01.06.2021 | Presseinfo Nr. 26

Der Ostwürttemberger Arbeitsmarkt im Mai 2021

Regionaler Arbeitsmarkt kompensiert Folgen der Pandemie weiterhin gut

ENTWICKLUNGEN IM ÜBERBLICK

Arbeitslosigkeit

Der Bestand an Arbeitslosen ist in allen Regionen des Agenturbezirks weiter zurückgegangen. Die Arbeitslosenquote sank um 0,2 Prozentpunkte auf 3,7 Prozent. Oder anders ausgedrückt waren zum Ende des Berichtsmonats Mai 9.337 Menschen in Ostwürttemberg arbeitslos gemeldet. Das sind 4,6 Prozent weniger als im April und 10,6 Prozent weniger als Mai 2020, jedoch 27 Prozent mehr als noch vor der Pandemie.

Spitzenreiter bleibt der Raum Ellwangen. Hier sank die Arbeitslosenquote um 0,2 auf 1,9 Prozent und liegt damit um 0,2 Prozentpunkte über dem Spitzenwert von 1,7 Prozent, den die Region im Mai 2017 erreichte. Aktuell sind in Ellwangen 476 Personen arbeitslos gemeldet.

Im Landesvergleich schneidet der Agenturbezirk Aalen bei dem Rückgang der Arbeitslosigkeit besser ab als der Durchschnitt in Baden-Württemberg, wo die Arbeitslosigkeit um 3,7 Prozent zurück ging. Im Vorjahresvergleich liegt die Region Ostwürttemberg im Mai sogar auf Platz 1. Kein anderer Agenturbezirk in Baden-Württemberg konnte binnen Jahresfrist einen höheren Rückgang an Arbeitslosen verzeichnen.

Dynamik

Im Mai meldeten sich insgesamt 753 Personen aus einer Beschäftigung arbeitslos. Das sind 21,7 Prozent weniger als noch im April und 33,2 Prozent weniger als im Mai 2020.

Demgegenüber stehen 834 Personen, die ihre Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Beschäftigung beenden konnten. Das sind 84,1 Prozent mehr als im Mai 2020. Die Entwicklungen in der Dynamik auf dem Arbeitsmarkt zeigen, dass wir uns im letzten Frühjahr, also in den ersten Monaten der Pandemie, in einer regelrechten Schockstarre auf dem Arbeitsmarkt befanden. Die Betriebe haben alles daran gesetzt ihre Arbeitnehmer im Betrieb zu halten. Allerdings gab es, außer in den von der Pandemie profitierenden Bereichen, kaum Chancen auf Neueinstellungen. Dies hat sich in der Zwischenzeit erfreulicherweise etwas relativiert. Die Nachfrage nach Arbeitskräften hat im Berichtsmonat wieder zugenommen und übersteigt zwischenzeitlich wieder die Zahl der freigesetzten Beschäftigten.

Rechtskreise

 Der Rückgang der Arbeitslosigkeit ist weitgehend im Bereich  der Arbeitslosenversicherung (Arbeitslosendgeld I) erfolgt. Hier waren 5.063 Menschen in den Arbeitsagenturen Ostwürttembergs arbeitslos gemeldet. Dies sind 375 Menschen, oder 6,9 Prozent weniger, als noch im April. Im Bereich der Grundsicherung (Hartz IV) hat die Arbeitslosigkeit mit einem Minus von 1,7 Prozent insgesamt deutlich weniger abgenommen. Mit 4.274 waren diesen Monat in Ostwürttemberg 75 Menschen weniger in den Jobcentern arbeitslos gemeldet, als im Vormonat.

Landkreise

 Die Zahl der Arbeitslosen nahm im Ostalbkreis insgesamt um 274 Personen, oder 4,3 Prozent, auf 6.079 Menschen ab. Im Vormonatsvergleich verringerte sich der Bestand an arbeitslos Gemeldeten in beiden Rechtskreisen – in der Arbeitslosenversicherung um 243 und im Bereich der Grundsicherung um 31.

Etwas positiver entwickelte sich die Zahl der Arbeitslosen in Heidenheim. Hier gab es insgesamt einen Rückgang der Arbeitslosigkeit um 176 Personen, oder 5,1 Prozent, auf insgesamt 3.258 Personen. Im Bereich der Grundsicherung ging ihre Zahl um 44 Personen zurück, während  die Zahl der Arbeitslosen im Bereich der Arbeitslosenversicherung um 132 Personen abnahm. Vergleicht man die aktuellen Entwicklungen mit dem Vorjahr, so liegt der Landkreis Heidenheim im Landesvergleich mit einem Rückgang von 13,5 Prozent auf Platz 3 aller Landkreise in Baden-Württemberg.

