11.11.2020 | Presseinfo Nr. 68

Ausbildungsmarktbilanz

Von Oktober 2019 bis Ende September 2020 meldeten sich 2.977 Jugendliche und junge Erwachsene bei der Berufsberatung der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster, 303 weniger als noch vor einem Jahr. Gleichzeitig ging auch die Zahl der gemeldeten Ausbildungsplätze zurück. Die Unternehmen und Verwaltungen in Münster und dem Kreis Warendorf meldeten seit Oktober 3.639 zu besetzende Ausbildungsstellen, 564 weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Rein rechnerisch standen damit jedem Bewerber 1,22 Stellenangebote gegenüber.
 

Insgesamt 345 gemeldete Ausbildungsstellen waren Ende September noch nicht besetzt, das waren 109 mehr als in September 2019. Demgegenüber hatten 185 Bewerber noch keinen Ausbildungsplatz oder eine Alternative gefunden, 68 mehr als vor einem Jahr. Ende September konnte jeder Ausbildungsbewerber rein rechnerisch auf 1,91 Stellen zurückgreifen.

Der Ausbildungsmarkt in Münster

„Da geht noch was“ – Noch viele Chancen auf eine Ausbildung

Noch 169 unbesetzte Ausbildungsstellen waren Ende September, dem Ende des statistischen Berichtsjahrs am Ausbildungsmarkt, in Münster gemeldet. „Da geht noch was, ist die Nachricht an alle Jugendlichen, die gerne noch eine Ausbildung antreten möchten“, sagt Joachim Fahnemann, Leiter der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster und ergänzt: „Das sind für junge Menschen weiterhin viele Chancen auf einen guten Berufseinstieg“. Die Corona-Pandemie habe den Ausbildungsmarkt im Frühjahr zwar gebremst. „Viele Betriebe bilden aber nach wie vor aus und möchten ihre Ausbildungsplätze besetzen“, verdeutlicht der Agenturleiter. So meldeten die Unternehmen und Verwaltungen in Münster seit Oktober des vergangenen Jahres insgesamt 2.012 Ausbildungsstellen bei der Agentur für Arbeit. Das sind 434 Ausbildungsangebote weniger als im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Dies sei jedoch kein Corona-bedingter Einbruch am Ausbildungsmarkt, betont Fahnemann. Zwar ging die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen in der Gastronomie, in der die Corona-Pandemie für besondere wirtschaftliche Unsicherheit gesorgt hat, erwartungsgemäß zurück. Aber auch in anderen Branchen, beispielsweise im Finanz- und Versicherungswesen, gab es weniger Ausbildungsplätze: „Nicht immer ist die Corona-Krise die Ursache. In manchen Berufen sorgt der digitale Wandel bereits für Veränderungen“, erklärt Fahnemann. In anderen Bereichen suchten die Arbeitgeber in Münster sogar mehr Auszubildende als im Vorjahr, beispielsweise im Bausektor, dem Handel oder in Rechtsanwalts- und Steuerbüros.

In vielen Fällen passten die Berufswünsche der Jugendlichen zum Angebot an Ausbildungsplätzen. So hatten Ende September mehr als 90 Prozent der 1.298 Jugendlichen, die sich als Bewerber bei der Berufsberatung gemeldet haben, einen Ausbildungsvertrag unterschrieben, einen Platz an einer weiterführenden Schule erhalten oder ein Studium angetreten. „Diese Bilanz ist sehr erfreulich, denn sowohl für Bewerber als auch Betriebe waren die zurückliegenden Monate nicht einfach,“ berichtet Fahnemann. Vielfach konnten in der entscheidenden Bewerbungs- und Auswahlphase Ausbildungsmessen nicht stattfinden und Praktika mussten abgesagt werden. Vor diesen Hintergrund intensivierten die Berufsberater den individuellen, persönlichen Kontakt und beantworteten Fragen beispielsweise in einer eigens eingerichteten Hotline. „Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen durch die Corona-Pandemie ist es uns gelungen, viele junge Menschen bei der Berufswahl zu unterstützen“, so der Agenturleiter.

Ende September suchten verschiedene Arbeitgeber jedoch weiterhin nach Auszubildenden. Offene Ausbildungsstellen gab es beispielsweise noch im Einzelhandel, in Zahnarztpraxen, im Lager oder in Friseursalons. Den 169 unbesetzten Ausbildungsstellen standen zuletzt 108 Jugendliche gegenüber, die noch keinen Ausbildungsbetrieb oder keine Alternative sicher hatten. Rein rechnerisch konnte jeder unversorgte Bewerber demnach unter 1,56 unbesetzten Ausbildungsstellen wählen. „Wer für alternative Berufe offen ist, kann durchaus noch einen Ausbildungsplatz finden. Der Einstieg in die Ausbildung ist auch zum jetzigen Zeitpunkt problemlos möglich“, verdeutlicht Fahnemann. Informationen zu offenen Ausbildungsstellen, Unterstützung bei der Berufswahl und den Bewerbungen erhalten Jugendliche bei der Berufsberatung. „Wir sind für alle Jugendlichen da“, unterstreicht Fahnemann. Die Berufsberatung ist unter der Rufnummer 0251 698 111 oder per Mail an Ahlen-Muenster.Berufsberatung@arbeitsagentur.de erreichbar.

