05.01.2021 | Presseinfo Nr. 1

Arbeitsmarktreport der Agentur für Arbeit Aachen-Düren

Rückgang der Gesamtarbeitslosigkeit im Dezember
- Gesamtzahl der gemeldeten Arbeitslosen reduziert sich um 567 auf 41.779
- Arbeitslosenquote verringert sich leicht auf 7,1%
- weiterer Rückgang der Arbeitslosigkeit auf niedrigem Niveau
- Zahl neu gemeldeter Stellen reduziert sich leicht um 36 auf 1.757

Bilanz für das Jahr 2020 im Agenturbezirk Aachen-Düren
- Der Vergleich von 2020 zu 2019 zeigt deutlich die Auswirkungen der Corona-Pandemie
- durchschnittlich monatlich knapp 5.313 Menschen mehr arbeitslos
- Kurzarbeit erreicht historischen Höchstwert
- Rückgang der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung und der Arbeitskräftenachfrage

"Im Wintermonat Dezember reduziert sich die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vormonat trotz des weichen Lockdowns um 567 Personen.“, so Ulrich Käser, Leiter der Arbeitsagentur Aachen-Düren. Allerdings fließen mögliche Auswirkungen des harten Lockdowns noch nicht in die Zahlen ein. Die Arbeitslosigkeit reduzierte sich um 1,7% zum Vormonat im Zuständigkeitsbereich der Arbeitsagentur (SGBIII). Im Vergleich mit anderen Agenturen in NRW ist dieser Rückgang in Aachen-Düren überdurchschnittlich stark. Die Arbeitslosigkeit sinkt, weil der Zugang von Personen in die Arbeitslosigkeit deutlich zurückgegangen ist. Dies ist auch ein Erfolg des Kurzarbeitergeldes. Im Vergleich mit dem Vorjahr sind 1.363 Personen weniger arbeitslos geworden und 589 Menschen weniger als im November 2020. Weiterhin sind aber 6.293 Menschen mehr von Arbeitslosigkeit betroffen, als im Vorjahr. Es ist 1.937 Menschen im letzten Monat gelungen eine neue Tätigkeit am 1. Arbeitsmarkt aufzunehmen, das sind gut 180 mehr als im Dezember 2019. Gleichzeitig meldeten Arbeitgeber 1.757 neue Stellen, 132 mehr als im Dezember des letzten Jahres. Die Arbeitskräftenachfrage bleibt auf niedrigem Niveau stabil.

Kurzarbeit:

Endgültige Werte zur realisierten Kurzarbeit für Juni:

Im Juni haben 4.395 Betriebe und 33.072 Menschen in unserer Region kurzgearbeitet. Vor allem die Branchen Gastgewerbe und Gastronomie, der Handel und auch das verarbeitende Gewerbe (Produktion) waren betroffen. Es liegen hochgerechnete Daten zur realisierten Kurzarbeit in der Region für Juli vor. Danach realisierten im Juli im Agenturbezirk 3.544 Betriebe konjunkturelle Kurzarbeit, 24.987 Personen wären hiervon betroffen gewesen. Auch die Entwicklung der Anzeigen für konjunkturelle Kurzarbeit lässt deutlich die Auswirkungen der Corona-Krise auf den Arbeitsmarkt erkennen. Von Mai bis Oktober sind sukzessive weniger Anzeigen hinzugekommen. Im November stieg die Anzahl der Anzeigen erstmal wieder an.

Für den November 2020 legte die Statistik nun die endgültigen Daten zu den Anzeigen und betroffenen Personen vor. Danach zeigten für den November im Agenturbezirk Aachen-Düren 883 Unternehmen für 6.863 Personen Kurzarbeit an.

Für die Zeit vom 01.12. – 28.12.2020 erfasste die Statistik vorläufige Zahlen. Demzufolge zeigten im genannten Zeitraum insgesamt noch 659 Unternehmen Kurzarbeit für insgesamt 4.826 Personen an (Städteregion Aachen 326 Unternehmen – 2.496 Personen, Kreis Düren 179 Unternehmen – 1.166 Personen und Kreis Heinsberg 154 Unternehmen – 1.164 Personen).

