29.01.2021 | Presseinfo Nr. 6

Arbeitsmarktreport der Agentur für Arbeit Aachen-Düren Januar 2021

Anstieg der Gesamtarbeitslosigkeit im Januar
- Gesamtzahl der gemeldeten Arbeitslosen erhöht sich stark um 2.055 auf 43.834 Personen
- Arbeitslosenquote erhöht sich in allen Geschäftsstellen um mindestens 0,3 Prozentpunkte
- Arbeitslosenquote im Agenturbezirk Aachen-Düren nun bei 7,5%
- Saisonübliche, im Landestrend liegende Entwicklung des Arbeitsmarktes
- Zahl neu gemeldeter Stellen reduziert sich überdurchschnittlich stark um 484 auf 1.273

Gesamtentwicklung

"Im ersten Monat des Jahres erhöht sich die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Dezember deutlich um 2.055 Personen im Agenturbezirk Aachen-Düren.“, so Ulrich Käser, Leiter der Arbeitsagentur Aachen-Düren. „Der Anstieg der Arbeitslosigkeit ist für einen Januar zwar saisonüblich, in diesem Jahr aber aufgrund der Corona-Pandemie etwas höher, als in den Vorjahren. Die Zahl der neu gemeldeten Stellen reduziert sich überdurchschnittlich stark in unserem Agenturbezirk, auch das verdeutlicht die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Arbeitsmarkt.“, ergänzt Ulrich Käser. Die Arbeitslosigkeit steigt in allen Agenturbezirken in NRW, aufgrund geringerer Abgangschancen und einem erhöhten Zugang von Personen in die Arbeitslosigkeit. Im Vergleich zum Vormonat sind in unserem Agenturbezirk 1.435 Personen mehr arbeitslos geworden. Gleichzeitig sind 6.328 Menschen mehr von Arbeitslosigkeit betroffen, als im Vorjahr. Eine negative Entwicklung zeigt sich auch bei der Arbeitskräftenachfrage in der Region. Es wurden rund ein Viertel weniger neue Stellenangebote gemeldet, als im Vormonat. Dennoch ist es 1.601 Menschen im letzten Monat gelungen eine neue Tätigkeit am 1. Arbeitsmarkt aufzunehmen, das sind 139 weniger als im Januar 2020.

Kurzarbeit:

Endgültige Werte zur realisierten Kurzarbeit für Juli: Im Juli haben 3.549 Betriebe und 24.989 Menschen in unserer Region kurzgearbeitet. Vor allem die Branchen Gastgewerbe und Gastronomie, der Handel und auch das verarbeitende Gewerbe (Produktion) waren betroffen.
Es liegen hochgerechnete Daten zur realisierten Kurzarbeit in der Region für August vor. Danach realisierten im August im Agenturbezirk 3.087 Betriebe konjunkturelle Kurzarbeit, 21.319 Personen wären hiervon betroffen gewesen.

Auch die Entwicklung der Anzeigen für konjunkturelle Kurzarbeit lässt deutlich die Auswirkungen der Corona-Krise auf den Arbeitsmarkt erkennen. Im November stieg die Anzahl der Anzeigen erstmals wieder deutlich an. Im Dezember sind die Anzeigen erneut rückläufig. Für den Dezember 2020 legte die Statistik nun die endgültigen Daten zu den Anzeigen und betroffenen Personen vor. Danach zeigten für den Dezember im Agenturbezirk Aachen-Düren 769 Unternehmen für 5.506 Personen Kurzarbeit an.

Für die Zeit vom 01.01. – 25.01.2021 erfasste die Statistik vorläufige Zahlen. Demzufolge zeigten im genannten Zeitraum insgesamt noch 874 Unternehmen Kurzarbeit für insgesamt 7.225 Personen an (Städteregion Aachen 434 Unternehmen – 3.360 Personen, Kreis Düren 240 Unternehmen – 1.903 Personen und Kreis Heinsberg 200 Unternehmen – 1.962 Personen).

