31.03.2021 | Presseinfo Nr. 20

Weiterer Rückgang der Arbeitslosenzahlen in der Region

Das Wichtigste in Kürze
 

Arbeitslosigkeit

„Der Arbeitsmarkt in Ostwürttemberg verzeichnet im März einen spürbaren Rückgang der Arbeitslosigkeit“, so Elmar Zillert, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Aalen, zu den Entwicklungen auf dem aktuellen Arbeitsmarkt.

Insgesamt waren zum Stichtag 10.052 Personen in Ostwürttemberg arbeitslos gemeldet. Ihre Zahl ging somit gegenüber Februar um 610 Arbeitslose oder 5,7 Prozent zurück. „Die Region Ostwürttemberg stemmt sich weiter mit aller Kraft gegen die Auswirkungen der Pandemie. Dank dieser Anstrengung in Kombination mit dem Instrument der Kurzarbeit konnten wir seit nunmehr einem Jahr eine größere Entlassungswelle bislang vermeiden“, so Zillert.

Auch im Landesvergleich konnte die Region eine bessere Entwicklung verzeichnen. In Baden-Württemberg sank die Arbeitslosenzahl nur um 3,0 Prozent. Trotzdem bleibt leider festzuhalten, dass in unserem Agenturbezirk 16,8 Prozent oder 1.448 Personen mehr von Arbeitslosigkeit betroffen waren, als noch vor einem Jahr.


Arbeitslosenversicherung und Grundsicherung – Rechtskreise

Die Arbeitslosigkeit ist im März bei den Arbeitsagenturen um 560 Personen oder 8,9 Prozent zurückgegangen.

Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass bei den Arbeitsagenturen im März 18,2 Prozent mehr Menschen arbeitslos gemeldet sind als noch vor einem Jahr.

Eine nicht so deutliche Abnahme von Arbeitslosen verzeichneten die Jobcenter im aktuellen Monat im Bereich der Grundsicherung. Ihre Zahl sank im März um 50 oder 1,1 Prozent.


Landkreise

Die Arbeitslosigkeit ist im Berichtsmonat März in beiden Landkreisen zurückgegangen.

So waren im März im Ostalbkreis 6.492 Personen arbeitslos gemeldet. Das sind 356 Personen oder 5,2 Prozent weniger als im Vormonat.

Im Kreis Heidenheim sank die Zahl der Arbeitslosen um 254 oder 6,7 Prozent auf 3.560 Personen. Damit ging die Arbeitslosigkeit im Landkreis Heidenheim stärker zurück als im Ostalbkreis.

Die Arbeitslosenquote sank damit im Ostalbkreis um 0,2 Prozentpunkt auf 3,6 Prozent, während die Quote im Kreis Heidenheim um 0,3 Prozent auf nunmehr 4,8 Prozent sank.

Im Jahresvergleich hat die Arbeitslosigkeit im Ostalbkreis prozentual fast doppelt so stark zugenommen wie im Landkreis Heidenheim. In Heidenheim konstatieren wir in diesem Zeitraum eine Steigerung von 345 Arbeitslosen oder 10,7 Prozent. Im Ostalbkreis stieg die Arbeitslosigkeit um 1.103 Personen oder 20,5 Prozent an.

Im Vergleich zum Land, wo die Arbeitslosigkeit um 26,8 Prozent angestiegen ist, stehen beide Landkreise verhältnismäßig gut da.


Personengruppen

Im Berichtsmonat konnten alle Personengruppen von der positiven Entwicklung des Arbeitsmarktes profitieren, mit Ausnahme der Langzeitarbeitslosen, bei denen ein leichter Anstieg von 0,2 Prozent zu verzeichnen war.

Besonders  positiv war die Entwicklung im März bei den Jugendlichen unter 20. Dort ging die Zahl der Arbeitslosen um 12 Prozent auf nun 117 Jugendliche zurück.

Während wir in Ostwürttemberg heute 19,9 Prozent  weniger Jugendliche in der Arbeitslosigkeit haben als vor einem Jahr, stieg die Zahl der jugendlichen Arbeitslosen im Land um 9,7 Prozent an.


Dynamik

Die Dynamik auf dem Arbeitsmarkt hat im März wieder deutlich zugenommen.

Insgesamt konnten 905 Personen ihre Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer neuen Beschäftigung beenden. Das sind 12,4 Prozent mehr als noch im Februar.

