03.10.2022 | Presseinfo Nr. 68

Der Arbeitsmarktbericht der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster für September

Im September ging die Arbeitslosigkeit im Bezirk der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster leicht zurück. Die Zahl der Arbeitslosen in Münster und im Kreis Warendorf verringerte sich gegenüber August um 55 Personen auf 15.528.
 

Gegenüber dem Vorjahr sank die Zahl der arbeitslosen Männer und Frauen um 199 Personen. Die Arbeitslosenquote lag zuletzt bei 4,6 Prozent und damit um 0,1 Prozentpunkte niedriger als im August. Verglichen mit dem Vorjahresmonat veränderte sich die Arbeitslosenquote nicht, auch im September 2021 lag sie bei 4,6 Prozent.

Die Arbeitskräftenachfrage der Unternehmen und Verwaltungen veränderte sich gegenüber dem Vormonat nur wenig. Die Agentur für Arbeit Ahlen-Münster konnte 1.420 neue Arbeitsangebote entgegennehmen, 56 mehr als im August. Insgesamt konnten die Arbeitsuchenden auf 8.255 Arbeitsstellen zurückgreifen, 638 mehr als im September des Vorjahres.

Der Arbeitsmarkt in Münster

Arbeitsmarkt bleibt trotz weltwirtschaftlicher Unsicherheit robust

Im September sank die Zahl der Arbeitslosen in Münster leicht. Insgesamt 7.991 Frauen und Männer waren arbeitslos gemeldet, 27 weniger als im August. Verglichen mit dem Vorjahr ging die Arbeitslosigkeit um 243 Personen zurück. Die Arbeitslosenquote blieb gegenüber dem Vormonat unverändert bei 4,5 Prozent, verringerte sich aber im Vergleich zum Vorjahr um 0,2 Prozentpunkte. Ein Rückgang der Arbeitslosigkeit sei nach den Sommermonaten typisch, erklärt Christian König, operativer Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster. "Viele Jugendliche und junge Erwachsene treten eine Ausbildung oder ein Studium an und melden sich aus einer Arbeitslosigkeit ab. Gleiches gilt zudem für Ausbildungsabsolventen, die nicht im Betrieb übernommen werden konnten, jetzt aber eine neue Anstellung gefunden haben", führt er aus. "Hinzu kommt, dass in der Regel auch die Arbeitskräftenachfrage beispielsweise in Handel oder Gastronomie saisontypisch steigt und zu einem Rückgang der Arbeitslosigkeit führt", erläutert König.

Allerdings, so sein Hinweis, fiel dieser Rückgang im aktuellen Jahr spürbar geringer aus als üblich. Ein Grund ist, dass weiterhin Menschen aus der Ukraine flüchten und sich nach und nach hier auf der Suche nach einer beruflichen Perspektive arbeitslos melden. So hat sich die Zahl der Arbeitslosen mit ukrainischer Staatsangehörigkeit gegenüber August verdoppelt und lag zuletzt bei 332 Personen. "Ein zweiter Grund ist, dass manche Unternehmen angesichts der weltwirtschaftlichen Situation zurückhaltend reagieren, wenn es um die Einstellung von neuem Personal geht. Probleme bei Lieferketten, die Sorge um steigende Energiepreise und ein Rückgang des privaten Konsums führen dazu, dass manche Arbeitgeber geplante Neueinstellungen zunächst zurückstellen", berichtet Christian König.  Das habe im vergangenen Monat dazu geführt, dass deutlich weniger Bewegung am Arbeitsmarkt war, als sonst üblich.

"Nichtsdestotrotz ist der Fachkräftemangel in vielen Unternehmen nach wie vor ein drängendes Thema", sagt König. Dies zeige sich auch in der anhaltend großen Zahl der offenen Stellen. So konnten Arbeitsuchende und Arbeitslose in Münster im September auf 3.746 bei der Arbeitsagentur gemeldete Jobangebote zurückgreifen, 210 mehr als vor einem Jahr. "Das sind viele Chancen für Menschen, die nach einer neuen Beschäftigung suchen. Sie treffen nach wie vor auf einen robusten Arbeitsmarkt", betont König.