Hinweis zum Verfahren:

Die Betriebe müssen vor Beginn von Kurzarbeit eine schriftliche Anzeige bei der zuständigen Agentur für Arbeit (Betriebssitz) erstatten; dies hat spätestens bis zum Ende des Monats zu erfolgen, für den erstmalig Leistungen bezogen werden sollen. Für Saison-Kurzarbeit gibt es keine Anzeigepflicht mehr. Anzeigen sind nur noch für konjunkturelle Kurzarbeit (§ 96 SGB III) sowie für Transferkurzarbeit (§ 111 SGB III) abzugeben.
Nach Bewilligung der Anzeige durch die Agentur für Arbeit kann der Betrieb für jeden Kalendermonat, in dem Kurzarbeit stattfand, einen Antrag auf Kurzarbeitergeld stellen; dies hat innerhalb einer Ausschlussfrist von drei Kalendermonaten zu erfolgen. Die für die Zahlung notwendigen Angaben werden in einer Abrechnungsliste vermerkt, die durch die Agentur für Arbeit anschließend dahingehend geprüft wird, ob ein Leistungsanspruch besteht, bewilligt und ausgezahlt werden kann.

Im Januar erhöht sich die Gesamtarbeitslosigkeit saisonüblich. Sie steigt um insgesamt 2.055 Personen (+4,9%). Im Vergleich zum Januar des Vorjahres sind 6.328 Personen (+16,9%) mehr von Arbeitslosigkeit betroffen. Aktuell waren im Gesamtagenturbezirk Aachen-Düren Ende Januar 43.834 Menschen arbeitslos gemeldet.

Die Arbeitslosenquote erhöht sich ebenfalls und liegt nun bei 7,5%. Im Jahresvergleich erhöhte sich die Arbeitslosenquote um 1,1 Prozentpunkte (Januar 2020: 6,4%).

Arbeitslosigkeit in der Arbeitslosenversicherung (SGB III) und in der Grundsicherung (SGB II) 

Im Januar erhöht sich die Arbeitslosigkeit im Bereich der Arbeitslosenversicherung deutlich. 16.484 Personen (+1.339 oder +8,8%) waren zum Monatsende arbeitslos gemeldet. Gegenüber dem Vorjahresmonat erhöhte sich die Zahl von Arbeitslosigkeit betroffener Menschen weiterhin deutlich um 3.720 Personen (+29,1%).

Im Bereich der Grundsicherung erhöht sich die Arbeitslosigkeit ebenfalls. Gegenüber dem Vormonat waren 716 Personen (+2,7%) mehr arbeitslos. 27.350 Personen waren Ende Januar arbeitslos gemeldet. Damit liegt die Zahl arbeitsloser Menschen weiter deutlich über dem Niveau des Vorjahresmonats (+2.608 Personen oder +10,5% gegenüber Januar 2020).

Arbeitsmarktsituation in den Regionen (Gebietskörperschaften)

  • Städteregion Aachen:

In der Städteregion Aachen liegt die Arbeitslosenquote im Januar bei 8,2% und erhöht sich damit im Vergleich zum Vormonat (+0,4 Prozentpunkte; +1,2 Prozentpunkte zum Vorjahresmonat). Es waren 25.111 Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen (+1.065 zum Vormonat).

Auch im Versicherungsbereich (Arbeitsagentur) war im Januar ein Anstieg der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen. 8.768 Personen (+726 oder +9,0%) waren zum Monatsende arbeitslos gemeldet (2.074 oder +31,0% mehr als im Januar 2019).

In der Grundsicherung (Jobcenter StädteRegion Aachen) erhöht sich die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen gegenüber dem Vormonat ebenfalls. 16.343 Personen (+339 oder +2,1%) waren Ende Januar arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Januar 2019 waren 1.620 Personen (+11,0%) mehr arbeitslos.

