30.09.2020 | Presseinfo Nr. 38

Arbeitsmarkt September 2020

Informationen zum Arbeitsmarkt
Region Ostwürttemberg
- September 2020 -

Leicht sinkende Arbeitslosenzahlen in Ostwürttemberg

 

Das Wichtigste in Kürze:
Arbeitslosigkeit

11.304 Personen waren im September in Ostwürttemberg von Arbeitslosigkeit betroffen. Das sind 268 Personen weniger als noch im Vormonat, dementsprechend nahm auch die Arbeitslosenquote um 0,1 Prozentpunkte auf 4,5 Prozent ab.

„Positiv zu verzeichnen ist, dass mit 923 Personen im September deutlich mehr Menschen ihre Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer neuen Beschäftigung beenden konnten, als in den vergangenen Monaten. Diese Entwicklung ist zwar von saisonalen Einflüssen geprägt, zeigt aber auch, dass die Nachfrage nach Arbeitskräften wieder anzieht. Auf der anderen Seite ist die Zahl der Beschäftigten, die im September ihren Arbeitsplatz verloren haben gegenüber dem Vormonat August ebenfalls leicht angestiegen, liegt aber um 12,5 Prozent über dem Wert des Septembers 2019. Damit fiel der Rückgang der Arbeitslosigkeit in Ostwürttemberg mit einer Arbeitslosenquote von -0,1 Prozentpunkte auf nunmehr 4,5 Prozent stärker aus als im Landesdurchschnitt, wo die Arbeitslosenquote bei 4,6 Prozent stagniert.“, so Elmar Zillert, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Aalen, über die Entwicklung des Arbeitsmarktes in Ostwürttemberg.

 

Landkreise

Es konnten beide Landkreise in Ostwürttemberg im September einen Rückgang bei der Arbeitslosigkeit verzeichnen. Die Ausprägung ist jedoch sehr unterschiedlich.

Während im Ostalbkreis die Arbeitslosigkeit um 3,1 Prozent oder 233 Personen auf nun 7.385 Arbeitslose zurückging, verzeichnete der Landkreis Heidenheim nur einen Rückgang um 0,9 Prozent oder 35 Personen auf 3.919 Arbeitslose.

Damit liegt die Arbeitslosenquote im Landkreis Heidenheim unverändert bei 5,3 Prozent, wo hingegen die Quote im Ostalbkreis um 0,1 Prozentpunkte auf nunmehr 4,1 Prozent gesunken ist.

 

Personengruppen

Während die Zahl der Langzeitarbeitslosen auch im September um 109 (+4,2 Prozent) auf nun 2.716 Arbeitslose und damit im siebten Monat in Folge angestiegen ist, konnten alle anderen Personengruppen von der Arbeitsmarktentwicklung im September profitieren.

Der stärkste Rückgang war mit einem Minus von 919 Arbeitslosen bei unseren ausländischen Mitbürgern zu verzeichnen. Gefolgt von der Personengruppe der unter 25-Jährigen, welche um 54 Arbeitslose auf nun-mehr 1.354 Personen zurückgegangen ist. Allerdings ist der Rückgang bei diesem Personenkreis deutlich geringer ausgefallen, als im September 2019.

 

Entwicklung nach Rechtskreisen

Die Arbeitslosigkeit der Arbeitslosengeld I - Bezieher (dieser Personenkreis wird von den Arbeitsagenturen betreut) ist im September um 115 Personen oder 1,6 Prozent auf 6.930 zurückgegangen.

Die Zahl der Arbeitslosen in den Jobcentern in Ostwürttemberg reduzierte sich um 153 Personen oder 3,4 Prozent auf 4.374.

 

Stellenangebote

Während in den vergangenen Jahren die Nachfrage nach Arbeitskräften im September rückläufig war, können wir in diesem September einen leichten Anstieg konstatieren. So nahm die Zahl der Stellenange-bote, die der Arbeitsagentur und den Jobcentern im Berichtsmonat zur Besetzung gemeldet wurden, um 5 Prozent auf 615 Stellenangebote zu. Die größte Nachfrage kam aus den Bereichen Metallbearbeitung, Lagerwirtschaft und aus dem Verkauf. Dieser Anstieg darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Angebot neu eingegangener Stellen derzeit um 42,6 Prozent geringer ausfällt, als vor einem Jahr.

 

Kurzarbeit

Die Entwicklung der Anzeigen für Kurzarbeit lässt deutlich die Auswirkungen der Coronakrise auf dem Arbeitsmarkt erkennen, wobei im September die Zahl der Anzeigen auf Kurzarbeit deutlich zurückgegangen ist. Seit Ausbruch der Pandemie sind in Ostwürttemberg 77.773 Beschäftigte von Kurzarbeit betroffen. Davon 57.577 im Ostalbkreis, verteilt auf 3.358 Anzeigen. Im Landkreis Heidenheim sind es 1.236 Anzeigen mit 20.196 Kurzarbeitenden. Damit sind im Ostalbkreis 44,5 Prozent der Beschäftigten und im Landkreis Heidenheim 37,9 Prozent von Kurzarbeit betroffen.

„Wir befinden uns in einer Strukturkrise mit einem gewaltigen Umbruch auf dem Arbeitsmarkt und in den Berufen. Ich appelliere daher insbesondere an den Personenkreis, welcher derzeit von Kurzarbeit betroffen ist, seine Kenntnisse und Fertigkeit an die Anforderungen des zukünftigen Arbeitsmarktes anzupassen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Agentur für Arbeit Aalen beraten Sie gerne und unterstützen Sie auch finanziell, sofern die Fördervoraussetzungen erfüllt sind. Wer die Zeit jetzt nicht nutzt, läuft Gefahr beruflich abgehängt und im schlimmsten Fall arbeitslos zu werden.“, so Elmar Zillert.

 

Ausbildungsmarkt

Während die Zahl der Bewerber um Ausbildungsstellen weiter rückläufig ist, verzeichnen wir in Ost-württemberg nach wie vor eine hohe Bereitschaft der Unternehmen junge Menschen auszubilden.

Alle Interessierten, die noch einen Ausbildungsplatz für das laufende Jahr suchen, sind herzlich eingeladen, sich bei der Agentur für Arbeit Aalen für eine Beratung zu melden. Trotz des allgemeinen Ausbildungsbeginns am 01.September ist ein verspäteter Einstieg in eine Ausbildung nach wie vor möglich.