben wir eine Formulierungshilfe für Arbeitgeber bereitgestellt. Weitere Informationen für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer finden Sie unter Arbeitslos und Arbeit finden.

Für Schwerbehinderte und gleichgestellte Personen gilt ein besonderer Kündigungsschutz:

  • Bei Kündigungen benötigen Sie die Zustimmung des Integrationsamts. So sollen Beschäftigte vor Nachteilen geschützt werden, die aufgrund ihrer Behinderung entstehen. Das Integrationsamt hat dann die Möglichkeit, Ihnen professionelle Hilfe anzubieten und so vielleicht einen Arbeitsplatz zu erhalten. Dabei ist das Integrationsamt immer bestrebt, eine gütliche Einigung zu erzielen.
  • Innerhalb der ersten sechs Monate können Sie eine Kündigung aussprechen, ohne das Integrationsamt einzuschalten. Dies gilt unabhängig von der im Arbeitsvertrag vereinbarten Probezeit.

 Ihr Arbeitgeber-Service gibt Ihnen zu allen Fragen rund um das Thema Kündigung Auskunft. Sie erreichen ihn unter der Rufnummer 0800 4 5555 20 (kostenfrei).

Entlässt ein Arbeitgeber eine größere Anzahl an Arbeitskräften, gilt ein besonderer Kündigungsschutz. In bestimmten Fällen müssen Sie Entlassungen vorher bei der Agentur für Arbeit anzeigen. Das hängt von der Betriebsgröße und der Zahl der Entlassungen ab:

Anzahl der Arbeitnehmer Zahl der Entlassungen
21 bis 59 ab 6 Entlassungen
60 bis 499 ab 10 Prozent oder aber ab 26 Entlassungen
ab 500   ab 30 Entlassungen

Zu beachten ist, dass Einzelentlassungen innerhalb von 30 Tagen zusammengezählt werden. So kann es also auch bei einzeln ausgesprochenen Kündigungen zu anzeigepflichtigen Massenentlassungen kommen. Betriebe bis 20 Mitarbeitern sind von der Anzeigepflicht ausgenommen.

Bevor Sie den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern kündigen, sind folgende Forumlare bei der Arbeitsagentur einzureichen:

Wenn es einen Betriebsrat gibt, ist auch dessen beigefügte Stellungnahme erforderlich. Eine Abschrift der Anzeige geht an den Betriebsrat. Rechtswirksam werden die Entlassungen erst nach einem Monat, nachdem die wirksame Anzeige bei der Agentur für Arbeit eingegangen ist. Diese sogenannte Entlassungssperre kann unter bestimmten Voraussetzungen verlängert oder verkürzt werden. Weitere Informationen finden Sie im Merkblatt Anzeigepflichtige Entlassungen.

Gerne berät Sie auch Ihr Arbeitgeber-Service unter der Rufnummer 0800 4 55555 20 (kostenfrei).

Ob eine Abfindung gezahlt wird, hängt meist von der Übereinkunft zwischen Arbeitnehmerin oder Arbeitnehmer und Arbeitgeber ab. Zum Beispiel kann eine Abfindung im Arbeitsvertrag oder in Tarifverträgen geregelt sein. Wenn Sie eine Abfindung zahlen und sich der oder die Betroffene dadurch mit einer kürzeren Kündigungsfrist einverstanden erklärt, hat das aber Auswirkungen. Die Arbeitnehmerin oder der Arbeitnehmer erhält erst ab dem eigentlich vorgesehenen Kündigungszeitpunkt Arbeitslosengeld. Um ein Ruhen des Anspruchs auf Arbeitslosengeld zu vermeiden, muss die Kündigungsfrist eingehalten werden.

Für weiterführende Informationen wenden Sie sich an die für Sie zuständige Kammer oder den Berufsverband. Gern stellt der Arbeitgeber-Service einen Kontakt für Sie her. Sie erreichen ihn unter der 0800 4 5555 20 (kostenfrei).

Wenn Sie als Arbeitgeber über 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Betrieb haben, müssen Sie wenigstens fünf Prozent schwerbehinderte Menschen beschäftigen. Wenn Sie die Quote nicht erfüllen, müssen Sie eine Ausgleichsabgabe pro nicht besetztem Pflichtplatz zahlen. Diese beträgt mindestens 125 Euro. Für die Berechnung der Ausgleichsabgabe und für die Erstellung der Anzeige können Sie die Software REHADAT-Elan nutzen. Unter bestimmten Voraussetzungen kann die Beschäftigung eines Schwerbehinderten auf bis zu drei Pflichtplätze angerechnet werden. Dadurch kann gegebenenfalls die Ausgleichsabgabe eingespart werden.  

