02.03.2021 | Presseinfo Nr. 13

Arbeitsmarktreport der Agentur für Arbeit Aachen-Düren Februar 2021

Leichter Anstieg der Gesamtarbeitslosigkeit im Februar
- Gesamtzahl der gemeldeten Arbeitslosen erhöht sich leicht um 22 auf 43.856 Personen
- Der Arbeitsmarkt zeigt sich trotz der Auswirkungen der Corona-Pandemie robust
- Arbeitslosenquote bleibt stabil bei 7,5%
- Positive Entwicklung bei den Abgängen aus Arbeitslosigkeit zum Vormonat
- Zahl neu gemeldeter Stellen erhöht sich um 360 auf 1.633

Gesamtentwicklung

"Im Februar reagiert der Arbeitsmarkt robust auf den erneuten Lockdown und die Auswirkungen der Pandemie. Die Arbeitslosigkeit erhöht sich leicht im Vergleich zum Vormonat um 22 Personen“, so Ulrich Käser, Leiter der Arbeitsagentur Aachen-Düren. „Im Februar 2020 war der Anstieg mit 278 Personen höher als in diesem Jahr. Knapp 6.000 Menschen sind aber im Moment mehr von Arbeitslosigkeit betroffen als im Vorjahr. Erfreulich ist, dass es wieder mehr Menschen in unserer Region gelungen ist, eine neue Arbeit aufzunehmen und gleichzeitig weniger Menschen arbeitslos geworden sind als im Januar“, ergänzt Ulrich Käser. Die Arbeitslosigkeit reduziert sich im Zuständigkeitsbereich der Agentur für Arbeit (Arbeitslosenversicherung) um 3,2%, wohingegen sie im Zuständigkeitsbereich der Jobcenter (Grundsicherung) im Vergleich zum Vormonat um 2,0% ansteigt. Es wurden mehr als ein Viertel neue Stellenangebote gemeldet als im Vormonat, aber immer noch fast ein Drittel weniger als im Februar 2020. Es ist 1.910 Menschen im letzten Monat gelungen eine neue Tätigkeit am 1. Arbeitsmarkt aufzunehmen, das sind 309 mehr als im Januar 2021.

Kurzarbeit:

Endgültige Werte zur realisierten Kurzarbeit für August: Im August haben 3.087 Betriebe und 21.317 Menschen in unserer Region kurzgearbeitet. Weiterhin waren vor allem die Branchen Gastgewerbe und Gastronomie, der Handel und auch das verarbeitende Gewerbe (Produktion) betroffen. Es liegen hochgerechnete Daten zur realisierten Kurzarbeit in der Region für September vor. Danach realisierten im September im Agenturbezirk 2.813 Betriebe konjunkturelle Kurzarbeit, 19.296 Personen wären hiervon betroffen gewesen.

Auch die Entwicklung der Anzeigen für konjunkturelle Kurzarbeit lässt deutlich die Auswirkungen der Corona-Krise auf den Arbeitsmarkt erkennen. Im November stieg die Anzahl der Anzeigen erstmals wieder deutlich an. Für den Januar 2021 legte die Statistik nun die endgültigen Daten zu den Anzeigen und betroffenen Personen vor. Danach zeigten für den Januar im Agenturbezirk Aachen-Düren 1.071 Unternehmen für 8.702 Personen Kurzarbeit an.

Für die Zeit vom 01.02. – 24.02.2021 erfasste die Statistik vorläufige Zahlen. Demzufolge zeigten im genannten Zeitraum insgesamt noch 491 Unternehmen Kurzarbeit für insgesamt 3.786 Personen an (Städteregion Aachen 245 Unternehmen – 1.582 Personen, Kreis Düren 146 Unternehmen – 1.500 Personen und Kreis Heinsberg 100 Unternehmen – 704 Personen).

Hinweis zum Verfahren:

Die Betriebe müssen vor Beginn von Kurzarbeit eine schriftliche Anzeige bei der zuständigen Agentur für Arbeit (Betriebssitz) erstatten; dies hat spätestens bis zum Ende des Monats zu erfolgen, für den erstmalig Leistungen bezogen werden sollen. Für Saison-Kurzarbeit gibt es keine Anzeigepflicht mehr. Anzeigen sind nur noch für konjunkturelle Kurzarbeit (§ 96 SGB III) sowie für Transferkurzarbeit (§ 111 SGB III) abzugeben.
Nach Bewilligung der Anzeige durch die Agentur für Arbeit kann der Betrieb für jeden Kalendermonat, in dem Kurzarbeit stattfand, einen Antrag auf Kurzarbeitergeld stellen; dies hat innerhalb einer Ausschlussfrist von drei Kalendermonaten zu erfolgen. Die für die Zahlung notwendigen Angaben werden in einer Abrechnungsliste vermerkt, die durch die Agentur für Arbeit anschließend dahingehend geprüft wird, ob ein Leistungsanspruch besteht, bewilligt und ausgezahlt werden kann.