  • Kreis Düren:

Im Kreis Düren liegt die Arbeitslosenquote bei 7,4% (+0,4 Prozentpunkte zum Vormonat; +1,1 Prozentpunkte zum Vorjahresmonat). Es waren 10.649 Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen (+589 zum Vormonat).

Im Januar erhöht sich die Arbeitslosigkeit im Bereich der Arbeitslosenversicherung auf nun 3.745 Personen. Gegenüber dem Vormonat waren damit 323 Personen (+9,4%) mehr arbeitslos. Im Vergleich zum Vorjahresmonat erhöhte sich die Zahl arbeitsloser Menschen um 894 Personen (+31,4%).

In der Grundsicherung erhöht sich die Zahl der von Arbeitslosigkeit Betroffenen im Kreis Düren gegenüber dem Vormonat. Die Zahl der in der Grundsicherung betreuten Menschen steigt um 266 auf 6.904 Personen (+4,0%). Verglichen mit dem Vorjahresmonat erhöhte sich die Zahl arbeitsloser Menschen um 686 Personen (+11,0%).

  • Kreis Heinsberg:

Im Kreis Heinsberg liegt die Arbeitslosenquote bei 5,9% und erhöht sich im Vergleich zum Vormonat (+0,3 Prozentpunkt; +0,8 Prozentpunkte zum Vorjahr). Es waren 8.074 Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen (+401 zum Vormonat).

Im Januar erhöhte sich die Arbeitslosigkeit im Bereich der Arbeitslosenversicherung auf nun 3.971 Personen. Gegenüber dem Vormonat waren damit 290 Personen (+7,9%) mehr arbeitslos. Im Vergleich zum Vorjahresmonat erhöhte sich die Zahl arbeitsloser Menschen stark um 752 Personen (+23,4%).

In der Grundsicherung (Jobcenter Kreis Heinsberg) stieg die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen im Januar ebenfalls. Zum Vormonat erhöhte sich ihre Zahl um 111 auf nun 4.103 Personen (+2,8%). Gegenüber dem Vorjahresmonat erhöhte sich die Arbeitslosigkeit um 7,9%. 302 Personen waren gegenüber Januar 2020 mehr arbeitslos gemeldet.

Die Bewegungen auf dem Arbeitsmarkt nach Standorten:

Durch die Bewegungen auf dem Arbeitsmarkt veränderten sich auch die Arbeits-losenquoten an allen zehn Standorten der Arbeitsagentur Aachen-Düren. Die Spanne reichte im Januar 2021 von 4,7% in Monschau bis 8,8% in Aachen und Stolberg.

Im Stadtgebiet Aachen beträgt die Quote 8,8% (Dezember: 8,4%), in Alsdorf 7,9% (Dezember: 7,6%), in Eschweiler 8,0% (Dezember: 7,7%), in Stolberg 8,8% (Dezember: 8,3%), in Monschau 4,7% (Dezember: 4,2%), in Düren 7,7% (Dezember: 7,4%), in Jülich 6,5% (Dezember: 5,9%), in Erkelenz 5,8% (Dezember: 5,4%), in Geilenkirchen 6,5% (Dezember: 6,2%) und in Heinsberg 5,7% (Dezember: 5,4%).

Die aktuellen Werte (Bestand Arbeitslose nach Regionen) für Januar 2021 sind in die Übersichtsgrafik - siehe Seite 8 der PDF - eingearbeitet.

Weiterhin viel Bewegung auf dem Arbeitsmarkt                                                

Die Auswirkungen der Pandemie spiegeln sich in den Zu- und Abgangszahlen im Agenturbezirk Aachen-Düren wieder. Im Januar steigen die Zugänge in Arbeitslosigkeit, gleichzeitig verringern sich die Abgänge aus der Arbeitslosigkeit. Im Januar konnten noch 1.601 Personen in eine Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt (ohne Ausbildung) einmünden (-17,3% zum Vormonat). Rund 5.400 Menschen beendeten ihre Arbeitslosigkeit (-18,0% zum Vormonat). Fast 7.500 Personen meldeten sich im Laufe des Monats erstmals oder erneut arbeitslos, das sind 23,8% mehr als im Vormonat und 10,7% weniger als im Vorjahr.