Die Agenturen für Arbeit überprüfen die Beschäftigungspflicht. Die Daten für das vorangegangene Kalenderjahr müssen vom Arbeitgeber einmal jährlich bis zum 31. März übermittelt werden. Bis zu diesem Termin muss auch die Ausgleichsabgabe an das Integrationsamt überwiesen werden. Diese Frist kann nicht verlängert werden. Weitere Informationen zum Anzeigeverfahren finden Sie im Merkblatt Erläuterungen zum Anzeigeverfahren.

Gerne berät Sie auch Ihr Arbeitgeber-Service unter der Rufnummer 0800 4 55555 20 (kostenfrei).

In manchen Branchen können ausländische Saisonarbeiter und Saisonarbeiterinnen beschäftigt werden. Dazu gehören unter anderem die Land- und Forstwirtschaft, der Obst- und Gemüseanbau und das Hotel- und Gaststättengewerbe. Die gleiche Person darf bis zu vier Monate pro Kalenderjahr eingesetzt werden. Der Lohn richtet sich nach den gesetzlichen, tariflichen und ortsüblichen Vorgaben. Als Arbeitgeber tragen Sie Sorge für eine angemessene Unterbringung der Arbeitskräfte. Weitere Informationen zum Ablauf und zur Vermittlung erhalten Sie bei Ihrem Arbeitgeber-Service. Sie erreichen ihn unter der Telefonnummer 0800 4 5555 20 (kostenfrei).

Es gibt keinen Rechtsanspruch auf Altersteilzeit. Arbeitnehmerin oder Arbeitnehmer und Arbeitgeber können Altersteilzeit auf freiwilliger Basis vereinbaren. Damit wird die bisherige wöchentliche Arbeitszeit halbiert. Es gibt verschiedene Modelle, wie die Altersteilzeit gestaltet werden kann – zum Beispiel Halbtagsbeschäftigung oder Wechsel von Arbeit und Freistellung. Möglich ist Altersteilzeit, wenn die Arbeitnehmerin oder der Arbeitnehmer diese Voraussetzungen erfüllt:

  • 55 Jahre oder älter,
  • innerhalb der vergangenen fünf Jahre mindestens 1.080 Tage sozialversicherungspflichtig beschäftigt.

Ihr Arbeitgeber-Service berät Sie gerne. Sie erreichen ihn unter der Rufnummer 0800 4 5555 20 (kostenfrei).

Wenn Sie als Unternehmen selbst Arbeitskräfte verleihen möchten, dann benötigen Sie dazu eine Erlaubnis. Zuständig dafür sind die Teams Arbeitnehmerüberlassung in den Arbeitsagenturen Düsseldorf, Kiel und Nürnberg. Informieren Sie sich über den Bereich Kontakte Arbeitnehmerüberlassung, wie Sie die Teams erreichen können. Entscheidend für die Zuständigkeit ist der Sitz des Verleihunternehmens. Informationen zur Definition von Leiharbeit finden Sie im Merkblatt zur Abgrenzung zwischen Arbeitnehmerüberlassung und anderen Einsätzen von Arbeitnehmern. Ihre Angestellten finden Informationen im Merkblatt für Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer. Außerdem haben Sie über den Download-Bereich Zugriff auf die Formulare zur Arbeitnehmerüberlassung.

Wenn Sie als Unternehmen Leiharbeiterinnen oder Leiharbeiter beschäftigen möchten, müssen Sie ebenfalls darauf achten, dass alle gesetzlichen Vorgaben erfüllt sind. Die Einhaltung dieser Vorgaben wird bei Betriebsprüfungen durch überregionale Prüfteams kontrolliert. Wichtige Punkte in Zusammenhang mit Arbeitnehmerüberlassung sind zum Beispiel:

  • Arbeitnehmerüberlassungsvertrag: Dieser regelt alle Rahmenbedingungen der Arbeitnehmerüberlassung und muss dem Arbeitnehmerüberlassungsgesetz entsprechen. Der Personaldienstleister muss anführen, ob er die Erlaubnis zur Arbeitnehmerüberlassung besitzt.
  • Personaldienstleister: Lassen Sie sich aktuelle Referenzen des Personaldienstleisters vorlegen. So prüfen Sie, ob Sie es mit einem verlässlichen Partner zu tun haben.
  • Grundsatz der Gleichstellung: Es muss sichergestellt sein, dass die Gleichstellung von Leiharbeitskräften und Stammbelegschaft gemäß Gesetz gewahrt ist.

Sie haben Fragen? Der Arbeitgeber-Service hilft Ihnen gerne weiter. Sie erreichen ihn unter der 0800 4 5555 20 (kostenfrei).

Die sogenannten Arbeitsgelegenheiten dürfen nicht von jedem Unternehmen angeboten werden, sondern nur von geeigneten Trägern. Es handelt sich dabei um sozialversicherungsfreie Beschäftigung. Die Tätigkeit muss im öffentlichen Interesse sein – zum Beispiel kann es sich um Arbeit in einem Verein oder bei einer öffentlichen Einrichtung handeln. Außerdem darf dadurch kein sozialversicherungspflichtiger Arbeitsplatz gefährdet sein. Wer einen Ein-Euro-Job hat, erhält vom Jobcenter einen Zuschuss zum Arbeitslosengeld II. Der Träger wiederum erhält die Kosten für die Arbeitsgelegenheit erstattet. Wenn Sie Ein-Euro-Jobs anbieten möchten, dann informieren Sie sich bei Ihrem Jobcenter vor Ort.