Hinweis zum Verfahren:

Die Betriebe müssen vor Beginn von Kurzarbeit eine schriftliche Anzeige bei der zuständigen Agentur für Arbeit (Betriebssitz) erstatten; dies hat spätestens bis zum Ende des Monats zu erfolgen, für den erstmalig Leistungen bezogen werden sollen. Für Saison-Kurzarbeit gibt es keine Anzeigepflicht mehr. Anzeigen sind nur noch für konjunkturelle Kurzarbeit (§ 96 SGB III) sowie für Transferkurzarbeit (§ 111 SGB III) abzugeben.
Nach Bewilligung der Anzeige durch die Agentur für Arbeit kann der Betrieb für jeden Kalendermonat, in dem Kurzarbeit stattfand, einen Antrag auf Kurzarbeitergeld stellen; dies hat innerhalb einer Ausschlussfrist von drei Kalendermonaten zu erfolgen. Die für die Zahlung notwendigen Angaben werden in einer Abrechnungsliste vermerkt, die durch die Agentur für Arbeit anschließend dahingehend geprüft wird, ob ein Leistungsanspruch besteht, bewilligt und ausgezahlt werden kann.

Im Dezember reduziert sich die Gesamtarbeitslosigkeit weiter. Sie verringerte sich um insgesamt 567 Personen (-1,3%). Im Vergleich zum Dezember des Vorjahres sind 6.293 Personen (+17,7%) mehr von Arbeitslosigkeit betroffen. Aktuell waren im Gesamtagentur-bezirk Aachen-Düren Ende Dezember 41.779 Menschen arbeitslos gemeldet.

Die Arbeitslosenquote verringerte sich ebenfalls leicht und liegt nun bei 7,1%. Im Jahresvergleich erhöhte sich die Arbeitslosenquote um 1,0 Prozentpunkte (Dezember 2019: 6,1%).

Arbeitslosigkeit in der Arbeitslosenversicherung (SGB III) und in der Grundsicherung (SGB II) 

Im Dezember verringerte sich die Arbeitslosigkeit im Bereich der Arbeitslosen-versicherung leicht. 15.145 Personen (-268 oder -1,7%) waren zum Monatsende arbeitslos gemeldet. Gegenüber dem Vorjahresmonat erhöhte sich die Zahl von Arbeitslosigkeit betroffener Menschen weiterhin deutlich um 3.744 Personen (+32,8%).

Im Bereich der Grundsicherung verringert sich die Arbeitslosigkeit ebenfalls leicht. Gegenüber dem Vormonat waren 299 Personen (-1,1%) weniger arbeitslos. 26.634 Personen waren Ende Dezember arbeitslos gemeldet. Damit liegt die Zahl arbeitsloser Menschen weiter deutlich über dem Niveau des Vorjahresmonats (+2.549 Personen oder +10,6% gegenüber Dezember 2019).

Arbeitsmarktsituation in den Regionen (Gebietskörperschaften)

Städteregion Aachen:

In der Städteregion Aachen liegt die Arbeitslosenquote im Dezember bei 7,8% und verringert sich damit im Vergleich zum Vormonat leicht (-0,1 Prozentpunkte zum Vor-monat; +1,1 Prozentpunkte zum Vorjahresmonat). Es waren 24.046 Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen (-283 zum Vormonat).

Auch im Versicherungsbereich (Arbeitsagentur) war im Dezember ein leichter Rückgang der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen. 8.042 Personen (-84 oder -1,0%) waren zum Monatsende arbeitslos gemeldet (2.080 oder +34,9% mehr als im Dezember 2019).

In der Grundsicherung (Jobcenter StädteRegion Aachen) verringerte sich die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen gegenüber dem Vormonat ebenfalls leicht. 16.004 Personen (-199 oder -1,2%) waren Ende Dezember arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Dezember 2019 waren 1.585 Personen (+11,0%) mehr arbeitslos.

