01.02.2022 | Presseinfo Nr. 6

Arbeitsmarktreport der Agentur für Arbeit Aachen-Düren Januar 2022

Zum Jahresanfang Anstieg der Arbeitslosigkeit

- Gesamtzahl der gemeldeten Arbeitslosen erhöht sich um 905 auf 38.060 Personen
- Arbeitslosenquote erhöht sich um 0,2 Prozentpunkte und liegt nun bei 6,5%
- Arbeitslosigkeit erhöht sich vor allem im Bereich der Arbeitslosenversicherung
- Prozentual höchster Anstieg zum Vormonat bei der Personengruppe der jugendlichen Arbeitslosen 
- Gegenüber dem Vorjahr wächst die Zahl neu gemeldeter Stellen überdurchschnittlich

Gesamtentwicklung zum Arbeitsmarkt

„Zum Jahresanfang erhöht sich die Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk Aachen-Düren zwar saisonüblich, es ist aber der niedrigste Anstieg seit 1998. Da zum Jahresende vermehrt befristete Arbeitsverhältnisse enden, erhöht sich die Arbeitslosigkeit vor allem im Bereich der Arbeitsagentur“, so Ulrich Käser, Leiter der Arbeitsagentur Aachen-Düren. Die Arbeitslosenquote erhöht sich ebenfalls und liegt nun bei 6,5 Prozent. „Auch der Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit ist saisonüblich, denn zum Jahresanfang enden die zweieinhalb- und dreieinhalbjährigen Ausbildungen. Junge qualifizierte Fachkräfte haben gute Chancen zeitnah wieder eine Beschäftigung zu finden, denn der Arbeitsmarkt ist aufnahmefähig, vor allem für Fachkräfte. Auch wenn im Januar weniger neue Stellenangebote als im Vormonat gemeldet wurden, bleibt die Arbeitskräftenachfrage hoch“, ergänzt Ulrich Käser. Im Zuständigkeitsbereich der Agentur für Arbeit (Arbeitslosenversicherung) erhöht sich die Arbeitslosigkeit um 806 Personen zum Vormonat, 11.784 Menschen werden aktuell durch die Arbeitsagentur betreut. Die Jobcenter (Grundsicherung) der Region betreuen 26.276 Kundinnen und Kunden, das sind 99 Personen mehr im Vergleich zum Vormonat. Arbeitgeber meldeten zum Jahresanfang 1.866 neue Stellenangebote, 286 weniger als im Dezember.

Kurzarbeit

Endgültige Werte zur realisierten Kurzarbeit für Juli: Im Juli haben 1.852 Betriebe und 8.075 Menschen in unserer Region kurzgearbeitet. Weiterhin waren vor allem die Branchen Gastgewerbe und Gastronomie, der Handel und auch das verarbeitende Gewerbe (Produktion) betroffen. Es liegen hochgerechnete Daten zur realisierten Kurzarbeit in der Region für August vor. Danach realisierten im August im Agenturbezirk 1.576 Betriebe konjunkturelle Kurzarbeit, 7.075 Personen wären hiervon betroffen gewesen.

Für den Dezember 2021 legte die Statistik nun die endgültigen Daten zu den Anzeigen und betroffenen Personen vor. Danach zeigten für den Dezember im Agenturbezirk Aachen-Düren 224 Unternehmen für 3.479 Personen Kurzarbeit an.

Für die Zeit vom 01.01. – 26.01.2022 erfasste die Statistik vorläufige Zahlen. Demzufolge zeigten im genannten Zeitraum insgesamt 151 Unternehmen Kurzarbeit für insgesamt 1.426 Personen an (Städteregion Aachen 79 Unternehmen – 870 Personen, Kreis Düren 45 Unternehmen – 349 Personen und Kreis Heinsberg 27 Unternehmen – 207 Personen).

Der Arbeitsmarkt im Januar

Im Januar erhöht sich die Gesamtarbeitslosigkeit. Sie steigt um 905 Personen im Vergleich zum Vormonat (+2,4%). Im Vergleich zum Januar des Vorjahres sind 5.774 Personen (-13,2%) weniger von Arbeitslosigkeit betroffen. Aktuell waren im Gesamtagenturbezirk Aachen-Düren Ende Januar 38.060 Menschen arbeitslos gemeldet.

Die Arbeitslosenquote erhöht sich und liegt nun bei 6,5%. Im Jahresvergleich reduziert sich die Arbeitslosenquote um 1,0 Prozentpunkte (Januar 2021: 7,5%).