Nachfrage nach Arbeitskräften in der Gesamtregion

Der regionale Stellenmarkt ist auch im Berichtsmonat Januar weiter von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen. Die Arbeitskräftenachfrage verringert sich. Im Monat Januar reduzierte sich die Zahl neu gemeldeter Arbeitsstellen gegenüber dem Vormonat um rund ein Viertel. Arbeitgeber im Agenturbezirk Aachen-Düren meldeten im Januar insgesamt 1.273 neue Stellen für eine Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt. 1.097 (86,2%) der neu gemeldeten Stellen waren für unbefristete Beschäftigungsverhältnisse.

Die Zahl neuer Stellen lag damit um 484 (-27,5%) unter dem Niveau des Vormonats (Dezember: 1.757 Stellen). Gegenüber dem Vorjahresmonat verringert sich die Zahl neu gemeldeter Stellen um 189 (-12,9%).

Im Januar waren insgesamt 7.173 Arbeitsstellen (-17,5% / -1.522 im Vergleich zum Januar des Vorjahres) gemeldet.

Die meisten Stellenangebote sind in den Branchen Produktion (1.789), Gesundheit und Soziales (1.533) sowie Verkehr und Logistik (1.258) gemeldet.

Arbeitslosigkeit nach Personenkreisen (Arbeitslosenversicherung und Grundsicherung)

  • Ältere Arbeitslose über 50 Jahre

Im Januar erhöht sich die Zahl arbeitsloser älterer Menschen um 717 Personen (+5,3%) und lag damit bei 14.219 Personen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es einen deutlichen Anstieg um 2.058 Personen (+16,9%).

Die Gruppe der Arbeitslosen, die 50 Jahre und älter sind, macht aktuell knapp ein Drittel der gesamten Arbeitslosen aus (32,4%).

  • Jugendarbeitslosigkeit

Ende Januar waren 3.833 junge Frauen und Männer unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet, 171 Personen oder 4,7% mehr als im Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahresmonat erhöhte sich die Jugendarbeitslosigkeit deutlich um 461 Personen (+13,7%). 8,7% aller arbeitslos gemeldeten Personen gehören diesem Personenkreis an.

  • Personengruppe der Langzeitarbeitslose

Bei den langzeitarbeitslosen Menschen (Personen, die ein Jahr oder länger arbeitslos sind) erhöhte sich die Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk Aachen-Düren deutlich. Ihre Zahl stieg von Dezember auf Januar um 956 auf 17.520 Personen (+5,8%). Gegenüber dem Vorjahresmonat erhöhte sich die Zahl langzeitarbeitsloser Menschen um 3.817 Personen (+27,9%). 40,0% der arbeitslos gemeldeten Personen waren Ende Januar 2021 dieser Personengruppe zugehörig.

  • Personengruppe der arbeitslosen Schwerbehinderte

Die Zahl arbeitsloser schwerbehinderter Menschen (5,6% aller arbeitslos gemeldeten Personen) erhöhte sich leicht im Berichtsmonat Januar. 2.433 Personen (+63 Personen oder +2,7%) dieser Personengruppe waren Ende Januar arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahresmonat erhöhte sich ihre Zahl um 233 Personen (+10,6%).

  • Personengruppe der arbeitslosen Ausländer

Die Zahl der Personengruppe der Ausländer (29,2% aller arbeitslos gemeldeten Personen) verringerte sich leicht im Berichtsmonat Januar. Ihre Zahl erhöhte sich um 653 (+5,4%) auf 12.814 Personen. Gegenüber dem Vorjahresmonat erhöhte sich die Zahl der Personengruppe arbeitsloser Ausländer um 2.010 Personen (+18,6%).