Kreis Düren:

Im Kreis Düren liegt die Arbeitslosenquote bei 7,0% (-0,1 Prozentpunkte zum Vormonat; +1,0 Prozentpunkte zum Vorjahresmonat). Es waren 10.060 Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen (-170 zum Vormonat).

Im Monat Dezember 2020 verringerte sich die Arbeitslosigkeit im Bereich der Arbeitslosenversicherung leicht auf nun 3.422 Personen. Gegenüber dem Vormonat waren damit 56 Personen (-1,6%) weniger arbeitslos. Im Vergleich zum Vorjahresmonat erhöhte sich die Zahl arbeitsloser Menschen um 879 Personen (+34,6%).

In der Grundsicherung verringerte sich die Zahl der von Arbeitslosigkeit Betroffenen im Kreis Düren leicht gegenüber dem Vormonat. Die Zahl der in der Grundsicherung betreuten Menschen reduzierte sich um 144 auf 6.638 Personen (-1,7%). Verglichen mit dem Vorjahresmonat erhöhte sich die Zahl arbeitsloser Menschen um 628 Personen (+10,4%).

Kreis Heinsberg:

Im Kreis Heinsberg liegt die Arbeitslosenquote bei 5,6% und verringert sich im Vergleich zum Vormonat leicht (-0,1 Prozentpunkt; +0,8 Prozentpunkte zum Vorjahr). Es waren 7.673 Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen (-114 zum Vormonat).

Im Monat Dezember 2020 verringerte sich die Arbeitslosigkeit im Bereich der Arbeitslosenversicherung auf nun 3.681 Personen. Gegenüber dem Vormonat waren damit 128 Personen (-3,4%) weniger arbeitslos. Im Vergleich zum Vorjahresmonat erhöhte sich die Zahl arbeitsloser Menschen stark um 785 Personen (+27,1%).

In der Grundsicherung (Jobcenter Kreis Heinsberg) stieg die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen im Dezember leicht. Zum Monatsende erhöhte sich ihre Zahl um 14 auf nun 3.992 Personen (+0,4%). Gegenüber dem Vorjahresmonat erhöhte sich die Arbeitslosigkeit um 9,2%. 336 Personen waren gegenüber Dezember 2019 mehr arbeitslos gemeldet.

Die Bewegungen auf dem Arbeitsmarkt nach Standorten:

Durch die Bewegungen auf dem Arbeitsmarkt veränderten sich auch die Arbeitslosenquoten an sieben von zehn Standorten der Arbeitsagentur Aachen-Düren. Die Spanne reichte im Dezember 2020 von 4,2% in Monschau bis 8,4% in Aachen.

Im Stadtgebiet Aachen beträgt die Quote 8,4% (November: 8,5%), in Alsdorf 7,6% (November: 7,6%), in Eschweiler 7,7% (November: 7,8%), in Stolberg 8,3% (November: 8,4%), in Monschau 4,2% (November: 4,2%), in Düren 7,4% (November: 7,5%), in Jülich 5,9% (November: 6,1%), in Erkelenz 5,4% (November: 5,4%), in Geilenkirchen 6,2% (November: 6,5%) und in Heinsberg 5,4% (November: 5,5%).

Die aktuellen Werte (Bestand Arbeitslose nach Regionen) für Dezember 2020 sind in die Übersichtsgrafik - siehe Seite 8 der PDF - eingearbeitet.

Weiterhin viel Bewegung auf dem Arbeitsmarkt                                                

Trotz starker Auswirkungen des Corona-Virus spiegelten die Zu- und Abgangszahlen im Agenturbezirk Aachen-Düren auch im Dezember eine hohe Dynamik auf dem Arbeitsmarkt. Im Dezember konnten noch 1.937 Personen in eine Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt (ohne Ausbildung) einmünden (-17,6% zum Vormonat). Rund 6.600 Menschen beendeten ihre Arbeitslosigkeit (-16,4% zum Vormonat). Gut 6.000 Personen meldeten sich im Laufe des Monats erstmals oder erneut arbeitslos, das sind 8,9% weniger als im Vormonat und 18,4% weniger als im Vorjahr.