Arbeitslosigkeit in der Arbeitslosenversicherung (SGB III) und in der Grundsicherung (SGB II) 

Im Januar erhöht sich die Arbeitslosigkeit im Bereich der Arbeitslosenversicherung. 11.784 Personen (+806 oder +7,3% zum Vormonat) waren zum Monatsende arbeitslos gemeldet. Gegenüber dem Vorjahresmonat reduziert sich die Zahl von Arbeitslosigkeit betroffener Menschen um 4.700 Personen (-28,5%).

Im Bereich der Grundsicherung erhöht sich die Arbeitslosigkeit leicht. Gegenüber dem Vormonat waren 99 Personen (+0,4%) mehr arbeitslos. 26.276 Personen waren Ende Januar arbeitslos gemeldet, damit liegt die Zahl arbeitsloser Menschen deutlich unter dem Niveau des Vorjahresmonats (-1.074 Personen oder -3,9%).

Arbeitsmarktsituation in den Regionen (Gebietskörperschaften)

Städteregion Aachen

In der Städteregion Aachen liegt die Arbeitslosenquote im Januar bei 7,2% (+0,2 Prozentpunkte zum Vormonat; -1,0 Prozentpunkte zum Vorjahresmonat). Es waren 22.143 Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen (+531 oder +2,5% zum Vormonat).

Im Versicherungsbereich (Arbeitsagentur) waren im Januar 6.314 Personen (+468 oder +8,0% zum Vormonat) zum Monatsende arbeitslos gemeldet (-2.454 oder -28,0% als im Januar 2021).

In der Grundsicherung (Jobcenter StädteRegion Aachen) erhöht sich die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen leicht. 15.829 Personen (+63 oder +0,4% zum Vormonat) waren Ende Januar arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Januar 2021 waren 514 Personen (-3,1%) weniger arbeitslos.

Kreis Düren

Im Kreis Düren liegt die Arbeitslosenquote bei 6,4% (+0,1 Prozentpunkte zum Vormonat; -1,0 Prozentpunkte zum Vorjahresmonat). Es waren 9.152 Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen (+134 oder +1,5% zum Vormonat).

Im Januar erhöht sich die Arbeitslosigkeit im Bereich der Arbeitslosenversicherung auf nun 2.766 Personen. Gegenüber dem Vormonat waren damit 169 Personen (+6,5%) mehr arbeitslos. Im Vergleich zum Vorjahresmonat reduziert sich die Zahl arbeitsloser Menschen deutlich um 979 Personen (-26,1%).

Die Zahl der in der Grundsicherung betreuten Menschen reduziert sich im Kreis Düren leicht um 35 auf 6.386 Personen im Vergleich zum Vormonat (-0,5%). Verglichen mit dem Vorjahresmonat reduziert sich die Zahl arbeitsloser Menschen um 518 Personen (-7,5%).

Kreis Heinsberg

Im Kreis Heinsberg erhöht sich die Arbeitslosenquote im Januar und liegt nun bei 4,9% (+0,2 Prozentpunkte zum Vormonat; -1,0 Prozentpunkte zum Vorjahr). Es waren 6.765 Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen (+240 oder +3,7% zum Vormonat).

Im Januar erhöht sich die Arbeitslosigkeit im Bereich der Arbeitslosenversicherung auf 2.704 Personen. Gegenüber dem Vormonat waren damit 169 Personen (+6,7%) mehr arbeitslos. Im Vergleich zum Vorjahresmonat reduziert sich die Zahl arbeitsloser Menschen deutlich um 1.267 Personen (-31,9%).

In der Grundsicherung (Jobcenter Kreis Heinsberg) erhöht sich die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen im Vergleich zum Vormonat um 71 auf 4.061 Personen (+1,8%). Gegenüber dem Vorjahresmonat reduziert sich die Arbeitslosigkeit um 1,0%. 42 Personen waren gegenüber Januar 2021 weniger arbeitslos gemeldet.

Die Bewegungen auf dem Arbeitsmarkt nach Standorten

Durch die Bewegungen auf dem Arbeitsmarkt verändern sich auch die Arbeitslosenquoten an sieben von zehn Standorten der Arbeitsagentur Aachen-Düren. Die Spanne reichte im Januar 2022 von 4,0% in Monschau bis 7,9% in Aachen.

