06.04.2022 | Presseinfo Nr. 23

Volle Kraft voraus als Lokführer/in

Der Beruf des/r Lokführers/in zählt zu den größten Mangelberufen in Deutschland, bedingt vor allem durch den demographischen Wandel. Dabei bietet er viele Chancen in der Region.

Als typischer Berufswunsch vor allem bei Jungs, war der Lokführer früher immer vorne mit dabei. Heutzutage ist der Beruf in Vergessenheit geraten und das, obwohl es zahlreiche freie Stellen gibt. Die Eisenbahnunternehmen in NRW brauchen bis 2025 mehr als 1.200 Lokführer/innen. „Die Qualifizierung zum/zur Lokführer/in ist eine wirklich tolle Chance für einen Umstieg in eine neue, zukunftssichere Beschäftigung“, stellt Hubert Wehren, Bereichsleiter der Agentur für Arbeit, fest.

Geeignet ist der Job nicht nur für Männer, sondern eben auch für Frauen. „Auch immer mehr Lokführerinnen steuern die Züge. Wer eine Umschulung in diesem Bereich macht, gehört bis zur Rente zu einer der gefragtesten Berufsgruppen des Landes. Unsere Umschüler/innen machen ihre praktische Ausbildung in der Regel direkt bei Arbeitgebern, die auch Mitarbeitende suchen. Mit dem Bestehen der Prüfung haben sie den Arbeitsvertrag dann oft schon in der Tasche“, berichtet Barbara Tünnemann von Fokus Bahn NRW (Gemeinschaftsinitiative der NRW-Nachverkehrsbahnen unter Federführung des Verkehrsministeriums).

Ein beruflicher Neustart braucht Mut. Das hat auch Fatih Yasar festgestellt, als er vor vier Jahren vor der Frage stand, ob er eine Umschulung als Lokführer beginnt. „Ich bin zufällig auf den Beruf des Lokführers aufmerksam geworden. Früher bin ich selbst viel mit der Bahn gefahren, aber wer vorne sitzt und den Zug steuert, habe ich mich vorher nie gefragt“, erzählt Fatih Yasar. Als er sich zum ersten Mal mit dem Thema Umschulung beschäftigte, befürchtete er, dass eine Umschulung, ähnlich wie eine Ausbildung, immer drei Jahre dauern würde. Dabei sind es nur zehn bis zwölf Monate. Yasar konnte seine Ausbildungszeit sogar auf nur sieben Monate verkürzen, da er mit den Lerninhalten gut zurechtkam. „Man ist für die Fahrgäste verantwortlich und sollte sich dessen auch bewusst sein. Sicherheit ist das oberste Gebot. Außerdem schadet es nicht, wenn man ein technisches Grundverständnis hat - zum Beispiel, wenn man privat an Autos schraubt oder handwerklich geschickt ist. Aber auch ohne Vorkenntnisse ist eine Umschulung möglich“, beschreibt Yasar die Eigenschaften, die man mitbringen sollte. „Ich möchte diesen Beruf bis zu meiner Rente ausüben. Viele denken, dass der Beruf eintönig ist, weil man immer die gleiche Strecke fährt, aber es gibt so viele, interessante Aufgaben, die man zusätzlich erledigt und von außen gar nicht sieht. Außerdem hat man verschiedene Möglichkeiten sich weiterzubilden. Ich bin bereits Praxis-Trainer und unterstütze Umschulende bei der Ausbildung. Als nächstes möchte ich die Ausbildereignungsprüfung ablegen“, erzählt Fatih Yasar weiter.

In Aachen und Umgebung bieten sich für Lokführer/innen gute Chancen eine wohnortsnahe Beschäftigung zu finden. „Einige große Bahnunternehmen verfügen hier über Einsatzstellen und suchen immer wieder qualifiziertes Personal“, erklärt Barbara Tünnemann von Fokus Bahn NRW. 

In Aachen, Düren und Heinsberg gibt es aktuell mehr als 20 Umschulungsplätze für den Quereinstieg in den Lokführerberuf. Freie Plätze stehen außerdem für einen Fernlehrgang bei National Express, der am 9.Mai startet, zur Verfügung. Ein weiterer Kurs beginnt im August bei der Rurtalbahn.

Menschen, die an einer Weiterbildung interessiert sind, können sich an die zuständige Agentur für Arbeit oder das zuständige Jobcenter wenden.

Fokus Bahn NRW bietet gezielt Beratungen für den Beruf des/r Lokführer/in an unter: programmbuero@fokus-bahn.nrw oder telefonisch unter: 0152/37656735.

Bewerbungen für die Umschulung können auch direkt auf www.bahnen.nrw/fokus-lokfuehrer/jobkarte eingereicht werden.

Lokführer Fatih Yasar