Der Arbeitsmarkt im Kreis Warendorf

Stabiler Arbeitsmarkt trotz weltwirtschaftlicher Turbulenzen

"Erwartungsgemäß ist die Arbeitslosigkeit nach den Sommerferien nun wieder gesunken", meldet Christian König, operativer Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster. "Allerdings fiel der Rückgang der Arbeitslosenzahlen spürbar geringer aus als üblich", unterstreicht er. So waren im September insgesamt 7.537 Frauen und Männer im Kreisgebiet arbeitslos gemeldet, 28 weniger als im August. Gegenüber dem Vorjahr stieg die Arbeitslosigkeit sogar um 442 Personen. Die Arbeitslosenquote blieb gegenüber August unverändert bei 4,8 Prozent. Verglichen mit dem Vorjahr stieg die Quote hingegen um 0,3 Prozentpunkte.

"Der Beginn von Ausbildung und Studium führt typischerweise in Spätsommer dazu, dass sich Jugendliche und junge Menschen aus der Arbeitslosigkeit abmelden", erklärt König. Gleiches gelte für Ausbildungsabsolventen, die nicht vom Ausbildungsbetrieb übernommen werden konnten, nach den Sommerferien aber eine neue Anstellung gefunden hätten. "Beides führt regelmäßig nach der Sommerurlaubszeit zu einer sinkenden Arbeitslosigkeit", führt König aus. In vielen Branchen wie beispielsweise in Handel und Gastronomie werde zu diesem Zeitpunkt zudem in der Regel saisonbedingt neues Personal eingestellt.

"Aktuell gibt es aber wenig Bewegung am Arbeitsmarkt", berichtet der Experte. "Angesichts des Ukraine-Kriegs, unzuverlässiger Lieferketten, der unsicheren Prognosen zur Energieversorgung und eines gesunkenen Konsumverhaltens privater Haushalte reagieren manche Arbeitgeber bei Neueinstellungen zurückhaltend", sagt König. Stattdessen versuchten die Personalverantwortlichen, vorhandene Mitarbeiter im Betrieb zu halten. Ein weiterer Grund dafür, dass die Arbeitslosigkeit nicht wie sonst im September zurückgegangen ist, sei, dass weiterhin Menschen aus der Ukraine auf die Jobcenter zugehen, um sich hier arbeitslos zu melden. Aktuell sind kreisweit 549 Menschen mit ukrainischer Staatsangehörigkeit arbeitslos gemeldet.

Insgesamt zeige sich der Arbeitsmarkt aber weiterhin stabil, so König. Das sei auch auf den anhaltend hohen Fachkräftebedarf der Unternehmen zurückzuführen. "Die demografische Entwicklung und Fachkräfteengpässe sind für die Arbeitgeber weiterhin große Herausforderungen. Qualifiziertes Personal ist grundsätzlich weiterhin gefragt. Das wird in der hohen Zahl der gemeldeten Stellenangebote deutlich", unterstreicht König. Im September konnten Arbeitsuchende und Arbeitslose im Kreisgebiet auf insgesamt 4.509 bei der Arbeitsagentur gemeldete Stellenangebote zurückgreifen, 428 mehr als vor einem Jahr.

Der Arbeitsmarkt im Münsterland

Der Arbeitsmarkt im Münsterland belebte sich nach dem Ende der Sommerferien leicht. Dadurch verringerte sich die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen in der Region gegenüber August um 628 Personen auf nun 38.713. Auswirkungen hatte dies auch auf die Arbeitslosenquote, die gegenüber dem Vormonat um 0,1 Prozentpunkte auf nun 4,1 Prozent gesunken ist. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist die Arbeitslosenquote um 0,3 Prozentpunkte angestiegen. Im September 2021 lag die Quote bei 3,9 Prozent.

Der Blick auf die einzelnen Agenturen für Arbeit im Münsterland zeigt eine sehr ähnliche Entwicklung in allen drei Bezirken. Während die Agentur für Arbeit Ahlen-Münster sowie die Arbeitsagentur Coesfeld einen Rückgang der Arbeitslosenquote um 0,1 Prozentpunkte im Vormonatsvergleich verzeichnen, so blieb die Quote in der Agentur für Arbeit Rheine unverändert. Die Arbeitslosenquoten lagen im September in der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster bei 4,6 Prozent, bei 4,4 Prozent in der Agentur für Arbeit Rheine und bei 3,5 Prozent im Bezirk der Agentur für Arbeit Coesfeld.

Die Arbeitgeber im Münsterland meldeten im September 3.003 neue offene Stellen, 131 mehr als im August. Insgesamt standen Arbeitsuchenden und Arbeitslosen im Münsterland 20.982 gemeldete Stellenangebote zur Verfügung. Das waren 1.324 mehr als im Vorjahresmonat.