Im Stadtgebiet Aachen beträgt die Quote 7,9% (Dezember: 7,7%), in Alsdorf 6,7% (Dezember: 6,5%), in Eschweiler 7,0% (Dezember: 6,9%), in Stolberg 7,7% (Dezember: 7,7%), in Monschau 4,0% (Dezember: 3,9%), in Düren 6,7% (Dezember: 6,6%), in Jülich 5,3% (Dezember: 5,3%), in Erkelenz 4,7% (Dezember: 4,7%), in Geilenkirchen 5,8% (Dezember: 5,5%) und in Heinsberg 4,6% (Dezember: 4,4%).

Bewegung auf dem Arbeitsmarkt                                                 

Im Januar reduzieren sich die Zugänge in Arbeitslosigkeit nur leicht, gleichzeitig reduzieren sich die Abgänge aus der Arbeitslosigkeit deutlich (zum Vormonat). Im Januar konnten 1.751 Personen in eine Beschäftigung (ohne Ausbildung) einmünden (-282/-13,9% zum Vormonat). 5.428 Menschen beendeten ihre Arbeitslosigkeit (-19,4% zum Vormonat und +0,1% zum Vorjahresmonat). 6.331 Personen meldeten sich im Laufe des Monats arbeitslos (-0,1% zum Vormonat und -15,3% zum Vorjahresmonat).

Nachfrage nach Arbeitskräften in der Gesamtregion

Die Arbeitskräftenachfrage reduzierte sich im Januar gegenüber dem Vormonat. Arbeitgeber im Agenturbezirk Aachen-Düren meldeten im Januar insgesamt 1.866 neue Arbeitsstellen, davon waren 1.501 (80,4%) für unbefristete Beschäftigungsverhältnisse.

Die Zahl neuer Stellen lag damit um 286 (-13,3%) unter dem Niveau des Vormonats (Dezember: 2.152 Stellen). Gegenüber dem Vorjahresmonat erhöhte sich die Zahl neu gemeldeter Stellen um 593 (+46,6%).

Im Januar waren insgesamt 9.837 Arbeitsstellen gemeldet (+2.664/+37,1% im Vergleich zum Januar des Vorjahres).

Die meisten Stellenangebote sind in den Branchen Produktion (2.374), Gesundheit und Soziales (2.016) sowie Verkehr und Logistik (1.671) gemeldet.

Arbeitslosigkeit nach Personenkreisen (Arbeitslosenversicherung und Grundsicherung)

Ältere Arbeitslose über 50 Jahre

Im Januar erhöht sich die Zahl arbeitsloser älterer Menschen um 265 Personen

(+2,1%) und lag damit bei 12.934 Personen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat reduziert sich die Zahl um 1.285 Personen (-9,0%). Die Gruppe der Arbeitslosen, die 50 Jahre und älter sind, macht aktuell rund ein Drittel der gesamten Arbeitslosen aus (34,0%).

Jugendarbeitslosigkeit

Ende Januar waren 3.033 junge Frauen und Männer unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet, 152 Personen oder +5,3% mehr als im Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahresmonat reduziert sich die Jugendarbeitslosigkeit um 800 Personen (-20,9%). 8,0% aller arbeitslos gemeldeten Personen gehören diesem Personenkreis an.

Personengruppe der Langzeitarbeitslosen

Bei den langzeitarbeitslosen Menschen (Personen, die ein Jahr oder länger arbeitslos sind) steigt die Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk Aachen-Düren. Ihre Zahl erhöht sich von Dezember auf Januar um 22 auf 17.568 Personen (+0,1%). Gegenüber dem Vorjahresmonat erhöhte sich die Zahl langzeitarbeitsloser Menschen um 48 Personen (+0,3%). 46,2% der arbeitslos gemeldeten Personen waren Ende Januar 2021 dieser Personengruppe zugehörig.

Personengruppe der arbeitslosen Menschen mit einer Schwerbehinderung:

Die Zahl arbeitsloser schwerbehinderter Menschen (6,1% aller arbeitslos gemeldeten Personen) erhöht sich im Berichtsmonat Januar. 2.336 Personen (+47 Personen oder +2,1%) dieser Personengruppe waren Ende Januar arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahresmonat reduziert sich ihre Zahl um 97 Personen (-4,0%).

Personengruppe der arbeitslosen Ausländer

Die Zahl der Personengruppe der Ausländer (30,0% aller arbeitslos gemeldeten Personen) erhöht sich im Berichtsmonat Januar um 339 (+3,1%) auf 11.411 Personen. Gegenüber dem Vorjahresmonat war die Zahl der Personengruppe arbeitsloser Ausländer rückläufig (-1.475 oder -11,4%).