02.05.2022 | Presseinfo Nr. 22

Frühjahrsbelebung auf dem regionalen Arbeitsmarkt

Der Ostwürttemberger Arbeitsmarkt im April 2022

- 8.067 Arbeitslose im April
- Quote verbleibt bei 3,2 Prozent
- Jugendarbeitslosigkeit sinkt auf 2,1 Prozent

Arbeitslosigkeit

Mit einem Minus von 148 Personen konnte die Region Ostwürttemberg den dritten Monat in Folge einen Rückgang an Arbeitslosen verzeichnen. Insgesamt waren im April 8.067 Personen arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote lag im Berichtsmonat bei 3,2 Prozent. „Die wirtschaftliche Unsicherheit durch den Krieg in der Ukraine und die damit verbundenen drohenden Schwierigkeiten bezüglich fossiler Brennstoffe, sowie Lieferkettenengpässe und Rohstoffmangel konnten die Frühjahrsbelebung auf dem Arbeitsmarkt nicht bremsen - das Instrument der Kurzarbeit verhindert zuverlässig Übergänge in Arbeitslosigkeit. Somit sind das wirklich gute Nachrichten, sofern sich die Situation nicht weiter verschärft“, so Claudia Prusik, Chefin der Aalener Arbeitsagentur.

Zusätzlich zu den Faktoren, die sich durch das weltpolitische Geschehen ergeben, dürfen wir Themen wie die Transformation der Arbeitswelt und den zunehmenden Arbeitskräftebedarf nicht aus dem Fokus nehmen. „Ich werde nicht müde, meinen Appell an alle Akteure auf dem Arbeitsmarkt zu richten, diese Themen ernst zu nehmen und die Ärmel möglichst schnell hochzukrempeln, um unsere Region fit für die Arbeitswelt von Morgen zu machen und die zunehmenden strukturellen Veränderungen gut zu begleiten. Unser gemeinsames Ziel: Agieren statt reagieren!“, so Prusik.


Ukraine:

„Auch wenn das Thema „Arbeit in Deutschland“ derzeit bei den Geflüchteten aus der Ukraine verständlicherweise noch nicht im Vordergrund steht, ist es uns gemeinsam mit den Jobcentern wichtig, dass sie möglichst ihrer Qualifikation / ihrer Bildung entsprechend in den Arbeitsmarkt einmünden. Dabei ist es die gemeinsame Aufgabe in den Netzwerken, die Menschen bei der Anerkennung ihrer Berufsabschlüsse zu unterstützen.“ sagt Prusik.

Ab 01. Juni können die ukrainischen Geflüchtete Anspruch auf Grundsicherung (Arbeitslosengeld II) erhalten.


Arbeitsagentur und Jobcenter

In der Agentur für Arbeit Aalen, mit den Geschäftsstellen Bopfingen, Ellwangen, Schwäbisch Gmünd und Heidenheim, werden 4.237 Personen betreut. 3.830 Personen werden derzeit vom Jobcenter Heidenheim und dem Jobcenter im Ostalbkreis betreut, was einen Anteil von 47,5 Prozent an allen Arbeitslosen ausmacht. Betrachtet man die Arbeitslosigkeit nach den Rechtskreisen, so ist festzustellen, dass die Zahl der Arbeitslosen in der Arbeitsagentur um 119 Personen gesunken ist und im Bereich der Jobcenter um 29 Personen. Vom Rückgang der Arbeitslosigkeit konnten im April also überwiegend die Kunden im Bereich der Arbeitslosenversicherung (Alg I) profitieren.


Landkreise

Heidenheim

  • 2.721 Arbeitslose (1.243 Frauen, 1.478 Männer), -98 Personen oder 3,5 Prozent weniger zum Vormonat
  • Arbeitslosenquote im April: 3,7 Prozent (-0,1 Prozentpunkte)
  • davon vom Jobcenter betreut (SGB II): 1.358 Personen, -10 Personen oder 0,7 Prozent weniger zum Vormonat

Ostalbkreis

  • 5.346 Arbeitslose (2.348 Frauen, 2.998 Männer), -50 Personen oder 0,9 Prozent weniger zum Vormonat
  • Arbeitslosenquote im April: 3,0 Prozent (+/-0,0 Prozentpunkte)
  • davon vom Jobcenter betreut (SGB II): 2.472 Menschen, -19 Personen oder 0,8 Prozent weniger zum Vormonat

Personengruppen

Im April konnten alle Personengruppen von der positiven Entwicklung profitieren. Den prozentual stärksten Rückgang verzeichneten die jüngeren Arbeitslosen unter 25 Jahre (-6,5 Prozent). Hier waren 603 Personen und damit 42 weniger als noch im März gemeldet. Ihr Anteil an allen Arbeitslosen beläuft sich auf 7,5 Prozent. Am wenigsten haben im April die Langzeitarbeitslosen an der Frühjahrsbelebung partizipiert. Mit einem Rückgang von 2 Personen auf 2.868 Arbeitslose erhöht sich ihr Anteil an allen Arbeitslosen auf 35,6 Prozent (34,9 Prozent im März).


