31.08.2021 | Presseinfo Nr. 45

Der Ostwürttemberger Arbeitsmarkt im August 2021

Ferienzeit lässt Arbeitslosenzahlen leicht ansteigen
• 9.387 Arbeitslose im August

• Quote steigt nur leicht auf 3,7 Prozent

• Jugendarbeitslosigkeit steigt auf 3,3 Prozent
 

Arbeitslosigkeit

Im August ist die Zahl der Arbeitslosen um 322 Personen angestiegen. Damit waren insgesamt 9.387 Personen in Ostwürttemberg ohne Beschäftigung. Das sind 3,6 Prozent mehr Arbeitslose als im Juli. „Für einen August ist das keine ungewöhnliche Entwicklung. Bedingt durch die Urlaubszeit werden in den Sommermonaten weniger neue Arbeitsverhältnisse begründet und auch die endenden Ausbildungsverhältnisse münden leider nicht immer nahtlos in eine Beschäftigung“, beginnt Claudia Prusik, Vorsitzende der Geschäftsführung, ihre Ausführungen zum Arbeitsmarktbericht. Erfreulich ist, dass der Anstieg verhältnismäßig gering ausgefallen ist. „Heißt konkret: so einen geringen Anstieg an Arbeitslosen von einem Juli auf einen August hatten wir seit über 10 Jahren nicht mehr. Es freut mich, dass wir weiterhin so stabil durch die stürmischen Zeiten dieser Pandemie fahren. Aber wir dürfen nicht vergessen, dass wir mitten in einem enormen Veränderungsprozess der Arbeitswelt stecken. Wir müssen weiterhin fokussiert die Herausforderungen des Strukturwandels in unserer Region gemeinsam angehen. Dazu braucht es die Bereitschaft der Beschäftigten und Arbeitslosen zum lebenslangen Lernen. Gerne unterstützen wir auch unsere Arbeitgeber in Ostwürttemberg in Fragen der Qualifizierung ihrer Mitarbeitenden – kommen Sie auf uns zu“, ermuntert Prusik.  

Arbeitsagenturen und Jobcenter

Von den 9.387 Arbeitslosen werden 4.224 Personen vom Jobcenter Heidenheim und dem Jobcenter im Ostalbkreis betreut. Das sind 45 Prozent aller Arbeitslosen in Ostwürttemberg. 5.163 Personen werden von der Arbeitsagentur Aalen, mit den Geschäftsstellen Bopfingen, Ellwangen, Schwäbisch Gmünd und Heidenheim betreut. Die Jobcenter haben im August einen Anstieg von 50 Personen verzeichnet, während die Arbeitsagentur 272 Arbeitslose mehr als im Juli betreute.

Landkreise

Heidenheim:

  • 3.228 Arbeitslose (1.514 Frauen, 1.714 Männer), +56 Personen mehr zum Vormonat
  • Arbeitslosenquote im August: 4,3 Prozent
  • davon vom Jobcenter betreut (SGB II): 1.513 Menschen, +4 zum Vormonat

Ostalbkreis:

  •   6.159 Arbeitslose (2.824 Frauen, 3.335 Männer), +266 Personen mehr zum Vormonat
  • Arbeitslosenquote im August: 3,4 Prozent
  • davon vom Jobcenter betreut (SGB II): 2.711 Menschen, +46 zum Vormonat

Personengruppen

Der leichte Anstieg der Arbeitslosen im August konzentriert sich zum größten Teil auf die Gruppe der jungen Erwachsenen unter 25 Jahren. Jedes Jahr in den Sommermonaten verzeichnen wir bei dieser Personengruppe den stärksten Anstieg, bedingt durch die endenden Ausbildungsverträge. Erfahrungsgemäß wird dieser Anstieg in den kommenden Monaten aber wieder vom Markt kompensiert. 

Eine Besonderheit im August ist der leichte Rückgang an Langzeitarbeitslosen. Während der Lockdowns mussten wir massive Anstiege bei der Langzeitarbeitslosigkeit verzeichnen.    „Nun können wir im 2. Monat in Folge zumindest leichte Rückgänge vermelden (-16 Personen), was mich sehr freut“, so Prusik. Wir erleben hier im Vergleich zu den anderen Personengruppen eine zeitverzögerte und auch nur eine leichte Erholung von der Pandemie. Besonders deutlich wird dies, wenn wir uns die Anteile der Langzeitarbeitslosen an allen Arbeitslosen anschauen. Im August 2020 lag der Anteil der Langzeitarbeitslosen bei 22,5 Prozent. Im Laufe des letzten Jahres hat sich dieser bedauerlicherweise auf 32,7 Prozent erhöht. „Wir müssen hier unbedingt am Ball bleiben und schauen, dass wir möglichst Vielen dabei helfen sich im laufenden Prozess des Strukturwandels fit für die Arbeitswelt zu machen. Ansonsten laufen wir Gefahr, dass sich insbesondere die Langzeitarbeitslosigkeit verfestigt“, warnt Claudia Prusik.

Stellenangebote

Der Arbeitsagentur und den Jobcentern wurden im August  835 offene Stellen gemeldet. Das sind 41 Prozent mehr als im Vorjahr. Somit standen den Vermittlungsfachkräften im Berichtsmonat insgesamt 3.225 zu besetzende Stellen zur Verfügung. Die meisten Stellen kamen aus dem Bereich der Metallverarbeitung, dem Lagerbereich und dem Verkauf. Mehr als 70 Prozent der gemeldeten Stellen sind für Fachkräfte und Akademiker.

Endspurt auf dem Ausbildungsmarkt

Viele Unternehmen und Betriebe in unserer Region sind weiterhin auf der Suche nach Nachwuchs: Im August waren noch 982 Ausbildungsstellen verteilt auf alle Wirtschaftszweige unbesetzt. 

Claudia Prusik, Vorsitzende der Geschäftsführung der Aalener Arbeitsagentur, betont: „Es gibt noch freie Ausbildungsplätze für diesen September! Für all‘ diejenigen, die noch auf der Suche sind - eine Bewerbung lohnt sich definitiv auch jetzt noch! Und unsere Berufsberaterinnen und -berater unterstützen Euch gerne bei allen Fragen, für einen gelungenen Start in die Ausbildung.“

Kurzarbeit

Die Zahl neuer Anzeigen zur Kurzarbeit ist seit Jahresbeginn weiter gesunken. Im August zeigten in Ostwürttemberg 17 Betriebe für 148 Beschäftigte Kurzarbeit an. Das ist deutlich weniger als zu Jahresbeginn. Bei den Anzeigen auf Kurzarbeit sind auch Folgeanzeigen von Unternehmen aufgrund der Unterbrechungen von Lieferketten dabei. Für Februar 2021 liegen endgültige Zahlen vor, da alle Melde- und Abrechnungsfristen inzwischen abgelaufen sind. Demnach haben im Februar 1.998 Betriebe Kurzarbeit umgesetzt und mit der Agentur für Arbeit abgerechnet. Es befanden sich 14.579 Frauen und Männer in Kurzarbeit. Mehr als die Hälfte davon entfiel auf das verarbeitende Gewerbe, vor allem der Metall- und Elektroindustrie, den Einzelhandel und das Gastgewerbe.