13.07.2021 | Presseinfo Nr. 43

Immer mehr Ausbildungsplatzbewerber haben die Wahl

„Während Unternehmen immer kreativer werden müssen, um ihre Ausbildungsplätze zu besetzen, haben Bewerberinnen und Bewerber zunehmend die Wahl,“ so fasste Joachim Fahnemann, Leiter der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster, im Austausch mit dem CDU-Landtagsabgeordneten Henning Rehbaum die Situation am Ausbildungsmarkt im Kreis Warendorf zusammen.
 

Jedem Jugendlichen, der sich seit Oktober des vergangenen Jahres als Bewerber bei der Berufsberatung gemeldet hat, steht rechnerisch eine gemeldete Ausbildungsstelle gegenüber. Vor fünf Jahren sah die Situation noch anders aus. Damals kamen im Kreis Warendorf auf jeden Bewerber nur 0,76 Ausbildungsmöglichkeiten. Immer mehr Jugendliche kämen so nun in die Situation, unter verschiedenen Angeboten wählen zu können, berichtete Fahnemann. Grund dafür sei nicht nur der demografische Wandel, durch den weniger Jugendliche auf den Ausbildungsmarkt kommen. Auch die andauernde Corona-Pandemie habe sich spürbar ausgewirkt, machte Fahnemann deutlich. „Den jungen Menschen haben in vielen Fällen die Gelegenheiten gefehlt, sich beruflich zu orientieren“, führte er aus. Praktika konnten meist ebenso wenig stattfinden wie Ausbildungsmessen. Diese seien aber für die Berufswahl sehr wichtig, denn: „Die Entscheidung für einen Beruf kann man nicht nur theoretisch treffen, indem man im Internet Informationen sammelt oder etwas liest. Wesentlich ist, dass man eine konkrete Vorstellung von den späteren Tätigkeiten entwickelt und auch das betriebliche Umfeld kennenlernen kann“.

Henning Rehbaum stimmte zu und ergänzte: „Viele Jugendliche sind sich nicht sicher, ob Betriebe während der Corona-Pandemie überhaupt ausbilden. Das führt in manchen Fällen dazu, dass sich Ausbildungsinteressierte zunächst übergangsweise für einen weiteren Schulbesuch anmelden oder abwarten, obwohl die Chancen auf eine Ausbildungsstelle eigentlich gut sind“. So höre er in Gesprächen mit Arbeitgebern aus der Region häufig, dass Betriebe weiterhin händeringend nach Bewerberinnen und Bewerbern suchen, schilderte der Abgeordnete.

Tatsächlich verzeichnete die Arbeitsagentur Ende Juni noch 550 offene Ausbildungsplätze im Kreis Warendorf „Schüler, Eltern und Lehrer können sicher sein: Eine Ausbildung ist der perfekte Start in das Berufsleben“, sagte Rehbaum. Jetzt gelte es aber, diese Möglichkeiten auch zu nutzen, appellierten die Gesprächspartner. Einige Betriebe böten auch in den Ferien Praktika oder Schnuppertage an, zahlreiche Unternehmen freuten sich auch jetzt, kurz vor dem Ausbildungsbeginn im Herbst noch über Bewerbungen. „Selbstverständlich stehen wir allen Jugendlichen zur Seite, unterstützen bei der Berufswahl und vermitteln passende Ausbildungsplätze“, unterstreicht Fahnemann. Dazu stehe allen die Möglichkeit offen, telefonisch über eine spezielle Hotline oder per Videochat kurzfristig und bequem von zuhause aus Kontakt zur Berufsberatung aufzunehmen. „Die Arbeitsagentur hat hier sehr schnell neue und moderne Beratungsangebote ermöglicht, um Jugendliche auch in Pandemie-Zeiten gut zu begleiten. Sie sollten diese Angebote nutzen“, betonte Henning Rehbaum.