Im Februar erhöht sich die Gesamtarbeitslosigkeit leicht. Sie steigt um insgesamt 22 Personen (+0,1%). Im Vergleich zum Februar des Vorjahres sind 6.072 Personen (+16,1%) mehr von Arbeitslosigkeit betroffen. Aktuell waren im Gesamtagenturbezirk Aachen-Düren Ende Februar 43.856 Menschen arbeitslos gemeldet.

Die Arbeitslosenquote bleibt unverändert und weiterhin bei 7,5%. Im Jahresvergleich erhöhte sich die Arbeitslosenquote um 1,0 Prozentpunkte (Februar 2020: 6,5%).

Arbeitslosigkeit in der Arbeitslosenversicherung (SGB III) und in der Grundsicherung (SGB II) 

Im Februar reduziert sich die Arbeitslosigkeit im Bereich der Arbeitslosenversicherung. 15.951 Personen (-533 oder -3,2%) waren zum Monatsende arbeitslos gemeldet. Gegenüber dem Vorjahresmonat erhöhte sich die Zahl von Arbeitslosigkeit betroffener Menschen weiterhin deutlich um 2.970 Personen (+22,9%).

Im Bereich der Grundsicherung erhöht sich die Arbeitslosigkeit. Gegenüber dem Vormonat waren 555 Personen (+2,0%) mehr arbeitslos. 27.905 Personen waren Ende Februar arbeitslos gemeldet. Damit liegt die Zahl arbeitsloser Menschen weiter deutlich über dem Niveau des Vorjahresmonats (+3.102 Personen oder +12,5% gegenüber Februar 2020).

Arbeitsmarktsituation in den Regionen (Gebietskörperschaften)

Städteregion Aachen:

In der Städteregion Aachen liegt die Arbeitslosenquote im Februar unverändert bei 8,2% (+/-0,0 Prozentpunkte; +1,1 Prozentpunkte zum Vorjahresmonat). Es waren 25.239 Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen (+128 oder +0,5% zum Vormonat).

Im Versicherungsbereich (Arbeitsagentur) war im Februar ein Rückgang der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen. 8.548 Personen (-220 oder -2,5%) waren zum Monatsende arbeitslos gemeldet (1.636 oder 23,7% mehr als im Februar 2020).

In der Grundsicherung (Jobcenter StädteRegion Aachen) erhöht sich die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen gegenüber dem Vormonat. 16.691 Personen (+348 oder +2,1%) waren Ende Februar arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Februar 2020 waren 1.941 Personen (+13,2%) mehr arbeitslos.

Kreis Düren:

Im Kreis Düren liegt die Arbeitslosenquote bei 7,3% (-0,1 Prozentpunkte zum Vormonat; +0,9 Prozentpunkte zum Vorjahresmonat). Es waren 10.461 Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen (-188 oder -1,8% zum Vormonat).

Im Februar reduziert sich die Arbeitslosigkeit im Bereich der Arbeitslosenversicherung auf nun 3.570 Personen. Gegenüber dem Vormonat waren damit 175 Personen (-4,7%) weniger arbeitslos. Im Vergleich zum Vorjahresmonat erhöhte sich die Zahl arbeitsloser Menschen um 637 Personen (+21,7%).

In der Grundsicherung reduziert sich die Zahl der von Arbeitslosigkeit Betroffenen im Kreis Düren gegenüber dem Vormonat leicht. Die Zahl der in der Grundsicherung betreuten Menschen ging um 13 auf 6.891 Personen (-0,2%) zurück. Verglichen mit dem Vorjahresmonat erhöhte sich die Zahl arbeitsloser Menschen um 697 Personen (+11,3%).

Kreis Heinsberg:

Im Kreis Heinsberg liegt die Arbeitslosenquote bei 6,0% und erhöht sich im Vergleich zum Vormonat (+0,1 Prozentpunkt; +0,9 Prozentpunkte zum Vorjahr). Es waren 8.156 Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen (+82 oder 1,0% zum Vormonat).

Im Februar reduziert sich die Arbeitslosigkeit im Bereich der Arbeitslosenversicherung auf nun 3.833 Personen. Gegenüber dem Vormonat waren damit 138 Personen (-3,5%) weniger arbeitslos. Im Vergleich zum Vorjahresmonat erhöhte sich die Zahl arbeitsloser Menschen stark um 697 Personen (+22,2%).

In der Grundsicherung (Jobcenter Kreis Heinsberg) stieg die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen im Februar. Zum Vormonat erhöhte sich ihre Zahl um 220 auf nun 4.323 Personen (+5,4%). Gegenüber dem Vorjahresmonat erhöhte sich die Arbeitslosigkeit um 12,0%. 464 Personen waren gegenüber Februar 2020 mehr arbeitslos gemeldet.

Die Bewegungen auf dem Arbeitsmarkt nach Standorten:

Durch die Bewegungen auf dem Arbeitsmarkt veränderten sich auch die Arbeitslosenquoten an acht von zehn Standorten der Arbeitsagentur Aachen-Düren. Die Spanne reichte im Februar 2021 von 4,5% in Monschau bis 8,8% in Aachen.