Stellenangebote

Mit 1.211 neu gemeldeten Arbeitsstellen knüpfen wir an die hohe Zahl der Stellenzugänge vom Vormonat nahtlos an. Insgesamt konnten die Vermittlungs- und Beratungsfachkräfte der Arbeitsagentur und der Jobcenter im Berichtsmonat auf 4.927 Arbeitsangebote für ihre Vermittlungsaktivitäten zurückgreifen. „Wir sind hier kurz davor, das Vorkrisenniveau von 2019 zu erreichen. Ich werte das einerseits als sehr gutes Zeichen, dass die regionalen Firmen trotz den wirtschaftlichen Unsicherheiten über gut gefüllte Auftragsbücher verfügen und weiter Personal benötigen. Andererseits treibt mich die Sorge um, diesen Bedarf auch adäquat decken zu können. Die eingangs erwähnten strukturellen Veränderungen werden sich vor allem in einer längeren Laufzeit unserer gemeldeten Stellen widerspiegeln. Zwischen dem Anforderungsniveau der Stellenangebote und der Qualifikation des Arbeitskräfteangebots klafft häufig eine zunehmend große Lücke. Hier gilt es, das Instrument der Qualifizierung sowohl für Beschäftigte als auch in der Arbeitslosigkeit so gut wie möglich zu nutzen!“ so Prusik.

Im April kamen die meisten Stellenangebote aus dem Produktions- und /Fertigungsbereich mit 1.785 Angeboten und damit 36,2 Prozent aller bei der Agentur für Arbeit Aalen gemeldeten Stellen. Sehr gefragt ist auch Personal für den Bereich Verkehr/Logistik/Schutz und Sicherheit mit 840 Stellen, sowie für Gesundheit, Soziales, Lehre und Erziehung mit 657 Stellenangeboten.


Kurzarbeit

Im April ist die Zahl neuer Anzeigen zur Kurzarbeit im Vergleich zum Vormonat etwas gestiegen. Insgesamt zeigten 42 Betriebe für 1.253 Beschäftigte Kurzarbeit an. Im März 2022 waren es 31 Betriebe für 237 Beschäftigte. Für den Monat Oktober 2021 liegen uns endgültige Zahlen vor, da alle Melde- und Abrechnungsfristen zwischenzeitlich abgelaufen sind. Somit haben 464  Betriebe im Oktober 2021 Kurzarbeit umgesetzt und mit der Agentur für Arbeit abgerechnet. 3.251 Personen befanden sich in Kurzarbeit. Nach wie vor sind die am stärksten betroffenen Bereiche das verarbeitende Gewerbe, vor allem in der Metall- und Elektroindustrie, der Einzelhandel und die Gastronomie.


Ausbildungsmarkt

Zunehmend brisant zeigt sich die Lage auf dem Ausbildungsmarkt für die Unternehmen. Hier verstärkt sich weiterhin der Trend zum Bewerbermarkt. So waren im Berichtsjahr – seit 01. Oktober – bisher 1.950 Jugendliche als Bewerber und Bewerberinnen bei der Berufsberatung in der Arbeitsagentur und den Jobcentern gemeldet.

Das sind 57 oder 2,8 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Demgegenüber stehen 2.912 Ausbildungsstellen. Somit kommen rechnerisch 1,67 Ausbildungsstellen auf einen Bewerber beziehungsweise auf eine Bewerberin. Deshalb richtet Agenturchefin Claudia Prusik einen Appell an alle Jugendlichen und deren Eltern: „Die Firmen der Region brauchen Fachkräfte - sie brauchen EUCH! In einer innovativen Region wie Ostwürttemberg habt Ihr tolle Chancen in nahezu allen Bereichen. Eure Berufsberatung hilft Euch gerne bei allen Fragen rund ums Thema Berufswahl und auch die beiden Ausbildungs- und Studienmessen - heute in Schwäbisch Gmünd und am 21. Mai in Aalen - sind tolle Plattformen, um Euch zu informieren und Kontakte zu knüpfen. Lasst Euch diese Chance nicht entgehen!“