Nachfrage nach Arbeitskräften in der Gesamtregion:

Der regionale Stellenmarkt ist auch im Berichtsmonat Dezember weiter von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen. Die Arbeitskräftenachfrage stabilisiert sich weiter, wenn auch auf niedrigem Niveau. Im Monat Dezember reduzierte sich die Zahl neu gemeldeter Arbeitsstellen gegenüber dem Vormonat leicht. Arbeitgeber im Agenturbezirk Aachen-Düren meldeten im Dezember insgesamt 1.757 neue Stellen für eine Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt. 1.446 (82,3%) der neu gemeldeten Stellen waren für unbefristete Beschäftigungsverhältnisse.

Die Zahl neuer Stellen lag damit um 36 (-2,0%) unter dem Niveau des Vormonats (November: 1.793 Stellen). Gegenüber dem Vorjahresmonat erhöhte sich die Zahl neu gemeldeter Stellen um 132 (+8,1%).

Im Dezember waren insgesamt 7.269 Arbeitsstellen (-19,3% / -1.734 im Vergleich zum Dezember des Vorjahres) gemeldet.

Die meisten Stellenangebote sind in den Branchen Produktion (1.807), Gesundheit und Soziales (1.582) sowie Verkehr und Logistik (1.298) gemeldet.

Arbeitslosigkeit nach Personenkreisen (Arbeitslosenversicherung und Grundsicherung)

  • Ältere Arbeitslose über 50 Jahre

Im Dezember verringert sich die Zahl arbeitsloser älterer Menschen leicht um 25 Personen (-0,2%) und lag damit bei 13.502 Personen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es einen deutlichen Anstieg um 2.061 Personen (+18,0%).

Die Gruppe der Arbeitslosen, die 50 Jahre und älter sind, macht aktuell knapp ein Drittel der gesamten Arbeitslosen aus (32,3%).

  • Jugendarbeitslosigkeit

Ende Dezember waren 3.662 junge Frauen und Männer unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet, 154 Personen oder 4,0% weniger als im Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahresmonat erhöhte sich die Jugendarbeitslosigkeit deutlich um 539 Personen (+17,3%). 8,8% aller arbeitslos gemeldeten Personen gehören diesem Personenkreis an.

  • Personengruppe der Langzeitarbeitslose

Bei den langzeitarbeitslosen Menschen (Personen, die ein Jahr oder länger arbeitslos sind) erhöhte sich die Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk Aachen-Düren. Ihre Zahl stieg von November auf Dezember um 272 auf 16.564 Personen (+1,7%). Gegenüber dem Vorjahresmonat erhöhte sich die Zahl langzeitarbeitsloser Menschen um 3.295 Per-

sonen (+24,8%). 39,6% der arbeitslos gemeldeten Personen waren Ende Dezember 2020 dieser Personengruppe zugehörig.

  • Personengruppe der arbeitslosen Schwerbehinderte

Die Zahl arbeitsloser schwerbehinderter Menschen (5,7% aller arbeitslos gemeldeten Personen) verringerte sich leicht im Berichtsmonat Dezember. 2.370 Personen (-9 Personen oder -0,4%) dieser Personengruppe waren Ende Dezember arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahresmonat erhöhte sich ihre Zahl um 266 Personen (+12,6%).

  • Personengruppe der arbeitslosen Ausländer

Die Zahl der Personengruppe der Ausländer (29,1% aller arbeitslos gemeldeten Personen) verringerte sich leicht im Berichtsmonat Dezember. Ihre Zahl reduzierte sich um 190 (-1,5%) auf 12.161 Personen. Gegenüber dem Vorjahresmonat erhöhte sich die Zahl der Personengruppe arbeitsloser Ausländer um 2.001 Personen (+19,7%).

