22.12.2020 | Presseinfo Nr. 79

Kurzarbeit stützt den Arbeitsmarkt

„Viele Unternehmen im Kreis Warendorf nutzen die Unterstützung durch Kurzarbeitergeld und setzen weiterhin alles daran, so ihre Beschäftigten zu halten“, sagte Joachim Fahnemann, Leiter der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster im Gespräch mit dem FDP-Landtagsabgeordneten Markus Diekhoff. Eine große Entlassungswelle sei daher aktuell bislang nicht zu erwarten.

„Die Wirtschaft im Kreisgebiet ist vielfältig und grundsätzlich gut aufgestellt. Daher haben wir in der Region die Voraussetzungen, die mit der Corona-Pandemie verbundenen wirtschaftlichen Auswirkungen zu bewältigen“, machte Fahnemann deutlich. So erreichte die Zahl der Unternehmen, die Kurzarbeitergeld bezogen, in der Region bereits im April ihren Höchststand. „Schon im Frühsommer konnten viele Betriebe wieder weitestgehend in normalem Umfang arbeiten“, berichtete Fahnemann. Waren im April noch mehr als 18 Prozent der Beschäftigten im Kreis Warendorf von Kurzarbeit betroffen, sank der Anteil im Juni schon auf 11,5 Prozent. „Wir können froh sein, dass wir das Instrument der Kurzarbeit haben, denn es hat zahlreichen Betrieben und Beschäftigten schnell geholfen und dazu geführt, dass Arbeitslosigkeit in vielen Fällen vermieden werden konnte“, unterstrich der Agenturleiter. Die Entwicklung zeige außerdem, wie schnell sich die Wirtschaft in den Sommermonaten wieder erholen konnte. „Das gibt Zuversicht, dass viele Betriebe auch diese Phase der Pandemie und den erneuten Lockdown relativ gut bewältigen können“, meinte Markus Diekhoff und ergänzte: „Kurzarbeit ist ein sehr wirkungsvolles Instrument, um das uns viele andere Länder beneiden“.

Das zeigte sich auch in der Arbeitslosenstatistik. Im November konnte die Zahl der Arbeitslosen gegenüber dem Vormonat um 457 auf zuletzt 7.596 Personen reduziert werden. Auch die Arbeitslosenquote entwickelte sich positiv. Sie lag im November bei 4,8 Prozent und damit deutlich unter dem Niveau im NRW-Schnitt mit einer Arbeitslosenquote von 7,6 Prozent. Auch die Arbeitskräftenachfrage der Unternehmen stieg wieder an und bot Chancen auf eine neue Beschäftigung. „Wir integrieren trotz der Corona-Pandemie jeden Monat Menschen in neue Arbeitsverhältnisse“, berichtete Fahnemann.

Eine Herausforderung sei die Situation am Ausbildungsmarkt, schilderte der Agenturleiter im Austausch mit Diekhoff. Dabei sei die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe im Kreis Warendorf weiterhin hoch und die Arbeitgeber hätten trotz der Pandemie zahlreiche Ausbildungsstellen gemeldet, so der Hinweis von Fahnemann: „Gleichzeitig waren die Umstände für Unternehmen und Jugendliche in diesem Jahr aber deutlich schwieriger als sonst. Häufig entfielen die Möglichkeiten, sich in Praktika oder über Berufe zu informieren und sich auf Ausbildungsmessen persönlich kennenzulernen.“ Er ergänzt: „Wir haben daher zusätzliche Beratungsmöglichkeiten für die jungen Menschen geschaffen, beispielsweise per Telefonhotline und Video-Chat“. Denn, so Fahnemann: „Wir sind mit unserer Berufsberatung gerade jetzt für alle Jugendlichen da“. Markus Diekhoff lobte das Engagement der Arbeitsagentur: „Die Jugend ist unsere Zukunft. Es ist daher sehr wichtig, allen jungen Menschen einen passenden Berufseinstieg zu ermöglichen“. Dazu gebe es auch jetzt viele gute Möglichkeiten, hob Fahnemann hervor: „Arbeitgeber in der Region suchen noch Bewerber für den Einstieg in eine Ausbildung in den kommenden Wochen. Es gibt weiterhin viele Chancen in interessanten Berufen. Junge Menschen sollten sie jetzt ergreifen“.

Die Berufsberatung ist unter der Rufnummer 0251 698 111 oder per Mail an ahlen-muenster.berufsberatung@arbeitsagentur.de zu erreichen.