Der Ausbildungsmarkt im Kreis Warendorf

Trotz Corona viele Chancen für den Berufseinstieg

„Für Bewerber und Betriebe war es kein leichtes Jahr. Dennoch haben viele Jugendliche ihren passenden Einstieg ins Berufsleben gefunden und Unternehmen ihre Ausbildungsplätze besetzen können“, zieht Joachim Fahnemann, Leiter der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster, eine positive Bilanz zum statistischen Ausbildungsjahr. Denn von den 1.709 Jugendlichen, die sich seit Oktober 2019 als Bewerber um eine Ausbildungsstelle bei der Berufsberatung der Arbeitsagentur gemeldet haben, konnten 95 Prozent einen Ausbildungsvertrag unterschreiben oder eine Alternative, beispielsweise einen Studienplatz, finden. Für Joachim Fahnemann ist das eine besonders gute Nachricht. „Es ist uns trotz der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie gelungen, die Jugendlichen auf ihrem Weg ins Berufsleben zu begleiten und unterstützen“, so der Agenturleiter.

Dabei waren die Rahmenbedingungen in diesem Jahr alles andere als einfach. „Jugendliche lernen ihren späteren Ausbildungsbetrieb häufig durch Ausbildungsmessen und Praktika kennen. All diese Gelegenheiten des persönlichen Kontakts mit Arbeitgebern und des praktischen Ausprobierens von Berufen fielen in diesem Frühling aus“, erklärt Fahnemann. Die Arbeitsagentur hat daher die individuelle persönliche Beratung intensiviert und zusätzlich auch eine eigene Hotline eingerichtet. „Die Jugendlichen haben diese Angebote intensiv genutzt“, berichtet Fahnemann. Dennoch ging die Zahl der gemeldeten Bewerber gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 187 Jugendliche zurück, dies sei aber nicht ausschließlich auf die Corona-Krise zurückzuführen, betont Fahnemann: „Die Zahl der Ausbildungsbewerber sinkt bereits seit einigen Jahren aufgrund der demografischen Entwicklung“.

Ende September waren noch 77 Jugendliche ohne Ausbildungsvertrag oder Alternative. „Auch für diese jungen Menschen gibt es noch zahlreiche Möglichkeiten“, unterstreicht Fahnemann. Denn die Corona-Pandemie habe in vielen Unternehmen dazu geführt, dass die Auswahl und Einstellung der Auszubildenden auf einen späteren Zeitpunkt verschoben wurde, erläutert der Agenturleiter. „Auch jetzt ist der Einstieg in eine Ausbildung noch möglich“, so Fahnemann. Ende September waren im Kreis Warendorf noch 185 unbesetzte Ausbildungsstellen bei der Arbeitsagentur gemeldet. Damit standen rein rechnerisch jedem Jugendlichen, der noch eine Ausbildungsstelle suchte, 2,4 Ausbildungsangebote gegenüber. Freie Ausbildungsplätze gab es noch im Einzelhandel und Verkauf, in Zahnarztpraxen, im Lager und in Kfz-Werkstätten.

Insgesamt ging das Ausbildungsangebot im zurückliegenden Ausbildungsjahr leicht zurück. So meldeten die Unternehmen und Verwaltungen im Kreisgebiet seit Oktober des vergangenen Jahres mit 1.627 Ausbildungsplätzen, 130 weniger bei der Arbeitsagentur als im Vorjahreszeitraum. „Angesichts der wirtschaftlichen Unsicherheiten, mit denen viele Betriebe durch die Corona-Krise konfrontiert waren, ist die Ausbildungsbereitschaft nach wie vor sehr hoch. Viele Arbeitgeber setzen auf die Ausbildung von Nachwuchskräften, um ihren Fachkräftebedarf zu decken und geben jungen Menschen in der Region eine berufliche Chance“, lobt der Agenturleiter. Diese sollten die Jugendlichen, die noch ohne Ausbildungsvertrag sind, nun nutzen und auch alternative Berufe in den Blick nehmen, appelliert Fahnemann. Unterstützung erhalten sie bei der Berufsberatung unter der Rufnummer 0251 698 111 oder per Mail an Ahlen-Muenster.Berufsberatung@arbeitsagentur.de.