Jahresrückblick 2020

„Im Rückblick auf das Jahr 2020 sehen wir die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Arbeitsmarkt besonders deutlich. In 2020 lag die monatliche Zahl der arbeitslosen Menschen in der Region im Durchschnitt um rund 5.313 über der des Vorjahres. Trotz der erschwerten Bedingungen haben Fachkräfte auf dem Arbeitsmarkt weiterhin bessere Chancen, als Menschen ohne spezifische Kenntnisse.  Auch im Jahr 2020 investierten wir deshalb in die berufliche Qualifizierung, denn diese ist der Schlüssel zum Arbeitsmarkt. Damit tragen auch wir dazu bei, dass es Menschen weiterhin gelingt eine neue Tätigkeit aufzunehmen oder ihre bisherige Tätigkeit zu sichern. Dem weiterhin hohen Fachkräftebedarf versuchen wir so entgegen zu wirken. Wir erleben allerdings auch einen Beschäftigungsabbau in der Region, den wir mit Sorge betrachten.“, so Ulrich Käser, Leiter der Arbeitsagentur Aachen-Düren. Nach einem deutlichen Anstieg der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in den letzten Jahren, sinkt diese im Juni 2020 auf 377.632 Personen (-1.317 oder -0,3% im Vergleich zum Vorjahresmonat).

Die Kurzarbeit erreicht im Jahr 2020 einen historischen Höchstwert. Insgesamt sind 11.876 Anzeigen auf Kurzarbeit für potenziell 125.021 betroffene Personen seit Jahresbeginn bei der Agentur für Arbeit Aachen-Düren eingegangen. Im Jahr 2019 waren es 198 Anzeigen für potenziell 4.121 betroffene Personen.
„Das ist natürlich eine sehr hohe Zahl an betroffenen Menschen in unserer Region. Diese Zahl zeigt uns aber auch, dass die Kurzarbeit als entscheidendes Mittel in der Krise bei denen, die sie benötigen, ankommt und Arbeitsplätze rettet. Ohne dieses aktuell wirksame Instrument wäre die Lage deutlich dramatischer.“, erläutert Ulrich Käser. Schon im März hatte die Politik die Bedingungen für die Inanspruchnahme von Kurzarbeit vereinfacht. Im April war der Höhepunkt der realisierten Kurzarbeit in unserer Region erreicht. Es haben im April 6.731 Betriebe und 46.602 Personen kurzgearbeitet. Im Juni haben im Agenturbezirk Aachen-Düren noch 4.395 Betriebe und 33.072 betroffen Personen kurzgearbeitet. Die Kurzarbeiterquote reduziert sich somit von April 2020 12,2% auf 8,8% im Juni 2020.

„Wenn wir zurück auf den Ausbildungsmarkt im Jahr 2020 schauen, konnten wir gemeinsam mit unseren Partnern die Auswirkungen der Corona-Pandemie abmildern. Eine erste Bilanz haben wir im September 2020 gezogen, 383 Jugendliche waren Anfang Oktober noch unversorgt und auf der Suche nach einer Ausbildung. Ihnen gegenüber standen noch 896 unbesetzte Ausbildungsstellen. Jugendliche können aber auch jetzt noch eine Ausbildung beginnen. Gemeinsam mit unseren Partnern arbeiten wir weiterhin daran Jugendliche und Arbeitgeber zusammenzubringen, die Nachvermittlung ist in vollem Gange.“, so Ulrich Käser.

„Für die Kolleginnen und Kollegen in der Agentur für Arbeit bedeutete das Jahr 2020 vor allem eine erhebliche Veränderung in ihren Arbeitsabläufen. Viele arbeiteten nicht mehr in ihrem gewohnten Aufgabenbereich, dennoch leisten Sie eine hervorragende Arbeit. Dadurch ist es uns gelungen, unsere Erreichbarkeit durchgehend aufrecht-zuhalten und die Leistungsgewährung auch in schwierigen Zeiten, stabil zu halten. Für das große Engagement möchten wir uns herzlich bedanken.“, sagt Ulrich Käser, Leiter der Arbeitsagentur Aachen-Düren.

