29.04.2021 | Presseinfo Nr. 22

Erneut sinkende Arbeitslosenzahlen in der Region

DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE

Arbeitslosigkeit

„Die erfreuliche Nachricht zuerst: Wir verzeichnen im April in Ostwürttemberg mit 9.787 Personen einen erneuten Rückgang der Arbeitslosenzahlen,“ startet Elmar Zillert, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Aalen, seine Ausführung zur temporären Entwicklung auf dem aktuellen Arbeitsmarkt.

Vor einem Monat waren im Agenturbezirk noch 265 Personen mehr von Arbeitslosigkeit betroffen. Dies entspricht einem Rückgang um 2,6 Prozent.

Der Rückgang fiel damit etwas höher aus als im Landesdurchschnitt, wo sich die Arbeitslosigkeit im Vormonatsvergleich um 2,3 Prozent reduzierte.

Die Arbeitslosenquote im Agenturbezirk liegt nun bei 3,9 Prozent. Auch im Land reduzierte sich die Quote und liegt bei 4,2 Prozent.

Dennoch sind die Auswirkungen der anhaltenden Pandemie nach wie vor auf dem Arbeitsmarkt erkennbar, so Elmar Zillert. So meldeten sich im April mit 962 Personen wieder mehr Beschäftigte arbeitslos, als Arbeitslose in ein Beschäftigungsverhältnis einmündeten.


Rechtskreise

Im Rechtskreis SGB II (umgangssprachlich Hartz IV) waren im April 4.349 Arbeitslose gemeldet. Dieses entspricht einem Anstieg von 0,4 Prozent oder 17 Arbeitslosen gegenüber dem Vormonat März. Im Landesdurchschnitt stieg die Zahl der Arbeitslosen in der Grundsicherung um 2,2 Prozent an. Auch im Vorjahresvergleich zeigt sich mit 5 Prozent oder 206 Arbeitslosen ein geringerer Anstieg in Ostwürttemberg als im Landesdurchschnitt, wo der Anstieg mit 12 Prozent mehr als doppelt so hoch ausfiel. Die Zahl der Erwerbslosen liegt jedoch um 5,0 Prozent oder 206 Personen über dem Vorjahr.

Während in der Grundsicherung ein leichter Anstieg in der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen ist, ging die Zahl der Arbeitslosen im Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III) im April um 282 oder 4,9 Prozent auf nun 5.438 Personen zurück. Gemessen am April des Vorjahres sind dies erfreuliche 151 Arbeitslose weniger. Die anteilige Arbeitslosenquote im SGB III Bereich reduzierte sich im April gegenüber dem Vormonat um 0,2 Prozentpunkte auf 2,1 Prozent. Im Bereich der Arbeitslosenversicherung entwickelt sich der Arbeitsmarkt im Berichtsmonat etwas ungünstiger als in Baden-Württemberg, wo die Zahl der Arbeitslosen um 6,2 Prozent  zurückging.

Betrachten wir die letzten 12 Monate, so können wir jedoch konstatieren, dass die Zahl der Arbeitslosen in Ostwürttemberg um 2,7 Prozent zurückgegangen ist, während sie im Land um 0,8 Prozent angestiegen ist.


Landkreise

Der Landkreis Heidenheim ist bislang im Vergleich zu den übrigen Landkreisen in Baden-Württemberg sehr gut durch die Krise gekommen. Dies setzt sich auch im aktuellen Berichtsmonat fort. So reduzierte sich die Zahl der Arbeitslosen im April um 126 Personen auf 3.434 Arbeitslose, das sind 3,5 Prozent weniger als im März. Die Arbeitslosenquote verringerte sich um 0,2 Prozentpunkte auf 4,6 Prozent.                                                           

Die Arbeitslosenquote im Ostalbkreis reduzierte sich um 0,1 Prozentpunkte auf nun 3,5 Prozent. Aktuell sind im Ostalbkreis  6.353 Personen arbeitslos gemeldet. Dies sind 2,1 Prozent oder 139 Arbeitslose weniger als im März.

Auch der Ostalbkreis ist im Vergleich zum Landesdurchschnitt, wo binnen Jahresfrist ein Anstieg von 6 Prozent in der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen war, mit einem Anstieg von 2,1 Prozent bisher glimpflich durch die Krise gekommen.


Personengruppen

Mit Ausnahme der älteren Arbeitslosen über 55 Jahren und der Langzeitarbeitslosen konnten alle Personengruppen von der positiven Entwicklung des Arbeitsmarktes im April profitieren. Diese beiden Personengruppen sind von den Auswirkungen der Pandemie am Arbeitsmarkt besonders stark betroffen. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen stieg im April um 102 Personen, oder 3,3 Prozent, auf nun 3.151 Arbeitslose an. Damit sind in Ostwürttemberg 32,2 Prozent aller Arbeitslosen bereits länger als 1 Jahr arbeitslos. Bei den über 55-jährigen Arbeitslosen haben wir im Berichtsmonat einen leichten Anstieg von 8 Personen auf nun 2.766 Arbeitslose zu verzeichnen. Besonders aufnahmebereit zeigte sich hingegen der Arbeitsmarkt für die Personengruppe der unter 25-Jährigen. Ihre Zahl reduzierte sich um 7 Prozent auf nun 801 Arbeitslose.


Stellenangebote

Die Nachfrage nach  Arbeitskräften in Ostwürttemberg ist im April gegenüber dem Vormonat gesunken. Die regionalen Betriebe erteilten dem Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Aalen im April 759 neue Vermittlungsaufträge. Dies sind 9,2 Prozent weniger als im Vormonat. Den Vermittlungsfachkräften der Arbeitsagentur und der Jobcenter standen somit im April 2540 Arbeitsangebote zur Besetzung zur Verfügung.


Ausbildungsmarkt

Auch auf dem Ausbildungsmarkt hinterlässt die Pandemie weiter ihre Spuren. Im Vergleich zum Vorjahr ging die Zahl der zu besetzenden Ausbildungsstellen um 20,4 Prozent auf 3.191 zurück. Auch die Zahl bei den Bewerbern um eine Ausbildungsstelle ist gegenüber dem Vorjahr um 2,3 Prozent auf nun 2.007 Bewerber gesunken. Trotz des Rückgangs der Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen haben wir immer noch 60 Prozent mehr Ausbildungsstellen als Bewerber. Der Mangel an Bewerbern wird insbesondere vor dem Hintergrund des demographischen Wandels zu einem zunehmenden Problem. Denn die qualifizierten Arbeitskräfte die wir morgen dringend brauchen, müssen wir heute ausbilden.


Fazit

Die aktuelle Lage auf dem Arbeitsmarkt zeigt, wie viel Anstrengung unsere Region aufbringt, um sich der Pandemie entgegenzustellen. Das Instrument der Kurzarbeit hält die Menschen in Ostwürttemberg in Beschäftigung und unterstützt damit nicht nur unsere Unternehmen, sondern sichert auch die finanzielle Lebensgrundlage vieler Personen, die andernfalls von Arbeitslosigkeit betroffen wären.

„Dennoch wird die Bundesnotbremse in den kommenden Monaten in vielen Branchen weitere Spuren hinterlassen. Neben der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, insbesondere der Langzeitarbeitslosigkeit, kommt es jetzt darauf an, die Beschäftigten von heute für die Arbeit von morgen fit zu machen“, meint Elmar Zillert abschließend.