27.11.2020 | Presseinfo Nr. 53

Fachkräfte finden und Inklusion voranbringen

Menschen mit Schwerbehinderung haben es auf dem Arbeitsmarkt immer noch schwer – dabei sind sie oft besser qualifiziert

Insgesamt ist die Arbeitslosigkeit von schwerbehinderten Menschen in der Region gestiegen. Bisher gibt es aber noch keine Anzeichen dafür, dass schwerbehinderte Menschen von der Corona-Krise stärker betroffen wären, als andere Personengruppen. Dennoch darf besonders diese Personen-gruppe nicht vergessen werden. Mit einer Aktionswoche rund um den Tag der Menschen mit Behinderung Anfang Dezember signalisiert die Arbeitsagentur in diesem Jahr zum zehnten Mal, dass arbeitslose Menschen mit einer Beeinträchtigung in keiner Lebens- oder Arbeitssituation außenvorgelassen werden dürfen. Es geht um Teilhabe ebenso wie um Chancen für Betriebe. Die Agentur für Arbeit bietet deshalb umfassende Unterstützung an.

Im Agenturbezirk Aachen-Düren waren in den letzten 12 Monaten durchschnittlich 2.318 arbeitslose Menschen mit Schwerbehinderung – also Menschen, bei denen der Behinderungsgrad mindestens 50 beträgt – bei der Arbeitsagentur gemeldet, das sind 6,6% mehr als im Jahr 2019. Auffällig ist, dass die Arbeitslosigkeit bei den arbeitslosen Menschen ohne Behinderung stärker angestiegen ist, nämlich um 11,8% im gleichen Zeitraum.

Dennoch fällt es Menschen mit einer Schwerbehinderung auf dem Arbeitsmarkt immer noch schwerer eine neue Tätigkeit aufzunehmen. Durchschnittlich sind arbeitslose Menschen mit einer Schwerbehinderung 100 Tage länger arbeitslos als Arbeitslose ohne Schwerbehinderung. Jeder fünfte der arbeitslosen Menschen mit einer Schwerbehinderung hat im letzten Jahr eine neue Beschäftigung aufgenommen, bei den arbeitslosen Menschen ohne Schwerbehinderung war es jeder dritte. Dabei sind arbeitslose schwerbehinderte Menschen im Durchschnitt sogar besser qualifiziert, denn anteilig haben mehr Menschen dieser Personengruppe eine abgeschlossene Ausbildung oder sogar ein abgeschlossenes Studium, als in der Personengruppe der arbeitslosen Menschen ohne Behinderung. 43 Prozent aller schwerbehinderten Arbeitslosen suchen eine Tätigkeit als Fachkraft.

„Arbeitslose Menschen mit Behinderung sind überdurchschnittlich qualifiziert. Aufgrund des steigenden Bedarfs an Fachkräften ist es für Arbeitgeber deshalb wichtig, auch die Potenziale dieser Menschen zu erschließen. Die Agentur für Arbeit unterstützt nicht nur durch Beratung, sondern auch finanziell“, sagt Ulrich Käser, Leiter der Agentur für Arbeit Aachen-Düren.

Der Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit berät und unterstützt Arbeitgeber bei der Einstellung von schwerbehinderten Menschen. Er bietet individuelle Beratung zu allen technischen, organisa-torischen und förderrechtlichen Fragen. Egal ob bei der Suche von Angestellten oder Auszubildenden, die Vermittlungsfachkräfte sowie der Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit begleiten Unternehmen während des gesamten Einstellungsprozesses und stehen auch nach erfolgtem Arbeitsbeginn beratend bei Inklusionsfragen zur Verfügung.

Damit ein für alle Seiten erfolgreiches, produktives Arbeitsverhältnis gelingt, bietet der Arbeitgeber-Service der Arbeitsagentur umfassende Beratung an und fördert das Engagement von Unternehmen für Inklusion mit finanziellen Leistungen:

  • Eingliederungszuschuss, um Fertigkeiten und Kenntnisse der Bewerberin oder des Bewerbers zu fördern
  • Erstattung der Kosten für eine Probebeschäftigung von bis zu drei Monaten
  • Zuschuss zur Aus- oder Weiterbildung
  • Zuschuss für die behindertengerechte Ausstattung des Arbeitsplatzes.
Interessierte Unternehmen können sich telefonisch an die Arbeitsagentur unter 0800/4555520 wenden. Weiter Information auch online unter: https://www.arbeitsagentur.de/unternehmen/arbeitskraefte