Ausblick 2021

„Aufgrund der weiterhin anhaltenden Corona-Pandemie und der umfangreichen Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt bleibt die Lage angespannt. Wir mussten erleben, dass Vorhersagen nur schwer möglich sind. Ich persönlich gehe davon aus, dass wir den „Vor-Corona-Stand“ frühestens Ende des Jahres 2021 erreichen werden. Besonders in Zeiten von Corona sehen wir, dass Fachkräfte weiterhin Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben und dringend branchenübergreifend gesucht werden. Für alle Personen, die eine berufliche Weiterbildung benötigen, haben wir umfassende Angebote. Das Thema Beschäftigtenqualifizierung, ist eines der Schwerpunktthemen in diesem und auch in den nächsten Jahren. Die Agentur für Arbeit bietet hier umfassende Unterstützung und Beratung durch eine eigens dafür eingerichtete Beratungseinheit.

Der Beschäftigungsabbau zum Beispiel in großen Industriebetrieben in unserer Region, der bereits vor der Corona-Pandemie begonnen hat, durch diese aber verschärft wird, wird uns auch im Jahr 2021 beschäftigen. Frühzeitige Unterstützung für alle Beteiligten, ist der richtige Ansatz.

Der generelle Trend zur Digitalisierung der Arbeitswelt schreitet voran und bedingt weitere Veränderungsprozesse. Auch der Strukturwandel im Rheinischen Revier wird eine Herausforderung für unsere Region, der wir uns schon jetzt stellen. Die Arbeitsagenturen Aachen-Düren, Brühl und Mönchengladbach begleiten diesen Wandel mit ihren Beratungs- und Fördermöglichkeiten und haben hierzu eine virtuelle Revieragentur gegründet, die sich auf die anstehenden Aufgaben vorbereitet. Unter anderem mit einer neuen Internetseite nehmen wir den Strukturwandel in den Blick, der sich aus dem bundespolitisch beschlossenen Kohleausstieg ergibt. (Zu finden ist die Internetseite auf www.arbeitsagentur.de/aachen-dueren)

Daten im Jahresvergleich 2020 zu 2019

Durchschnittswerte – monatlich

  • Die Arbeitslosigkeit erhöhte sich in 2020 gegenüber 2019 stark um durchschnittlich 5.313 Personen auf 42.029 Personen (+ 14,5 Prozent; 2019: 36.717 Personen).
  • Die durchschnittliche Arbeitslosenquote stieg im Jahr 2020 um 0,9 Prozentpunkte auf 7,2 Prozent. 
  • Im Versicherungsbereich (SGB III) waren durchschnittlich 15.253 Personen von Arbeitslosigkeit betroffen (+3.541 Personen / +30,2 Prozent).
  • In der Grundsicherung (SGB II) waren durchschnittlich 26.776 Personen von Arbeitslosigkeit betroffen (+1.772 Personen / +7,1 Prozent).
  • Die Zahl langzeitarbeitsloser Menschen erhöhte sich im Jahr 2020 im Durchschnitt gegenüber 2019 um 1.216 Personen (+8,8 Prozent) auf 15.030 Personen (2019: 13.814 Personen).
  • Die Zahl arbeitsloser junger Menschen unter 25 Jahre erhöhte sich im Jahr 2020 im Durchschnitt gegenüber 2019 um 648 Personen (+19,4 Prozent) auf 3.993 Personen (2019: 3.345 Personen). 
  • Die Zahl älterer Arbeitsloser (älter als 50 Jahre) erhöhte sich im Jahr 2020 im Durchschnitt gegenüber 2019 um 1.549 Personen (+13,3 Prozent) auf 13.198 Personen (2019: 11.649 Personen).
  • Die durchschnittliche Zahl arbeitsloser schwerbehinderter Menschen erhöhte sich in 2020 um 186 Personen (+8,6%) auf 2.362 Personen (2019: 2.175).
  • Insgesamt wurden im Jahr 2020 19.369 neue Stellenangebote bei der Agentur für Arbeit gemeldet, das waren 4.854 oder 20% weniger, als im letzten Jahr (2019: 24.223). Die Arbeitskräftenachfrage geht somit stark zurück.