Personengruppen

Erfreulicherweise konnten im Mai alle Personengruppen von der positiven Entwicklung des Arbeitsmarktes profitieren. Den stärksten Rückgang verzeichnete die Gruppe der unter 25-Jährigen. Ihre Zahl reduzierte sich um 83 auf aktuell 718 Menschen. Gegenüber dem Vormonat bedeutet dies einen Rückgang um 10,4 Prozent und im Vorjahresvergleich sogar um einen Rückgang um 33,9 Prozent. 

Besonders erfreulich ist der Rückgang bei der Gruppe der Langzeitarbeitslosen. Ihre Zahl reduzierte sich um 58 auf 3.093 Menschen. Zum Vergleich: Im Mai des Vorjahres waren 38,3 Prozent weniger Personen von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen. Diese Personengruppe ist von den Auswirkungen der Pandemie am stärksten betroffen. Damit sind in Ostwürttemberg aktuell 33,1 Prozent aller Arbeitslosen bereits länger als 1 Jahr arbeitslos.

Stellenangebote

 Zur Besetzung standen den Vermittlungsfachkräften im Berichtsmonat insgesamt 2.623 Stellen zur Verfügung. Im Mai wurden der Arbeitsagentur und den Jobcentern 820 offene Stellen gemeldet. Damit lag die Zahl der neu gemeldeten Stellen um 8 Prozent über dem April-Wert und um 52,1 Prozent über dem Wert des Vorjahres.

Vergleicht man den Stellenzugang seit Jahresbeginn mit dem Vorjahr, liegt dieser im aktuellen Jahr mit insgesamt 3.655 Stellen 7,8 Prozent höher als noch im Vorjahr.

Ausbildungsmarkt

 Auf dem Ausbildungsmarkt wurden der Berufsberatung im Berichtsjahr bisher 3.292 Ausbildungsangebote gemeldet. Dies sind 762 Ausbildungsplätze weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Demgegenüber haben sich 2.090 Jugendliche als Bewerber um eine Ausbildungsstelle bei der Berufsberatung vormerken lassen. Die Zahl der Jugendlichen, die sich um eine Ausbildungsstelle bewerben, reduzierte sich gegenüber dem Vorjahr um weitere 36.

Ende Mai waren 1.507 Ausbildungsplätze noch nicht besetzt.

Für das laufende Berichtsjahr bedeutet das, dass jedem Ausbildungsinteressenten rechnerisch 1,6 Ausbildungsstellen zur Verfügung standen.

Deshalb appelliert Agenturchef Elmar Zillert nochmal an alle Jugendlichen und jungen Erwachsenen die vielfältigen Chancen einer dualen Ausbildung zu nutzen und sich ihre Ausbildungsstelle zu sichern. Sie schaffen damit ein solides Fundament für eine erfolgreiche berufliche Zukunft.

Kurzarbeit

Parallel zum Rückgang der Arbeitslosigkeit in Ostwürttemberg ging auch die Zahl der Personen, für die Kurzarbeit im Mai neu beantragt wurde, weiter zurück. So wurde bei der Agentur für Arbeit Aalen im Mai für 284 Personen in insgesamt 44 Anzeigen Kurzarbeit angezeigt.

Zum Vergleich: Im Mai 2020 gingen 410 Anzeigen für 6.865 Personen bei der Agentur für Arbeit Aalen  ein.

Fazit

 Der Arbeitsmarkt im Mai bietet uns viel Erfreuliches.“, schließt Elmar Zillert seine Ausführungen ab, „Dies darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass nach wie vor 9.337 Menschen in Ostwürttemberg arbeitslos gemeldet sind, für die es Lösungen zu finden gilt.“

 „Die sogenannte strukturelle Arbeitslosigkeit macht uns immer mehr zu schaffen,“ so Zillert. „Vereinfacht ausgedrückt bedeutet dies, dass wir für die gemeldeten offenen Stellen immer schwieriger eine passende Arbeitskraft finden. Das Thema Qualifizierung bleibt Hauptaugenmerk und ist für uns ein sehr wichtiger Stellhebel für den Ausgleich auf dem Arbeitsmarkt.