01.12.2020 | Presseinfo Nr. 50

Arbeitsmarkt November 2020

Arbeitslosenquote in Ostwürttemberg auf 4,0 Prozent gesunken

DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE

Arbeitslosigkeit

„Die Zahl der Arbeitslosen ist in Ostwürttemberg im November weiter gesunken,“ startet Elmar Zillert, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Aalen, seine Ausführung zur temporären Entwicklung auf dem aktuellen Arbeitsmarkt.

Dato sind bei der Arbeitsagentur und den Jobcentern 10.166 Personen arbeitslos gemeldet. Dieses sind 312 Arbeitslose oder 3,0 Prozent weniger als im Vormonat.

Der Rückgang ist damit in diesem November etwas geringer ausgefallen als in den vorangegangenen Jahren und liegt mit einem Plus von 2.291 Arbeitslosen oder 29,1 Prozent über dem Vorjahresniveau.

Im Rechtskreis SGB II (umgangssprachlich Hartz IV) waren im November 4.113 Arbeitslose gemeldet. Dieses entspricht einem Rückgang von 56 Arbeitslosen gegenüber dem Oktober, aber auch einem Anstieg von 613 Erwerbslosen im Vergleich zum Vorjahr. Die Arbeitslosenquote im SGB II Bereich verharrt im November unverändert bei 1,6 Prozent.

In der Zuständigkeit der Arbeitsagentur (SGB III) ging die Zahl der Arbeitslosen um 256 auf nun 6.053 Personen zurück. Gemessen am November des Vorjahres sind dies 1.678 Arbeitslose mehr. Die anteilige Arbeitslosenquote im SGB III Bereich reduzierte sich im November gegenüber dem Oktober um 0,1 Prozentpunkte auf 2,4 Prozent.


Landkreise

Beide Landkreise profitieren von dieser positiven Entwicklung.

Im Landkreis Heidenheim ging die Zahl der Arbeitslosen um 142 Personen auf 3.580 zurück, das sind 3,8 Prozent weniger als im Oktober. Die Arbeitslosenquote verringerte sich hier um 0,2 Prozentpunkte auf 4,8 Prozent.                                                                                     

Die Arbeitslosenquote im Ostalbkreis reduzierte sich um 0,1 Prozentpunkte auf nun 3,7 Prozent. Aktuell sind im Ostalbkreis  6.586 Personen arbeitslos gemeldet. Dies sind 2,5 Prozent oder 170 Arbeitslose weniger als im Oktober.


Personengruppen

Nach Personengruppen entwickelte sich die Arbeitslosigkeit in Ostwürttemberg recht unterschiedlich. Während die Zahl der Langzeitarbeitslosen mit 27,5 Prozent auch im November und damit im neunten Monat in Folge auf 2.800 Personen angestiegen ist, konnten die anderen Personengruppen von der aktuellen Arbeitsmarktsituation profitieren.

Den stärksten Rückgang mit einem Minus von 10,7 Prozent auf nun 327 Arbeitslose hatte im November die Personengruppe der unter 25 Jährigen zu verzeichnen. Hier hat sich gezeigt, dass sich der ein oder andere Jugendliche doch noch für eine Ausbildung entschieden hat.


Stellenangebote

Die Nachfrage nach qualifizierten Arbeitskräften ist im November in Ostwürttemberg weiter angestiegen, bewegt sich aber nach wie vor auf einem niedrigen Niveau. Im Berichtsmonat November erteilten die regionalen Betriebe dem Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Aalen 740 neue Vermittlungsaufträge.

Die meisten Stellenangebote kamen aus dem Bereich der Zeitarbeit, dem verarbeitenden Gewerbe, der Logistik und dem Handel.


Kurzarbeit

Mit dem „Lockdown light“ Anfang November haben die Anzeigen an Kurzarbeit wieder deutlich zugenommen, nachdem über die Sommermonate ein Rückgang zu verzeichnen war. Seit Beginn der Corona-Pandemie wurden in Ostwürttemberg für 80.224 Beschäftigte in 4.896 Betrieben Kurzarbeit beantragt. 59.293 entfielen auf den Ostalbkreis und 20.931 auf den Landkreis Heidenheim.


Fazit

Der im November zu verzeichnende Rückgang bei den Arbeitslosenzahlen in Ostwürttemberg darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich mehr Beschäftigte arbeitslos gemeldet haben, als Personen in eine Beschäftigung eingemündet sind.

Das bewährte Instrument des Kurzarbeitergeldes hilft uns nach wie vor dabei, die Menschen im Beschäftigungssystem zu halten und die Zahl der Arbeitslosen damit zu begrenzen.

Neben den konjunkturellen Problemen finden wir uns aber auch inmitten eines enormen Strukturwandels, den es zu bewältigen gilt und der nicht dazu führen wird, dass wir zum Ende der Pandemie eine schnelle Erholung des Arbeitsmarktes zu erwarten haben.

Vor dem Hintergrund dieser großen strukturellen Veränderungen steht das Thema Qualifizierung nach wie vor im Fokus und wird auch in 2021 eines der wichtigsten Aufgabenfelder der Arbeitsagentur sein. Gemeinsam mit den Betrieben der Region und allen beteiligten Akteuren am Arbeitsmarkt wird es unsere Aufgabe sein, betroffene Arbeitslose, aber auch Beschäftigte fit für die Arbeitswelt der Zukunft zu machen.

„Da würde ich mir wünschen, dass mehr Personen, die sich in Kurzarbeit befinden, diese Zeit für eine entsprechende Qualifizierung nutzen würden, um ihre Kenntnisse und Fertigkeiten an die Anforderungen des zukünftigen Arbeitsmarktes anzupassen. Wenn nicht jetzt, wann dann? Wer jetzt die Möglichkeit nicht nutzt, läuft Gefahr zukünftig beruflich und sozial abgehängt zu werden,“ so Zillert.

„Anlassbezogen möchte ich noch darauf hinweisen, dass diese Woche eine von den Vereinten Nationen ausgerufene Aktionswoche der Menschen mit Behinderung stattfindet. Auch die Agentur für Arbeit Aalen beteiligt sich an dieser Aktionswoche. Wir möchten ein sichtbares Zeichen für mehr Teilhabe im Arbeitsleben setzen und die Situation von Menschen mit Behinderung, sowie deren Beschäftigungspotenziale ins Blickfeld der Öffentlichkeit rücken.“, so Elmar Zillert abschließend.