02.09.2020 | Presseinfo Nr. 60

Der Arbeitsmarkt im August

Die Arbeitslosigkeit ist im Bezirk der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster im August nur noch leicht angestiegen. Mit 18.849 arbeitslosen Personen waren 63 mehr gemeldet als noch im Juli. Damit sind es aber immer noch 3.126 mehr als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote im Agenturbezirk lag im August bei 5,7 Prozent und hat sich damit gegenüber dem Vormonat nicht verändert.
 

Besonders Jugendliche unter 25 Jahre sind aktuell vom Anstieg der Arbeitslosigkeit betroffen. Mit 2.027 arbeitslosen Jugendlichen waren es im August 127 oder 6,7 Prozent mehr als noch im Juli. Vorrangig ist dies auf saisonale Effekte zurückzuführen, denn mit dem Ende der Ausbildung werden nicht immer alle Nachwuchskräfte von den Ausbildungsbetrieben übernommen. Sie melden sich dann oft zunächst arbeitslos.

 

Etwas geringer ist die Anzahl der gemeldeten Stellen im August ausgefallen. Mit 1.011 freien Stellen meldeten die Unternehmen im Agenturbezirk 161 weniger als noch im Juli und 121 weniger als im August des letzten Jahres. Der Bestand an offenen Stellen kletterte gegenüber dem Vormonat jedoch um 18 auf nun 4.969.

 

Der Arbeitsmarkt in Münster

Arbeitslosenquote bleibt konstant

 

Die Arbeitslosenquote in der Stadt Münster ist im August gegenüber dem Vormonat konstant bei 5,7 Prozent geblieben. Ursache dafür ist eine nur noch leicht gestiegene Arbeitslosigkeit. Mit 9.983 Arbeitslosen waren es 89 mehr als noch im Juli. Das entspricht einem Anstieg von 0,9 Prozent. Joachim Fahnemann, Leiter der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster, sieht darin noch keine Trendwende, aber eine gewisse Stabilität: „Unternehmen versuchen, da wo es möglich ist, auch in dieser Zeit ihre Mitarbeiter zu halten. Zwar ließen sich nicht alle Entlassungen vermeiden, aber es scheint sich nun etwas Stabilität am Arbeitsmarkt zu entwickeln.“ Der Arbeitsmarktexperte fügt hinzu: „Wie lange diese Stabilität hält, ist natürlich stark vom Infektionsgeschehen und den damit zusammenhängenden Maßnahmen abhängig.“

 

Ein leicht positiver Trend zeigt sich auch bei den Abmeldungen aus der Arbeitslosigkeit. 610 Personen konnten im nun vergangenen Monat eine neue Beschäftigung aufnehmen, 134 mehr als im Juli. „In den vergangenen Monaten war die Zahl der Arbeitsaufnahmen ungewöhnlich gering. Die Entwicklung in diesem Monat ist daher besonders erfreulich“, verdeutlicht Fahnemann.

 

Saisontypisch ist hingegen die Jugendarbeitslosigkeit (Personen unter 25 Jahre) weiter angestiegen. „Leider ist es für Arbeitgeber nicht immer möglich die Auszubildenden nach der Prüfung zu übernehmen“, so Fahnemann. Erfahrungsgemäß ist dies aber nur vorübergehend, „denn die Nachfrage nach Fachkräften ist grundsätzlich hoch, auch jetzt in Corona-Zeiten“, ergänzt Fahnemann und fügt hinzu: „Wir brauchen diese jungen Menschen als Fachkräfte und müssen ihnen eine Perspektive für die Zukunft geben.“

 

Entwicklung der Kurzarbeit

 

Für März 2020 zeigen erste Hochrechnung, wie viele Unternehmen und Personen tatsächlich in Kurzarbeit waren. So waren es in Münster 1.280 Betriebe mit 8.826 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. „Die Zahlen zeigen, wie gut das Instrument der Kurzarbeit funktioniert und damit für viele Menschen die Arbeitslosigkeit vermieden werden konnte“, erklärt Joachim Fahnemann. Da das Kurzarbeitergeld durch die Unternehmen in vielen Fällen oft etwas später abgerechnet wird, sind die Zahlen zu den tatsächlichen Bezügen immer zeitlich verzögert. „Ein großer Vorteil der Kurzarbeit ist die Flexibilität. So kann ein Betrieb die Belegschaft zu 100 Prozent, oder beispielsweise nur zu 40 Prozent in Kurzarbeit schicken. Je nach individueller Notwendigkeit“, so Fahnemann und fügt hinzu: „Am Ende bleiben die Fachkräfte im Unternehmen und können, sobald der Aufschwung kommt, sofort wieder voll einsteigen.

 

Arbeitskräftenachfrage

Bestand offener Stellen gewachsen

 

„Die Unternehmen schauen zwar leicht optimistisch in die Zukunft, dennoch ist die Nachfrage nach neuen Mitarbeitern immer noch etwas gedämpft“, sagt Joachim Fahnemann. Denn mit 546 neuen Stellen konnte die Arbeitsagentur im August 115 weniger entgegennehmen als noch im Juli. Allerdings sind es gegenüber dem Vorjahresmonat nur 94 weniger. Gleichzeitig ist aber der Bestand an insgesamt gemeldeten Stellen im Vergleich zum Juli um 60 auf nun 2.398 gestiegen. „Es gibt also durchaus zahlreiche interessante Angebote auf denen sich arbeitslose Personen aktuell bewerben können“, so Fahnemann.