Wenn ein Arbeitskampf in Ihrem Betrieb stattfindet, dann sind Sie verpflichtet, das Ihrer Arbeitsagentur vor Ort zu melden. Bitte nutzen Sie dafür das Formular zur Anzeige über den Beginn beziehungsweise die Beendigung eines Streiks / einer Aussperrung.

Fragen hierzu beantworten Ihnen der Arbeitgeber-Service unter der 0800 4 5555 20 (kostenfrei).

Die Agentur für Arbeit fördert die ganzjährige Beschäftigung im Baugewerbe. Finanziert wird dies:

  • zu größten Teilen durch Beiträge zur Arbeitslosenversicherung sowie
  • durch die Winterbeschäftigungsumlage.

Die Winterbeschäftigungsumlage ist ein monatlich zu leistender Beitrag von Arbeitnehmerinnen, Arbeitnehmern und Arbeitgebern. Dieser dient dazu, ergänzende Leistungen des Saison-Kurzarbeitergeldes zu finanzieren.

Umlagepflichtig sind alle Baubetriebe, die gewerbliche Arbeitnehmer und Aushilfen beschäftigen. Die Umlagehöhe berechnet sich aus bestimmten Prozentsätzen und den gemeldeten Bruttolohnsummen der gewerblichen Arbeitnehmer. Weiterführende Informationen zu Bruttolohnsummen finden Sie im Merkblatt zum Saison-Kurzarbeitergeld.

Die Umlage zahlen Sie an die für Ihren Betrieb zuständige gemeinsame Einrichtung beziehungsweise Lohnausgleichskasse. Sollten Sie keiner gemeinsamen Einrichtung zugehörig sein, zahlen Sie direkt an die Bundesagentur für Arbeit.

Umlagepflichtige Betriebe Zuständige gemeinsame Einrichtung Höhe der Umlage
Bauhauptgewerbe

Urlaubs- und Lohnausgleichskasse der Bauwirtschaft

SOKA-Bau (ULAK)

2,0 Prozent

(0,8 Prozent Arbeitnehmeranteil, 1,2 Prozent Arbeitgeberanteil)

Dachdeckerhandwerk

Lohnausgleichskasse für das Dachdeckerhandwerk

LAK

2,0 Prozent

(0,8 Prozent Arbeitnehmeranteil, 1,2 Prozent Arbeitgeberanteil)

Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau

Einzugsstelle Garten- und Landschaftsbau

EWGaLa

1,85 Prozent

(0,8 Prozent Arbeitnehmeranteil, 1,05 Prozent Arbeitgeberanteil)

Gerüstbau

Sozialkasse für das Gerüstbaugewerbe

SKG

1,0 Prozent

(nur Arbeitgeber)

Direktzahler (restliche Baubetriebe)

Agentur für Arbeit Frankfurt am Main

Bereich Winterbeschäftigungsumlage

2,0 Prozent

Die Zuordnung Ihres Betriebes in die zuständige Baubetriebegruppe entnehmen Sie bitte der Baubetriebeverordnung.

(zzgl. 10 Prozent davon als Mehrkostenpauschale)

Die Zuordnung Ihres Betriebes in die zuständige Baubetriebegruppe entnehmen Sie bitte der Baubetriebeverordnung.

Als Arbeitgeber des Baugewerbes sind Sie verpflichtet, die Winterbeschäftigungsumlage ohne vorherige Aufforderung zu entrichten.

Die Umlage ist grundsätzlich am

  • 15. (LAK, EWGaLa, SKG, Agentur für Arbeit) beziehungsweise
  • 20. (SOKA-Bau)

des Folgemonats zu melden und zu zahlen.

Bleibt die Meldung und Zahlung aus, wird ein Säumniszuschlag in Höhe von 1% berechnet. Ausstehende Forderungen zieht das Hauptzollamt ein.

Die Winterbeschäftigungsumlage kann rückwirkend erhoben werden. Leistungen können allerdings nicht rückwirkend gewährt werden.

Weitere Informationen zur Winterbeschäftigungsumlage finden Sie unter folgenden Links der gemeinsamen Einrichtungen:

 

Innerhalb der Agentur für Arbeit stehen Ihnen folgende Kontaktmöglichkeiten zur Verfügung:

Telefon: 069 - 59 769 700

Fax: 069 - 59 769 799

Mail: Frankfurt-am-Main-WBU@arbeitsagentur.de

 

Agentur für Arbeit Frankfurt

Winterbeschäftigungsumlage (WBU)

Postfach 710661

60496 Frankfurt a. M.