02.11.2020 | Presseinfo Nr. 43

Gute Bilanz für das Ausbildungsjahr 2019/2020

Der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Aalen, Elmar Zillert, zieht eine Bilanz zum Abschluss des Berufsberatungsjahres 2019/2020.

„Der Ausbildungsmarkt in Ostwürttemberg ist von den Auswirkungen der Pandemie nicht so stark betroffen, wie es in den letzten Monaten den Anschein hatte. Der Start des Beratungsjahres im September 2019 und die Entwicklungen bis zum Beginn des Lockdown konnten vieles kompensieren.

„Ich bin überzeugt, dass wir die wahren Auswirkungen der letzten Monate und die noch kommenden Einschränkungen erst im kommenden Jahr spüren werden. Denn zu Beginn von Covid 19 waren viele Ausbildungsverträge schon geschlossen und wir konnten einen Großteil der Jugendlichen beraten und in Ausbildung vermitteln“, so Zillert. Einhergehend mit dem Lockdown verzeichneten wir leichte Rückgänge bei den Ausbildungsstellen und auch die Kommunikation mit den Bewerberinnen und Bewerbern gestaltete sich in den ersten Monaten der Corona-Pandemie äußerst schwierig und war auf ein Minimum reduziert worden. Wir haben das Angebot so hoch wie möglich gehalten, alternative Zugangswege, telefonisch und online, angeboten, aber letztlich hat das nur ein Teil der Jugendlichen in Anspruch genommen.

Für die Auszubildenden, die im September 2021 beginnen wollen, gilt es alle Kräfte zu mobilisieren und alternative Angebote zu schaffen. Wir bieten dieses Jahr beispielsweise erstmals die Ausbildungsmesse in Ellwangen in digitaler Form an. Zusätzlich gibt es neue Kanäle mit Informationen für die Berufsorientierung, wie zum Beispiel YouTube und Podcasts.

Die Bundesregierung hat das Programm „Ausbildungsplätze sichern“ ins Leben gerufen. Dieses Programm unterstützt Betriebe, die trotz der Corona-Krise das Ausbildungsniveau halten oder sogar erhöhen. „Insgesamt hoffen wir, dass wir, in Kooperation mit all unseren Netzwerkpartnern, ein ausreichendes Angebot an Berufsorientierungs- und individuellen Beratungsangeboten auf die Beine stellen können, um keinen Corona-Jahrgang zu bekommen“, so Zillert.

Für den Agenturbezirk Ostwürttemberg stellt sich die Situation nach Ablauf des Berufsberatungsjahres 2019/ 2020 in Zahlen folgendermaßen dar:

„Seit Beginn des Berichtsjahres (01.10.2019 bis 30.09.2020) wurden 2.522 Bewerber/innen um Ausbildungsstellen registriert (- 12,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr). Im gleichen Zeitraum wurden der Agentur für Arbeit Aalen 4.463 Berufsausbildungsstellen (+0,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr) gemeldet“, so Zillert. Im Beratungsjahr 2018/2019 lag der Zuwachs an Ausbildungsstellen noch bei +9,5 Prozent. Damit ging die Schere zwischen Ausbildungsstellen und Bewerbern weiter auseinander. Insgesamt gab es in Ostwürttemberg damit 77 Prozent mehr Ausbildungsstellen als Bewerber.

Verteilt auf die beiden Landkreise ergibt sich folgende Situation:

Im Ostalbkreis waren 3.302 Ausbildungsstellen gemeldet, hiervon sind 274 noch unbesetzt. Demgegenüber stehen 1.844 gemeldete Bewerber/innen, von denen nur noch 9 unversorgt sind. Im Berichtsjahr 2018/2019 waren es noch 2.083 gemeldete Bewerber/innen. Damit kamen im Ostalbkreis im abgeschlossenen Berichtsjahr auf einen Bewerber rechnerisch 1,79 Ausbildungsstellen.

Im Landkreis Heidenheim waren 1.161 Ausbildungsstellen gemeldet, hiervon sind 108 noch nicht besetzt. Gemeldete Bewerber/innen waren es 678, von denen 6 noch unversorgt sind. Im Berichtsjahr 2018/2019 waren hier noch 794 Bewerber/innen gemeldet. Damit kamen im Landkreis Heidenheim im abgeschlossenen Berichtsjahr auf einen Bewerber rechnerisch 1,71 Ausbildungsstellen. Zum 30.09.2020 gab es noch 15 unvermittelte Bewerber/innen denen 382 offene Ausbildungsstellen gegenüberstanden.

In der Gesamtbetrachtung ist auch die Art des Verbleibs der 2.522 gemeldeten Bewerber*innen um eine Ausbildungsstelle interessant.

  • 1.503 nahmen eine Berufsausbildung auf
  • 493 entschieden sich fürSchule/Studium/Praktikum
  • 32 mündeten inFördermaßnahmen, wie z.B. berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen und
  • 53 meldeten sich für gemeinnützige/soziale Dienste

Die Arbeitgeber der Region zeigten im abgeschlossenen Ausbildungsjahrweiterhin eine hohe Bereitschaft, jungen Menschen einen Ausbildungsplatz zur Verfügung zu stellen. Das zeigt, dass bei den regionalen Unternehmen die Themen Fachkräftemangel und Demografie auch trotz Corona weiterhin präsent sind.

Eine Zunahme bei den Berufsausbildungsstellen ist vor allem in den Bereichen Bau, Architektur, Vermessung und Gebäudetechnik (+22,1 Prozent) zu verzeichnen. Eine deutliche Abnahme an gemeldeten Ausbildungsstellen zeigt sich hingegen im Bereich Unternehmensorganisation, Buchhaltung, Recht und Verwaltung (-12,1 Prozent).

„Je weiter sich eine Volkswirtschaft entwickelt, desto stärker ändern sich die Anforderungen an die einzelnen Tätigkeiten. Viele Berufsbilder verändern sich und es entstehen auch ganz neue Berufe. Deshalb mein ausdrücklicher Appell an alle Jugendlichen und ihre Eltern, sich gut zu informieren und sich mehrere berufliche Alternativen zu überlegen. Es gibt eine breite Palette von interessanten Ausbildungsangeboten. Die Agentur für Arbeit unterstützt Sie dabei mit einer Vielzahl von Informationsmöglichkeiten unter www.arbeitsagentur.de. Zusätzlich bieten die Berufsberater der Agentur individuelle Beratungsangebote an“, so Zillert.

Die ständig steigenden Anforderungen in den beruflichen Ausbildungsgängen setzen eine solide Schulbildung ebenso voraus, wie angemessene soziale Kompetenz und ein gutes Arbeitsverhalten. Die Unternehmen in Ostwürttemberg benötigen auch weiterhin qualifizierte Fachkräfte und Hochschulabsolventen. Eine Ausbildung ist immer auch eine gute Investition in die Zukunft.

„Vergangene Krisen und auch die derzeitige Situation unter Pandemiebedingungen haben gezeigt, dass Qualifizierte ein deutlich geringeres Risiko haben, arbeitslos zu werden. In der Regel finden sie auch einen schnelleren Zugang zu einer neuen Beschäftigung“, schließt Zillert.