 

Der Arbeitsmarkt im Kreis Warendorf

Wieder weniger Arbeitslose

 

Die Arbeitslosigkeit ist im Kreis Warendorf im August erstmals seit dem Beginn der Corona-Krise gegenüber dem Vormonat wieder gesunken, wenn auch nur leicht. Mit 8.866 Arbeitslosen waren im August 26 Personen weniger arbeitslos als noch im Juli. Die Arbeitslosenquote blieb jedoch unverändert bei 5,6 Prozent. Für den Leiter der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster, Joachim Fahnemann ein besonders positives Signal: „Wir konnten beobachten, dass sich wieder mehr Menschen in eine Beschäftigung abmelden, als dass in den vergangenen Monaten der Fall war, dass macht sich nun auch bei den Zahlen der Arbeitslosigkeit bemerkbar.“ So verzeichnete die Arbeitsagentur über 31 Prozent mehr an Abmeldungen aus der Arbeitslosigkeit in eine neue Beschäftigung als noch im Vormonat.

 

„Wir wissen, dass es im Handwerk und auch dem Gesundheitswesen Bedarf an Personal gibt. Auch in vielen anderen Bereichen gibt es einen vorsichtigen Optimismus, sodass wieder Mitarbeiter eingestellt werden“, erklärt Fahnemann und fügt hinzu: „Ob das so bleibt, hängt auch vom Corona-Infektionsgeschehen und den damit verbundenen Auswirkungen ab.“

 

Entwicklung der Kurzarbeit

 

Für März 2020 zeigen erste Hochrechnung, wie viele Unternehmen und Personen tatsächlich in Kurzarbeit waren. So waren es im Kreis Warendorf 957 Betriebe mit 9.924 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. „Die Zahlen zeigen, wie gut das Instrument der Kurzarbeit funktioniert und damit für viele Menschen die Arbeitslosigkeit vermieden werden konnte“, erklärt Joachim Fahnemann. Da das Kurzarbeitergeld durch die Unternehmen in vielen Fällen oft etwas später abgerechnet wird, sind die Zahlen zu den tatsächlichen Bezügen immer zeitlich verzögert. „Ein großer Vorteil der Kurzarbeit ist die Flexibilität. So kann ein Betrieb die Belegschaft zu 100 Prozent, oder beispielsweise nur zu 40 Prozent in Kurzarbeit schicken. Je nach individueller Notwendigkeit“, so Fahnemann und fügt hinzu: „Am Ende bleiben die Fachkräfte im Unternehmen und können, sobald der Aufschwung kommt, sofort wieder voll einsteigen.

 

 

Arbeitskräftenachfrage

Stellenmeldungen fast auf Vorjahresniveau

 

465 freie Stellen meldeten die Personalverantwortlichen von Unternehmen und Verwaltungen im nun abgelaufenen Monat bei der Agentur für Arbeit. Damit sind es fast so viele wie im August des letzten Jahres. Damals waren es grade mal 27 mehr. „Es fehlt noch etwas, bis wir die Nachfrage nach Arbeitskräften des letzten Jahres erreicht haben. Dennoch stehen Menschen für die Arbeitsuche auch jetzt viele freie Stellen zur Verfügung“, so Fahnemann. Aktuell sind insgesamt 2.571 offene Stellen bei der Agentur für Arbeit gemeldet, auf die sich Jobsuchende bewerben können.

 

Der Arbeitsmarkt im Münsterland

 

Im Münsterland ist die Arbeitslosigkeit im August nur noch leicht gestiegen. 46.060 Menschen waren im nun abgelaufenen Monat arbeitslos. Das sind 511 mehr als noch im Juli. Die Arbeitslosenquote blieb hingegen unverändert und liegt, wie im Juli, bei 4,9 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr sind aktuell 7.966 Arbeitslose mehr registriert. Die Arbeitslosenquote ist seitdem um 0,8 Prozentpunkte gestiegen.

 

In allen drei Bezirken der Agenturen für Arbeit im Münsterland ist die Arbeitslosigkeit nur noch leicht gestiegen, sodass die Arbeitslosenquoten jeweils gegenüber dem Vormonat unverändert geblieben sind. So liegt die Arbeitslosenquote im Bezirk der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster weiter bei 5,6 Prozent, im Bezirk der Arbeitsagentur Rheine bei 5 Prozent und bei 4,1 Prozent im Bezirk der Agentur für Arbeit Coesfeld.

 

Etwas zurückgegangen ist die Nachfrage nach neuen Mitarbeitern. So wurden den Arbeitsagenturen im August insgesamt 2.407 freie Stellen gemeldet und damit 283 weniger als im Juli. Der Bestand an insgesamt gemeldeten Stellen ist ebenfalls leicht zurückgegangen. Mit 12.416 sind es 149 weniger als noch im Vormonat.