Agentur für Arbeit Ahlen-Münster - Ausbildungsmarktbilanz 2022

Von Oktober 2021 bis Ende September 2022 meldeten sich 2.939 Jugendliche und junge Erwachsene bei der Berufsberatung der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster, um Unterstützung bei der Suche nach einem passenden Ausbildungsplatz zu erhalten. Das waren 102 mehr als noch vor einem Jahr. Gleichzeitig stieg auch die Zahl der gemeldeten Ausbildungsplätze. Die Unternehmen und Verwaltungen in Münster und dem Kreis Warendorf meldeten seit Oktober 4.269 zu besetzende Ausbildungsstellen, 392 mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Rein rechnerisch standen damit jedem Bewerber 1,45 Stellenangebote gegenüber.

15.11.2022 | Presseinfo Nr. 78

Insgesamt waren Ende September noch 64 unbesetzte Ausbildungsstellen bei der Arbeitsagentur gemeldet. Demgegenüber hatten 146 Bewerber noch keinen Ausbildungsplatz oder eine Alternative gefunden.

 

Der Ausbildungsmarkt in Münster

Viele Unternehmen auf Nachwuchssuche

 

"Viele Unternehmen in Münster investieren in den beruflichen Nachwuchs. Die Ausbildung junger Menschen hat für die Arbeitgeber einen sehr hohen Stellenwert", betont Joachim Fahnemann, Leiter der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster. Insgesamt 2.454 offene Ausbildungsstellen meldeten die Arbeitgeber zwischen Anfang Oktober 2021 und Ende September dieses Jahres. Das waren 214 Stellen oder knapp 10 Prozent mehr als im Vorjahr. Vielen von ihnen sei es gelungen, für ihr Unternehmen zu werben und ihre offenen Ausbildungsplätze zu besetzen, berichtet Fahnemann. So waren Ende September noch 23 unbesetzte Stellen bei der Arbeitsagentur gemeldet.

 

Das sei umso erfreulicher, als dass die Corona-Pandemie auch im vergangenen Ausbildungsjahr noch einen großen Einfluss auf den Ausbildungsmarkt hatte, unterstreicht Fahnemann. "Die Berufswahl ist ein längerfristiger Prozess. Dazu brauchen Jugendliche neben theoretischen Informationen auch das praktische Erleben von Berufen und Betrieben, beispielsweise in Praktika und den Besuch von Berufswahlmessen. Auch für Unternehmen sind diese Gelegenheiten, Bewerberinnen und Bewerber persönlich kennenzulernen, sehr wichtig. Das alles war in den vergangenen Jahren kaum möglich und hat bis heute Auswirkungen".

 

Daher sei es für die Unternehmen sehr positiv, dass sich im jetzt begonnenen Ausbildungsjahr mehr Jugendliche für eine Ausbildung interessierten", berichtet der Agenturchef. So stieg die Zahl der jungen Menschen, die sich bei der Berufsberatung der Arbeitsagentur meldeten, um Unterstützung bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz zu erhalten, um 32 auf insgesamt 1.237 Bewerberinnen und Bewerber. Dennoch veränderte sich das Verhältnis von offenen Ausbildungsstellen zu Bewerbern weiter zugunsten der Jugendlichen. Jedem jungen Menschen in Münster, der eine Ausbildung suchte, standen rein rechnerisch 1,98 Ausbildungsplätze gegenüber. "Dass viele Arbeitgeber dennoch ihre Ausbildungsstellen besetzen konnten, ist auch darauf zurückzuführen, dass die Unternehmen traditionell auch von Bewerberinnen und Bewerber aus dem Umland profitieren", erklärt Fahnemann.

 

Kaufmännische Berufe lagen bei den Bewerberinnen und Bewerbern auch in diesem Jahr wieder vorne. Besonders beliebt war die Ausbildung zu Einzelhandelskaufleuten, Kaufleuten für Büromanagement oder zu Industriekaufleuten. Unter den Top-Ten gab es im aktuellen Ausbildungsjahr aber auch handwerkliche Berufe. So waren Ausbildungsplätze für Tischler und Frisöre und in der Elektrotechnik gefragt. In vielen Fällen passte das Angebot an Ausbildungsplätzen und -berufen zu den Wünschen der Jugendlichen. So konnten beispielsweise 60 Bewerberinnen und Bewerber, die Kaufleute für Büromanagement werden wollten, aus 156 gemeldete Ausbildungsstellen für diesen Beruf wählen.

 

Das große Ausbildungsangebot bot aus Sicht junger Menschen viele Chancen auf einen erfolgreichen Berufseinstieg. Insgesamt 1.158 Jugendliche und damit fast alle Bewerberinnen und Bewerber haben einen Ausbildungsplatz gefunden oder sich für eine Alternative, beispielsweise einen weiteren Schulbesuch, entschieden. 79 Jugendliche waren Ende September noch unversorgt. "Auch jetzt, nach dem regulären Ausbildungsbeginn, gibt es noch Möglichkeiten für junge Menschen, die eine Ausbildung beginnen möchten", macht Fahnemann Mut. "Viele Unternehmen signalisieren uns in Gesprächen, dass sie noch Auszubildende aufnehmen, wenn sie passende Bewerbungen erhalten". Dazu sei auf Seiten der Bewerberinnen und Bewerber allerdings Flexibilität gefragt. "Wenn man beispielsweise Ausbildungsgänge mit in Betracht zieht, die weniger bekannt sind, gibt es auch zum jetzigen Zeitpunkt noch Einstiegschancen. Unsere Berufsberatung unterstützt dabei, das passende Angebot zu finden", sagt Fahnemann.

