30.09.2022 | Presseinfo Nr. 50

Erste Zeichen für Herbstbelebung auf dem Arbeitsmarkt

Der Ostwürttemberger Arbeitsmarkt im September 2022

- 8.972 Arbeitslose im September
- Quote unverändert bei 3,6 Prozent
- Jugendarbeitslosigkeit sinkt um 0,2 Prozentpunkte auf 3,1 Prozent

Arbeitslosigkeit

Die Situation auf dem Arbeitsmarkt hat sich im Laufe des Septembers wieder spürbar verbessert. Der saisonale Anstieg, den wir jedes Jahr über die Sommermonate verzeichnen, reduziert sich meist mit dem Herbstanfang wieder – so auch in diesem Jahr. Es freut mich, dass vor allem Jugendliche und junge Erwachsene ihre Arbeitslosigkeit nach den Sommerferien beenden und eine Beschäftigung bzw. eine Ausbildung aufnehmen konnten“, erklärt Claudia Prusik, Vorsitzende der Geschäftsführung der Aalener Arbeitsagentur. Die Zahl der Arbeitslosen reduzierte sich im September um 195 Personen und lag damit bei 8.972. „Damit liegen wir wieder unter der 9.000er Marke.“, berichtet Claudia Prusik.

Der Schwung auf dem Arbeitsmarkt hat nach der Urlaubs- und der Ferienzeit also wieder deutlich zugenommen. Im September meldeten sich 2.490 Personen neu oder erneut arbeitslos. Gleichzeitig beendeten 2.688 Personen ihre Arbeitslosigkeit. Das sind 31,4 Prozent mehr Menschen, die ihre Arbeitslosigkeit beenden konnten, als im August. Die Arbeitslosenquote verblieb im September bei 3,6 Prozent. Würde man die Auswirkungen der Fluchtmigration außer Acht lassen, würde sich die weiterhin gute Arbeitsmarktsituation noch deutlicher in den Zahlen widerspiegeln.

Einzig bei den Personengruppen der ausländischen Arbeitslosen und den Langzeitarbeitslosen verzeichnen wir einen Anstieg der Zahlen in Ostwürttemberg. Im September beläuft sich der Zuwachs an ausländischen Arbeitslosen auf 2,1 Prozent. Dieser erklärt sich nach wie vor durch den Übergang geflüchteter Menschen aus der Ukraine, die seit Anfang Juni von den Jobcentern betreut werden. Dies ist regional sehr unterschiedlich spürbar und lässt Arbeitslosenquoten in den Geschäftsstellenbezirken trotz gutem Markt wachsen. Die Langzeitarbeitslosen haben mit einem Plus von 1,3 Prozent nur einen leichten Anstieg zu verzeichnen.

„Der Arbeitsmarkt in Ostwürttemberg zeigt sich also weiterhin von seiner robusten Seite und beschert uns eine leichte Herbstbelebung. Die weltpolitische Lage und deren Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt sind schwer abzuschätzen. Es gilt daher gemeinsam mit allen Partnern den Herausforderungen mit Zuversicht zu begegnen. Als positiven Trend sehe ich die Entwicklung der Stellenangebote. Auch wenn der September mit einem leichten Rückgang an neuen Stellenangeboten einhergeht, so wurden der Agentur für Arbeit Aalen seit Jahresbeginn insgesamt 9.416 neue Stellenangebote gemeldet. Das sind rund 32 Prozent mehr als im Vorjahr und ein deutliches Zeichen dafür, dass die Region weiterhin einen hohen Bedarf an Personal hat.

Den Unternehmen ist durchaus bewusst, dass eine heute freigesetzte Fachkraft, später wieder fehlen wird. Es gilt also die Prämisse, die Leute möglichst in den eigenen Reihen zu halten.“, so Prusik abschließend.