Dem gegenüber haben im März in Ostwürttemberg 733 Personen ihren Arbeitsplatz verloren. Das sind erfreuliche 17,2 Prozent weniger als im Vormonat.


Stellenangebote

Die Nachfrage nach qualifizierten Arbeitskräften in Ostwürttemberg ist im März gegenüber dem Vormonat um 3,7 Prozent gestiegen.

Die regionalen Betriebe erteilten dem Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Aalen im März 836 neue Vermittlungsaufträge. Die meisten Stellen kamen aus der Produktion und Fertigung, gefolgt vom Bereich Verkehr & Logistik und dem Gesundheitswesen.

Auch wenn wir bei den Stellenangeboten eine leichte Erholung verzeichnen konnten, so standen den Vermittlungsfachkräften der Arbeitsagentur und der Jobcenter in Ostwürttemberg mit -16,6 Prozent deutlich weniger Stellen zur Besetzung zur Verfügung als im Vorjahr.  


Kurzarbeit

Parallel zum Rückgang der Arbeitslosigkeit in Ostwürttemberg ging auch die Zahl der Personen, für die Kurzarbeit im März neu beantragt wurde, deutlich zurück.

So wurde bei der Agentur für Arbeit Aalen im März für 1.140 Personen Kurzarbeit beantragt.

Seit Beginn der Corona-Pandemie wurden in Ostwürttemberg für 89.384 Beschäftigte in 6.053 Betrieben Kurzarbeit beantragt.

66.216 Betroffene mit 4.377 Anzeigen entfielen auf den Ostalbkreis und 23.168 auf den Landkreis Heidenheim mit 1.676 Anzeigen.


Ausbildungsmarkt

Die Auswirkungen der Pandemie sind auch auf dem Ausbildungsmarkt deutlich sichtbar.

So ging die Zahl der zu besetzenden Ausbildungsstellen gegenüber dem Vorjahr um 21,6 Prozent auf nun 3.095 zurück.

Insbesondere im Bereich Produktion und Fertigung, sowie im Handel und im Bereich Verkehr und Logistik ist ein deutlicher Rückgang an gemeldeten Ausbildungsstellen zu verzeichnen.

Aber auch der seit Jahren sich abzeichnende Rückgang bei den Bewerbern um eine Ausbildungsstelle setzt sich weiter fort. Ihre Zahl ging gegenüber dem Vorjahr um 4,6 Prozent auf nun 1.889 Bewerber zurück.

Trotzdem können wir konstatieren, dass es rein rechnerisch derzeit in Ostwürttemberg 64 Prozent mehr Ausbildungsstellen als Bewerber auf diese Stellen gibt. Es wird daher für die Betriebe immer schwieriger, ihre Ausbildungsstellen zu besetzen.

Dies ist vor dem Hintergrund des sich in den kommenden Jahren weiter verschärfenden demographischen Wandels und dem damit zunehmenden Fachkräftebedarf ein nicht zu unterschätzendes Problem für die Betriebe in Ostwürttemberg und die gesamte Region.


Fazit

Inzwischen blicken wir auf ein Jahr Arbeitsmarkt unter Pandemiebedingungen zurück.

Die Region Ostwürttemberg hat sich dabei im Vergleich zu Baden-Württemberg besser geschlagen und als relativ robust erwiesen. Insbesondere das Instrument Kurzarbeit hat uns bisher vor höheren Arbeitslosenzahlen bewahrt. Allerdings bleibt abzuwarten, welche Auswirkungen eine sich weiter aufbauende 3. Welle und die damit verbundenen weiteren Einschränkungen mit sich bringen“, so Zillert.

Erfreulich ist auch, dass die Nachfrage nach Arbeitskräften im März wieder zugenommen hat. Ein Schlüssel für die Bewältigung der Krise bleibt nach wie vor das Thema Qualifizierung.

Hier müssen wir aktiv handeln und alles daran setzen, auch während Corona unsere Möglichkeiten auszuschöpfen.

„Ich möchte daher nochmals explizit auf die Notwendigkeit hinweisen, seine Kenntnisse und Fertigkeiten jetzt an die sich verändernden Bedingungen des Arbeitsmarktes anzupassen. Insbesondere die Zeiten der Kurzarbeit sollten für diese notwendige Qualifizierung genutzt werden.  Die Arbeitsagentur informiert Sie gerne über die Angebote und Fördermöglichkeiten,“ schließt Elmar Zillert.