 

Informationen zu offenen Ausbildungsstellen, Unterstützung bei der Berufswahl und den Bewerbungen erhalten Jugendliche bei der Berufsberatung. Sie ist unter der Rufnummer 0251 698 111 oder per Mail an Ahlen-Muenster.Berufsberatung@arbeitsagentur.de erreichbar.

 

 

Der Ausbildungsmarkt im Kreis Warendorf

Vielen Jugendlichen gelingt der Berufseinstieg

 

Von den 1.702 jungen Menschen im Kreis Warendorf, sie sich seit Oktober 2021 als Bewerberinnen und Bewerber um einen Ausbildungsplatz bei der Berufsberatung der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster gemeldet haben, hatten Ende September 1.635 einen Ausbildungsvertrag oder eine Alternative. Ende September waren nur noch 67 von ihnen ohne Ausbildung. „Vielen Jugendlichen ist der Start ins Berufsleben gut gelungen“, so die positive Zusammenfassung von Joachim Fahnemann, Leiter der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster. Zwar entschieden sich traditionell einige Bewerber für einen weiteren Schulbesuch, um ihre Chancen auf dem Ausbildungsmarkt zu verbessern. „Für zahlreiche junge Menschen ist aber eine Ausbildung die erste Wahl“, so der Experte.

 

Dabei waren die Chancen, einen Ausbildungsplatz im Wunschberuf zu erhalten, in diesem Jahr erneut gut. Rechnerisch betrachtet standen jedem Bewerber 1,07 Ausbildungsangebote gegenüber. Besonders beliebt waren bei den Jugendlichen Ausbildungsberufe aus kaufmännischen Bereichen, beispielsweise als Kaufleute im Einzelhandel, Kaufleute für Büromanagement, Automobilkaufleute oder Industriekaufleute. Aber auch eine Ausbildung in einer Arztpraxis, als KFZ-Mechatroniker, Fachinformatiker oder Industriemechaniker stand bei jungen Menschen hoch im Kurs. "Häufig passte das Angebot an Ausbildungsstellen zu den Wünschen der Bewerberinnen und Bewerber", berichtet der Agenturleiter. So standen 99 Jugendlichen, die gerne eine Ausbildung als Industriekauffrau oder Industriekaufmann absolvieren wollten, 104 Ausbildungsplätze in diesem Beruf gegenüber. In anderen Fällen hatten Bewerberinnen und Bewerber sogar deutlich mehr Auswahl.

 

"Was aus Sicht der Jugendlichen mit vielen Chancen verbunden ist, bringt für Betriebe große Herausforderungen mit sich. Denn die Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen im Kreisgebiet ist überdurchschnittlich hoch. Für viele Arbeitgeber ist die Ausbildung von Nachwuchskräften eine wichtige Säule zur Fachkräftesicherung", führt der Agenturchef aus. "Wenn die Ausbildungsplätze nicht besetzt werden, hat das mitunter weitreichende Folgen". Betriebe müssten daher immer mehr auf sich und ihre Ausbildungsmöglichkeiten aufmerksam machen und um die jungen Menschen werben, so Fahnemann. Das sei nach den Jahren, in denen die Corona-Pandemie die Berufswahl vieler Jugendlicher und das persönliche Kennenlernen von möglichen Auszubildenden erschwert hat, nach wie vor schwierig gewesen, betont Fahnemann. "Denn die Entscheidung für einen Beruf ist nicht nur eine Wahl aufgrund von theoretischen Informationen. Das Erleben und gegenseitige Kennlernen ist für Bewerber und Betriebe ganz wichtig. Die Jugendlichen, die im Sommer mit ihrer Ausbildung begonnen haben, hatten in den Monaten der Entscheidungsfindung aber aufgrund der Pandemie nur eingeschränkte Möglichkeiten Unternehmen in Praktika oder auf Ausbildungsmessen kennenzulernen", beschreibt der Agenturleiter.

 

Dennoch sei es häufig gelungen, Bewerberinnen und Bewerber mit Betrieben zusammenzubringen. In anderen Fällen hätten sich Unternehmen entschieden, die Suche nach passenden Auszubildenden auf das nächste Ausbildungsjahr zu verschieben. Insgesamt meldeten die Unternehmen und Verwaltungen im Kreisgebiet seit Oktober des zurückliegenden Jahres 1.815 freie Ausbildungsstellen, 178 mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Ende September waren davon noch 41 bei der Arbeitsagentur gemeldet und unbesetzt. Für Jugendliche, die gerne noch in eine Ausbildung starten möchten, gebe es nach wie vor Möglichkeiten, betont Fahnemann: "Es ist auch jetzt weiterhin möglich, in die Ausbildung einzusteigen. Viele Arbeitgeber sind aufgeschlossen und bieten passenden Bewerberinnen und Bewerbern Plätze an". 

 

Informationen zu offenen Ausbildungsstellen, Unterstützung bei der Berufswahl und den Bewerbungen erhalten Jugendliche bei der Berufsberatung. Sie ist unter der Rufnummer 0251 698 111 oder per Mail an Ahlen-Muenster.Berufsberatung@arbeitsagentur.de erreichbar.

 

 

Die Daten zum Ausbildungsmarkt können Sie hier abrufen: Daten Ausbildungsmarkt 2022.