Arbeitsagentur und Jobcenter

In der Agentur für Arbeit Aalen, mit den Geschäftsstellen Bopfingen, Ellwangen, Schwäbisch Gmünd und Heidenheim, werden 4.164 Personen betreut. 4.808 Personen werden derzeit vom Jobcenter Heidenheim und dem Jobcenter im Ostalbkreis betreut, was einen Anteil von 53,6 Prozent an allen Arbeitslosen ausmacht.


Landkreise

Heidenheim

  • 2.930 Arbeitslose (1.458 Frauen, 1.472 Männer), 119 Personen oder 3,9 Prozent weniger zum Vormonat
  • Arbeitslosenquote im September: 4,0 Prozent (-0,1 Prozentpunkte)
  • davon vom Jobcenter betreut (SGB II): 1.628 Personen, +9 Personen oder 0,6 Prozent mehr zum Vormonat

Ostalbkreis

  • 6.042 Arbeitslose (2.971 Frauen, 3.071 Männer), 76 Personen oder 1,2 Prozent weniger zum Vormonat
  • Arbeitslosenquote im September: 3,4 Prozent (±0,0 Prozentpunkte)
  • davon vom Jobcenter betreut (SGB II): 3.180 Menschen, 144 Personen oder 4,7 Prozent mehr zum Vormonat

Geschäftsstellen

Die Arbeitslosigkeit in den Geschäftsstellen hat sich sehr unterschiedlich entwickelt. Dies ist insbesondere auf die Thematik der Fluchtmigration zurückzuführen. Besonders deutlich wird dies in der Geschäftsstelle Schwäbisch Gmünd. Hier erhöhte sich die Zahl der ausländischen Arbeitslosen im Vergleich zum Juni diesen Jahres um 49,5 Prozent. Zur Erinnerung: Seit Juni gilt die Regelung, das aus der Ukraine geflüchtete Menschen von den Jobcentern betreut werden. Insgesamt konnten aber alle Geschäftsstellen von der Entwicklung des Marktes profitieren.


Stellenangebote

Der Arbeitsagentur und den Jobcentern wurden im September 780 neue Stellen zur Besetzung gemeldet. Somit standen den Vermittlungsfachkräften im Berichtsmonat insgesamt 5.455 zu besetzende Stellen zur Verfügung. 76,2 Prozent aller gemeldeten Stellen sind für Fachkräfte. Die meisten Stellen kamen aus dem Bereich der Metallverarbeitung, dem Lagerbereich und dem Verkauf.


Kurzarbeit

Im September ist die Zahl neuer Anzeigen zur Kurzarbeit im Vergleich zum Vormonat gesunken. Insgesamt zeigten 8 Betriebe für 31 Beschäftigte Kurzarbeit an. Im August 2022 waren es 11 Betriebe für 269 Beschäftigte. Für den Monat März 2022 liegen uns endgültige Zahlen vor, da alle Melde- und Abrechnungsfristen zwischenzeitlich abgelaufen sind.

Somit haben 409  Betriebe im März 2022 Kurzarbeit umgesetzt und mit der Agentur für Arbeit abgerechnet. 2.215 Personen befanden sich in Kurzarbeit. Nach wie vor sind die am stärksten betroffenen Bereiche das verarbeitende Gewerbe, vor allem in der Metall- und Elektroindustrie und der Einzelhandel.


Ausbildungsmarkt

Auch wenn das Ausbildungsjahr offiziell schon begonnen hat, sind noch viele Betriebe in unserer Region auf der Suche nach Nachwuchs. Ein verspäteter Einstieg ist meist noch bis Jahresende möglich. „Alle, die auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz sind - egal ob im Endspurt für dieses Jahr oder dann fürs kommende Ausbildungsjahr - sind herzlich eingeladen, sich bei unserer Berufsberatung zu melden! Diese hilft gerne in allen Fragen rund ums Thema Ausbildung und Studium weiter!“ ermuntert Prusik.

Hinweis: Die Zahlen zum abgeschlossenen Beratungsjahr 2021/2022 auf dem Ausbildungsmarkt veröffentlichen wir gemeinsam mit unseren Partnern am 11.11.2022.