Im Stadtgebiet Aachen beträgt die Quote 8,8% (Januar: 8,8%), in Alsdorf 8,0% (Januar: 7,9%), in Eschweiler 8,2% (Januar: 8,0%), in Stolberg 8,7% (Januar: 8,8%), in Monschau 4,5% (Januar: 4,7%), in Düren 7,6% (Januar: 7,7%), in Jülich 6,4% (Januar: 6,5%), in Erkelenz 5,9% (Januar: 5,8%), in Geilenkirchen 6,6% (Januar: 6,5%) und in Heinsberg 5,7% (Januar: 5,7%).

Weiterhin viel Bewegung auf dem Arbeitsmarkt                                                

Die Auswirkungen der Pandemie spiegeln sich in den Zu- und Abgangszahlen im Agenturbezirk Aachen-Düren wieder. Im Februar reduzieren sich die Zugänge in Arbeitslosigkeit, gleichzeitig steigen die Abgänge aus der Arbeitslosigkeit wieder an. Im Februar konnten noch 1.910 Personen in eine Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt (ohne Ausbildung) einmünden (+309/+19,3% zum Vormonat). Rund 6.300 Menschen beendeten ihre Arbeitslosigkeit (+16,7% zum Vormonat). Fast 6.350 Personen meldeten sich im Laufe des Monats erstmals oder erneut arbeitslos, das sind 15,1% weniger als im Vormonat und 22,7% weniger als im Vorjahr.

Nachfrage nach Arbeitskräften in der Gesamtregion

Der regionale Stellenmarkt ist auch im Berichtsmonat Februar weiter von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen. Die Arbeitskräftenachfrage erhöht sich. Im Monat Februar steigt die Zahl neu gemeldeter Arbeitsstellen gegenüber dem Vormonat um mehr als ein Viertel. Arbeitgeber im Agenturbezirk Aachen-Düren meldeten im Februar insgesamt 1.633 neue Stellen für eine Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt. 1.388 (85,0%) der neu gemeldeten Stellen waren für unbefristete Beschäftigungsverhältnisse.

Die Zahl neuer Stellen lag damit um 360 (+28,3%) über dem Niveau des Vormonats (Januar: 1.273 Stellen). Gegenüber dem Vorjahresmonat verringert sich die Zahl neu gemeldeter Stellen um 745 (-31,3%).

Im Februar waren insgesamt 7.193 Arbeitsstellen (-19,2% / -1.711 im Vergleich zum Februar des Vorjahres) gemeldet.

Die meisten Stellenangebote sind in den Branchen Produktion (1.776), Gesundheit und Soziales (1.490) sowie Verkehr und Logistik (1.250) gemeldet.

Arbeitslosigkeit nach Personenkreisen (Arbeitslosenversicherung und Grundsicherung)

Ältere Arbeitslose über 50 Jahre

Im Februar reduziert sich die Zahl arbeitsloser älterer Menschen um 107 Personen (-0,8%) und lag damit bei 14.112 Personen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es einen deutlichen Anstieg um 1.878 Personen (+15,4%). Die Gruppe der Arbeitslosen, die 50 Jahre und älter sind, macht aktuell knapp ein Drittel der gesamten Arbeitslosen aus (32,2%).

Jugendarbeitslosigkeit

Ende Februar waren 4.012 junge Frauen und Männer unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet, 179 Personen oder 4,7% mehr als im Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahresmonat erhöhte sich die Jugendarbeitslosigkeit deutlich um 515 Personen (+14,7%). 9,1% aller arbeitslos gemeldeten Personen gehören diesem Personenkreis an.

Personengruppe der Langzeitarbeitslose

Bei den langzeitarbeitslosen Menschen (Personen, die ein Jahr oder länger arbeitslos sind) erhöhte sich die Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk Aachen-Düren deutlich. Ihre Zahl stieg von Januar auf Februar um 184 auf 17.704 Personen (+1,1%). Gegenüber dem Vorjahresmonat erhöhte sich die Zahl langzeitarbeitsloser Menschen um 4.075 Personen (+29,9%). 40,4% der arbeitslos gemeldeten Personen waren Ende Februar 2021 dieser Personengruppe zugehörig.

Personengruppe der arbeitslosen Schwerbehinderte

Die Zahl arbeitsloser schwerbehinderter Menschen (5,5% aller arbeitslos gemeldeten Personen) verringerte sich minimal im Berichtsmonat Februar. 2.431 Personen (-2 Personen oder -0,1%) dieser Personengruppe waren Ende Februar arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahresmonat erhöhte sich ihre Zahl um 201 Personen (+9,0%).

Personengruppe der arbeitslosen Ausländer

Die Zahl der Personengruppe der Ausländer (29,7% aller arbeitslos gemeldeten Personen) erhöhte sich leicht im Berichtsmonat Februar. Ihre Zahl stieg um 195 (+1,5%) auf 13.009 Personen. Gegenüber dem Vorjahresmonat erhöhte sich die Zahl der Personengruppe arbeitsloser Ausländer um 1.927 Personen (+17,4%).